Fertighäuser von Architekten planen lassen

Die Jahre, in denen Fertighäuser in Architektenkreisen verpönt waren, sind vorüber. Heute widmen sich wieder mehr junge Architekten ganz ohne Berührungsängste der Planung und Gestaltung von Fertighäusern.

Die ersten Fertighäuser entsprangen den Köpfen findiger Architekten, die durch die Möglichkeit der Vorfertigung Bauzeit und -arbeit einsparen wollten. Dann kamen die Jahre, in denen Fertigbauten in Architektenkreisen gemieden wurden. Doch neuerdings bahnt sich wieder eine zarte Verbindung an.

Lange Entwicklung

Die Fertighausbranche hat eine Reihe von Entwicklungen durchgemacht. Wurde sie anfangs noch hoch gefeiert und als Problemlöser der Nachkriegszeit gepriesen, galt sie – durchaus zu Recht – viele Jahre lang als architekturfeindlich, uniform, schlicht hässlich. Das Haus von der Stange eben, das keiner so richtig wollte, dennoch von einigen gekauft wurde, weil es schneller zu errichten und günstiger war als ein individuell geplantes und gebautes Gebäude.

Vom Hass- zum Prestigeobjekt

Architekten empfanden früher das Fertighaus wie Pest und Cholera. Aber nichts ist so sicher wie der Wandel – die Häuser wurden schöner, besser und vielfältiger. Hausanbieter und Architekten näherten sich an und dann geschah etwas ganz und gar Unerwartetes. Stararchitekten planten Häuser, die in Fertigteilbauweise errichtet werden sollten. Sozusagen das Designhaus für Familie Österreicher. Plötzlich fanden sich futuristische Hausmodelle in den mittlerweile aufstrebenden Fertighausparks und Otto Normalverbraucher staunte. Aber kaufen wollte diese Häuser niemand. Für Herrn Biedermann waren sie zu abgefahren und zu teuer, denn die Top-Architekten wechselten zwar das Genre, nicht aber ihre Honorarvorstellungen. Umgekehrt wollten die Interessenten, die sich solche Extravaganz leisten konnten und wollten, nicht mit einem Haus bedient werden, das sich theoretisch auch der Nachbar kaufen konnte. Die wollten Exklusivität. Und so wandten sich die Stararchitekten wieder ihrer Stammklientel zu.

In letzter Zeit machen zumindest junge Architekten wieder einen Schritt auf das Typenhaus zu – etwas zwiegespalten aber, denn verdienen lässt sich damit scheinbar nicht allzu viel und mit der eher anonymen
Architektur der Fertighausbranche lässt sich auch kein eigenes Image aufbauen.

Die Aufgaben des Architekten

Abhängig davon, ob es sich um ein Fertighaus/Typenhaus handelt, bei dem die grundsätzlichen Planungen bereits vorhanden sind und nur mehr adaptiert werden müssen, oder ob ein neues Haus völlig individuell geplant werden muss, dann aber vom Fertighausanbieter vorgefertigt wird, ist der Aufwand des Architekten sehr unterschiedlich.

Soll neu geplant, also bei der Grundlagenermittlung begonnen werden, liefert der Architekt alle Basisinformationen, die für den Bau notwendig sind, einen Vorentwurf, einen endgültigen Entwurf bis hin zu den detaillierten Bauvorlagen, die für einen Bauantrag erforderlich sind. Es folgen die Ausführungs- und Detailplanung. Ist die Vorfertigung und Zusammenarbeit mit einem bestimmten Fertighausproduzenten beschlossene Sache, fallen die sonst nötigen Ausschreibungen und Kalkulationen weg. Die Kostenkontrolle und Bauüberwachung kann dennoch wieder im Aufgabenbereich des Architekten liegen – das ist Vertragssache.

Die Baugesetze sehen Planer mit entsprechender Ausbildung und Befugnis jedenfalls zwingend vor, da es sich bei der Planung eines Gebäudes um eine Tätigkeit handelt, welche erheblich öffentliche (z. B. Stadtbild, Standsicherheit) und private (z. B. gesundheitliche) Interessen berührt. Planen verlangt hohe fachliche Erfahrung und Kompetenz, systematisches Vorgehen und vorausschauendes Denken. Ein wichtiger Faktor ist die Zeit. Erst wenn alle wesentlichen Details durchdacht und erarbeitet wurden, ist weitgehende Sicherheit auch in qualitativer, kostenmäßiger und terminlicher Hinsicht gegeben. Mögliche Fehlerquellen können durch sorgfältige Planung ebenfalls minimiert werden.

Besonders wichtig ist die stetige Kommunikation mit dem Planer sowohl bei der Planung als auch auf der Baustelle. Achten Sie als Bauherr also darauf, so vermeiden Sie kostspielige und zeitraubende Missverständnisse.


Autor:

Datum: 29.08.2013

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