Bauwerksabdichtung - Schwachstellen beim Hausbau

Wer beim Hausbau alles richtig macht, kann ruhig schlafen. Hier erfahren Sie, worauf Sie bei der Errichtung Ihres Traumhauses besonders achten müssen. Anschlüsse, Durchdringungen und Fugen sind die größten Schwachstellen.

Wasser und Feuchtigkeit können einem Gebäude massiv zusetzen. Man muss also schon vor Baubeginn wissen, in welcher Höhe sich etwas der Grundwasserspiegel befindet, ob Hangwasser drücken könnte und ob der Boden durchlässig ist, Wasser also abfließen kann. Ein geologisches Bodengutachten ist von Vorteil, wenn die Gegebenheiten nicht definitiv bekannt sind.

Gut planen, Zeit nehmen

Gut Ding braucht Weile – Dieses Sprichwort hat durchaus seine Berechtigung. Ein wesentlicher Punkt Fehlerquellen auszuschalten ist nämlich, keinen Zeitdruck aufzubauen. Planung, korrekte Ausführung und eventuelle Austrocknung vor Weiterbearbeitung erfordern eben Zeit.

Ebenfalls wichtig ist, den Arbeitern genügend Platz zur Verfügung zu stellen. Der Aushubraum sollte also mindestens ein Meter je Seite breiter sein, als das geplante Gebäude. Ein zu enger Arbeitsgraben erschwert die Arbeit und gefährdet die Arbeiter.

Für die spätere Dichtheit eines Gebäudes ist die Qualität der Betonierarbeiten von größter Wichtigkeit. Beachten Sie speziell die Ebenheit, die Oberflächenfestigkeit, die Haftfähigkeit sowie die Ausarbeitung von Rundungen und Ecken usw. scharfe Kanten, spitze Steinchen, Grate oder Rippen und Löcher in der Oberfläche verhindern eine sichere Abdichtung und erfordern eine zusätzliche Ausgleichsschicht.

Auch der Anschluss der Wand an die Fundamentplatte könnte eine Schwachstelle darstellen. Die korrekte Ausführung einer Hohlkehle sollte Bedingung sein, Abdichtstreifen sind nur die zweitbeste Lösung.

Betonwandoberflächen dürfen nicht zu glatt ausgeführt werden, da sonst die Abdichtung ins Rutschen gerät. Gegebenenfalls müssen sie aufgeraut, eventuell sandgestahlt werden.

Anschlüsse, Durchdringungen und Fugen…

…stellen die größten Schwachstellen im Hausbau dar. Zum Glück hat die Industrie aber Produkte für geeignete Anschlusskonstruktionen, beispielsweise Klebe,- Klemm,- oder Anschweißflansche, Dichtungsmanschetten u.ä.m. entwickelt. Auch Kunststoffrohrdurchführungen, die einbetoniert werden, stehen zur Verfügung und werden vor allem im Zusammenspiel mit „Weißen Wannen“ verwendet.

Sämtliche Abdichtungen müssen gegen mechanische Beanspruchung und Witterungseinflüsse mittels Schutzschichten oder andere geeignete Maßnahmen dauerhaft geschützt werden! Im Kellerbereich könnte dies beispielsweise die Perimeterdämmung übernehmen, die auch gleich als Wärmeschutz fungiert und ihrerseits wieder mit einer Noppenbahn zu schützen ist, die das Einschlemmen von Feinteilen in die Perimeterdämmung verhindern kann.

Abdichtungsbahnen…

… müssen immer versetzt verlegt (ähnlich einem Laminatboden) und vollflächig verklebt werden, die Überlappungen mindestens zehn Zentimeter betragen und fest angedrückt werden.

Selber schuld!

Kann der Arbeitsgraben endlich geschlossen werden, ist noch ein Parameter zu bedenken: Das Verfüllmaterial sollte nicht aus Bauschutt oder Restmaterialien bestehen. Dafür sollte ausschließlich Schotter oder Kies verwendet werden, um Niederschlagswasser schnell versickern zu lassen. Der Arbeitsgraben ist als Endlager für Bauschutt oder Restbetonmengen völlig ungeeignet. Regenwasser kann so nicht ungehindert versickern, es entsteht erhöhte Bodenfeuchtigkeit und drückendes Wasser. Darauf ist die Abdichtung in der Regel nicht ausgerichtet, sie wird beschädigt und die Feuchtigkeit kann ins Mauerwerk eindringen. Folgeschäden sind programmiert.

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser!

Bei der Auswahl der verwendeten Baumaterialien sollte das Hauptaugenmerk auf der Qualität liegen. Billig gekauft ist hier immer teuer. Und: achten Sie immer darauf, ob auch das verbaut wird, was Sie bezahlen! Nicht jeder Bauunternehmer arbeitet seriös und der Leidtragende ist immer der Bauherr.

Tipps

Verwenden Sie immer Präparate, wie Kleber, Anstriche usw. aus einem System, damit diese chemisch aufeinander abgestimmt sind. Andernfalls kann es zu Unverträglichkeiten kommen, Kleber verlieren ihre Klebkraft und Anstriche können ihre Wirksamkeit einbüßen, im schlimmsten Fall sich sogar auflösen.

Achten Sie auf die sachgemäße Lagerung der Baustoffe! Speziell Dichtungsbahnen, Klebstoffe, Anstriche usw. erfordern eine bestimmte Lagerung bzw. Lagertemperatur, um die Eigenschaften zu erhalten. Auch die Verarbeitungstemperatur kann wichtig sein. Kontrollieren Sie daher immer, ob die entsprechenden Empfehlungen auch eingehalten werden!


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Datum: 11.02.2014

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