Anstriche und Abdichtungsbahnen bilden jeweils ein System und müssen genau nach Herstellervorschriften verarbeitet werden. Werden Materialien verschiedener Hersteller gemischt, so ist deren Verträglichkeit untereinander zu prüfen. Horizontale und vertikale Abdichtungen müssen immer miteinander verbunden sein um das Eindringen von Wasser durch ev. Stösse zu vermeiden.
Untergrundvorbereitung
Ist der Untergrund zu uneben, so sind Vorarbeiten notwendig. Dabei wird z.B.
- Glattstrich aus Zementmörtel samt einer Haftbrücke auf Beton oder Mauerwerk aufgebracht,
- die Oberfläche entgratet und, falls erforderlich, mit Zementmörtel überrieben und danach eine Haftbrücke auf die Betonflächen aufgebracht,
- die Fugen ausgeworfen und das Mauerwerk mit Zementmörtel patschokkiert.
Voranstrich
Zur Erzielung einer höheren Haftung werden auf den Flächen Voranstriche im Material entsprechend den Abdichtungsbahnen aufgebracht. Bei waagrechten Flächen kann auch eine Abdichtungsbahn z.B. Typ RP 450/23 trocken verlegt werden, wobei die Stöße mit verklebten Übergriffen auszubilden sind.
Abdichtungsbahnen
Die Abdichtungsbahnen werden ein- oder mehrlagig vollflächig verklebt, entweder mit Heißbitummenmasse oder im Flämmverfahren.
Druckwasser
Bei Druckwasser (Hanglagen etc.) muss die Abdichtung (Bitumen-Glasvliesbahnen und Glasgewebebahnen) mindestens 3-lagig, bei der Verwendung von Elastomer-bitumenbahnen 2-lagig ausgeführt werden.
Abdichtungsschutz
Lotrechte Abdichtungen können leicht beschädigt werden und erhalten daher eine Schutzabdeckung aus:
- Ziegel: Schutzschicht aus hochgestellten Mauerziegeln
- Betonplatten: Schutzschicht aus hochgestellten Betonplatten
- Hartschaumplatten: lose verlegt oder geklebt als zusätzliche Wärmedämmung (Perimeterdichtung)
- Vormauerungen aus Ziegel oder Betonplatten mit einem ca 4 cm dicken, mit Sand gefüllten Zwischenraum zur Abdichtung.
Perimeterdämmung
Die Perimeter-Dämmung wird aussenseitig vor der Abdichtung angebracht und dient nicht nur als Schutz für diese sondern auch als zusätzliche Wärmedämmung. Dies ist nicht nur dann von Vorteil, wenn der Keller als Wohn- und Hobbybereich genutzt wird, sondern hilft auch für das restliche Haus Heizkosten zu sparen.
Bei dieser Ausbildung der Wärmedämmung ist die Dämm-Ebene an der bauphysikalisch richtigen Außenfläche angeordnet. Als Dämmung müssen Materialien verwendet werden, welche möglichst kein Wasser aufnehmen und eine hohe Druckfestigkeit aufweisen (z.B. Platten aus extrudiertem Polystyrol).
Um eine optimale Wärmedämmung zu erreichen ist eine Dämmungsdicke von z.B. 6 bis 12 cm günstig.
Perimeter-Dämmungen werden üblicherweise an den Abdichtungen mit Bitumen oder Spezialkleber angeklebt