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Schwache private Nachfrage nach Architekturdienstleistung
Jährlich werden in Österreich rd. 14.000 Architektur-Projekte in Privaten Haushalten realisiert. 95% davon betreffen die Gebäudeplanung. Die Inanspruchnahme eines Architekten für die Innenarchitektur scheint Luxus zu sein, werden dort doch nur 5% aller Projekte umgesetzt, analysieren KREUTZER FISCHER & PARTNER | Marktanalyse in einer aktuellen Studie.
Mit rund 14.100 Projekten für Architektur-Dienstleistungen bei privaten Haushalten in 2007 konnte der Abwärtstrend der letzten Jahre zwar zwischenzeitlich gestoppt werden, die verhaltene Nachfrage ist dennoch evident. 2004 wurden noch um gut 300 Projekte mehr umgesetzt. Deutlicher wird die Misere der Berufsgruppe, wenn man berücksichtigt, dass 95% der Projekte auf die Gebäudegestaltung entfallen, wo sowohl im Neubau als auch bei Zu- und Umbauten für die Bewilligung eines Bauvorhabens ein Einreichplan eines Ziviltechnikers oder Baumeisters zwingend vorgeschrieben ist. Die "freiwillige" Inanspruchnahme von Architekturdienstleistung beschränkt sich demnach nur darauf, was über den normalen Einreichplan hinaus geht bzw. die Innengestaltung. Und in diesem Bereich wurden 2007 gerade mal 700 Projekte realisiert.
Hinzu kommt, dass das freie Marktpotential für Gebäudegestaltung aus dem Neubau sinkt. Treiber hinter dieser negativen Entwicklung ist die wachsende Bedeutung des Fertigteilhauses in Verbindung mit einer verhaltenen privaten Baukonjunktur. Der Marktanteil des Fertighauses an den Bewilligungen von Ein- und Zweifamilienhäusern wächst jährlich um ein bis zwei Prozent. Die Neubau-Bewilligungen für EFH/ZFH waren bis 2006 rückläufig, das Wachstum im Jahr 2007 und der kommenden Jahren ist äußerst moderat: 1% p.a.. Und auch der Markt für Zu- und Umbauten stagniert. Für die nächsten beiden Jahre erwartet man bei Kreutzer, Fischer & Partner ein Fortsetzen der schrumpfenden Nachfrage um durchschnittlich ein Prozent pro Jahr.
Gros der Häuselbauer spart bei Architekturdienstleistung Zur ohnehin recht geringen Anzahl von Projekten kommt hinzu, dass die durchschnittlichen Erlöse pro Projekt im Zeitablauf zwar steigen, dies aber zum Großteil auf die Erhöhung von Lohnkosten zurückzuführen ist und nur in geringerem Ausmaß auf ein Mehr an verkaufter Leistung. Etwa 40% aller konventionellen EFH/ZFH (Nicht-Fertighäuser) werden nach wie vor überwiegend in DIY-Bauweise errichtet. Der Bauherr hat gewöhnlich eine konkrete Vorstellung über sein künftiges Haus und diese in einer Handskizze festgehalten. Vom Planer wird kein kreativer Input erwartet. Der Preis für die Umsetzung einer Handskizze in einem Einreichplan liegt im Durchschnitt bei etwa € 800,-.
Die restlichen 60% aller Ein- und Zweifamilienhäuser werden überwiegend von Professionisten errichtet. In diesen Fällen wird vom Architekten oder Planer die Umsetzung mehr oder weniger konkreter Vorstellungen erwartet. Je nach Aufwand und Ziviltechniker/Baumeister liegt der Preis für einen Einreichplan zwischen € 3.500.- und € 5.000,-. In rund 15% dieser Fälle werden vom Bauherrn auch Ausschreibung und Bauaufsicht nachgefragt. Dies betrifft im Wesentlichen aber nur Gebäude mit einer Bausumme von über € 500.000,-. Dieses Marktsegment wird ausschließlich von Architekten oder Planern (planende Baumeister) bedient. Der Preis für die komplette Abwicklung eines privaten Bauvorhabens liegt im Durchschnitt zwischen € 12.000,- und € 15.000,-. Der Preis für einen Einreichplan bei Zu- und Umbauten liegt durchschnittlich bei € 2.500,-; inklusive Ausschreibung und Bauaufsicht bei rd. € 6.000,-.
Anlass zu Optimismus ist die Tatsache, dass statt reiner Planung zunehmend Komplett-Abwicklungen (Planung - Ausschreibung - Bauaufsicht) nachgefragt werden. Die Gründe liegen in der stärkeren Herausbildung einer vermögensstarken Zielgruppe, die ihre Vorstellungen vom Eigenheim optimal umgesetzt haben möchte und einer zunehmenden Professionisierung des Hausbaus. Für die beiden nächsten Jahre erwarten Kreutzer, Fischer & Partner ein zweistelliges Wachstum für Komplettlösungen auf Kosten des reinen Einreichplans.
Baumeister haben gegenüber Architekten Vorteile Die Option der Erstellung eines kostenlosen Einreichplanes, wenn ein Bauauftrag gegeben wird bringt den planenden Baumeistern und dem Baustoffhandel einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil. Nur so ist der Gewinn von Marktanteilen zu Lasten der Ziviltechniker und Planer zu erklären. Innerhalb von nur vier Jahren erhöhte sich der Marktanteil von Baumeister/Baustoffhandel um neun Prozentpunkte. Bis 2009 wird ein weiterer Gewinn von sechs Prozentpunkten erwartet. Den Bauherren ist offensichtlich zu wenig bewusst, dass der Aufwand für die Planung in irgendeiner Form in die Baukosten eingerechnet wird. Architekten und Planern bleibt daher zunehmend nur die Zielgruppe der anspruchsvollen Häuselbauer bzw. das Segment der Zu- und Umbauten.
Marktentwicklung Architekturdienstleistung (nur Gebäudeplanung) im privaten Wohnbau in Österreich:
| Architektur-Dienstleistungen |
2004 |
2005 |
2006 |
2007 |
2008 |
2009 |
| Projekte total |
13.749 |
13.685 |
13.417 |
13.420 |
13.235 |
13.110 |
| Architekt/Planer |
8.179 |
7.717 |
7.083 |
6.710 |
6.059 |
5.765 |
| Baumeister/Baustoffhandel |
5.570 |
5.968 |
6.334 |
6.710 |
7.176 |
7.345 |
Quelle: KREUTZER FISCHER & PARTNER Consulting GmbH
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Zur Erschließung sind befestigte Wege, Straßen und Gehwege erforderlich.
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