Honorarordnung für Architekten

Wird ein Bauwerk nach dem Entwurf und unter der technischen und geschäftlichen Oberleitung des Architekten ausgeführt, so ist das volle Honorar zu verrechnen. Das Honorar ist abhängig von den Herstellungskosten und dem Ausbauverhältnis.

Das Honorar für den Entwurf setzt sich aus dem Teilhonorar für Vorentwurf und Entwurf zusammen, das Honorar für die Einreichung setzt sich aus dem Teilhonorar für Vorentwurf, Entwurf und Einreichung zusammen.Wird ein Bauwerk nach dem Entwurf und unter der technischen und geschäftlichen Oberleitung des Architekten ausgeführt, so ist das volle Honorar zu verrechnen. Das Honorar ist abhängig von den Herstellungskosten und dem Ausbauverhältnis.

Herstellungskosten

Die Herstellungskosten (Nettoherstellungskosten) als Honorarbemessungsgrundlage umfassen sämtliche Kosten (ohne Umsatzsteuer), die zur Fertigstellung des Werkes vom Bauträger aufzuwenden sind, abzüglich der Kosten des Grunderwerbes sowie der Honorare samt Umsatzsteuer und Nebenkosten der Ziviltechniker und sonstiger Sonderfachleute.

Skontoabzüge von Rechnungsbeträgen reduzieren die Herstellungskosten zur Honorarbemessung nicht. Die Herstellungskosten werden (z.B. nach ÖNORM B 1801 1) geschätzt oder berechnet oder aufgrund der Schlussrechnungen festgestellt.

Ausbauverhältnis

Das Ausbauverhältnis eines Werkes berücksichtigt die Komplexität eines Gebäudes, den Einfluss der einzelnen Anteile der Herstellungskosten auf die Bearbeitungsintensität von Planung und örtlicher Bauaufsicht.

Ausbauverhältnis und Beschreibung:

  • 50/100: Normale Hochbauten, wie einfache Siedlungshäuser, Bauten für gewerbliche Zwecke einfacher Anordnung und Konstruktion, Ställe u. dgl.
  • 60/100 Spezielle Hochbauten, wie Bauten der vorigen Gruppe mit schwieriger Anordnung und Konstruktion, Industriehochbauten, einfache Landhäuser, städtische Miethäuser, Gemeinschaftshäuser, Landgasthöfe udgl.
  • 70/100: Spezielle Hochbauten mit erhöhten Anforderungen, wie Kapellen, einfache Hotels und Vereinshäuser, Landhäuser, Wintergärten u. dgl.
  • 80/100: Schwierige Hochbauten, wie Kirchen, Bahnhofsgebäude, Bankgebäude, Verwaltungsgebäude mit besonders schwierigen Anforderungen, Theaterbauten, Büchereien, Kurhäuser, Krankenhäuser u.dgl.
  • 90/100: Wiederherstellungsarbeiten, Ausbau von Wohnungen, Geschäftsportalen, Fassadenumbauten u.dgl.
  • 100/100: Umbauarbeiten in Gebäuden aller Art und Innenraumgestaltung

AutorIn:

Datum: 11.09.2010

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Baupartner

Bauprojekte sind komplex vernetzt und während der Planungs- und Projektlaufzeit einem ständigen Wandel unterworfen. Hier muss konsequent und professionell gemanagt werden. Nicht in jedem Bereich ist der Bauherr dazu in der Lage.

Er kümmert sich um das gesamte Bauprojekt, von den ersten Planungsschritten über die Ausschreibung bis zur Preiskontrolle. Hier im Detail, was ein Bauprojektmanager für Sie zu tun hat.

Die große Steuerreform hat uns ja einige Veränderungen gebracht. Dass private Baustellen ab nun von Behördenvertretern besucht und kontrolliert werden dürfen, um den Pfusch zu bekämpfen, ist eines davon.

Für ein und dieselbe Arbeit unterschiedlich hohe Preise? Keine Seltenheit bei Österreichs Handwerkern. Ordentliches Vergleichen und die Einhaltung von ein paar einfachen Tipps bewahrt Sie aber vor bösen Rechnungs-Überraschungen.

Alle Projektbeteiligten sollen konstruktiv zusammenarbeiten um ein Ziel in einer bestimmten Zeitspanne zu erreichen. Dies erfordert einen exakten Terminplan der festlegt in welcher Reihenfolge wer welche Tätigkeit innerhalb bestimmter Fristen zu erledigen hat.

Die Errichtung eines Bauwerkes unterliegt gesetzlichen Bestimmungen und berührt auch die Interessen der Nachbarn und der Gemeinde. Ziele der Gesetzgebung sind Personen- und Sachwertschutz, denn Sicherheit in den Gebäuden erhöht die Sicherheit für die Nutzer.

Unter der Künstlerischen Oberleitung des Planers bzw. Architekten versteht man die Mitwirkung an der Oberleitung der Bauausführung in Hinblick auf die Überwachung der Herstellung unter Berücksichtigung des Entwurfes und der Gestaltung.

Alle Veränderungen, die während des Baus auftreten, sind laut Bauordnung im Bestandsplan einzutragen. Beantragte Förderungen richten sich nach den tatsächlichen Zahlen und können unter Umständen rückgefordert werden.