Barrierefreies Planen und Bauen ist ein "must"

Beim Expertengespräch der Austrian Standards war man sich einig, dass barrierefreies Bauen die Lebensqualität aller steigert. Dazu leisten Normen "einen wichtigen Beitrag zur Selbstständigkeit", sagt etwa Michael Bednar vom BMASK.

Hohe Stufen, fehlende Handläufe oder schlecht gekennzeichnete Glastüren schränken nicht nur die Mobilität von Menschen mit Geh- oder Sinnesbehinderungen ein, sondern auch jene von älteren Personen oder Eltern mit Kinderwägen. Deshalb ist Barrierefreiheit ein Thema, das alle Menschen betrifft, nicht zuletzt auch auf Grund der demografischen Entwicklung, waren sich Experten beim Informationsgespräch der Austrian Standards einig, bei dem auch über die Bedeutung der Normen für barrierefreies Bauen diskutiert wurde.

Barrierefreiheit steigert Lebensqualität

Barrierefreies Planen und Bauen sei grundsätzlich nicht "nice to have" sondern ein "must", betonte Hans Wiesinger, beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger und Berater. "Barrierefreies Bauen steigert den Komfort und die Sicherheit und damit die Lebensqualität aller Menschen. Es muss zum Standard und somit zur Selbstverständlichkeit werden. Denn schon im Hinblick auf die demografische Entwicklung können wir es uns nicht mehr leisten, nicht barrierefrei zu bauen", so der Experte.

Selbstständig Dank Normen

Die ÖNORMEN B 1600 bis B 1603 legen die Standards für die barrierefreie Gestaltung der gebauten Umwelt fest. Michael Bednar, Referent der behindertenpolitischen Grundsatzabteilung im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK): "Normen, die diese Aspekte berücksichtigen und barrierefreie Mindestanforderungen beinhalten, leisten einen wichtigen Beitrag zur Selbstständigkeit von behinderten Menschen und entlasten auch Personen, die vorübergehend mobilitätsbeeinträchtigt sind."

Normen sind "qualifizierte Empfehlungen"

Elisabeth Stampfl-Blaha, Direktorin von Austrian Standards, betont, dass Normen per se nicht verbindlich, sondern qualifizierte Empfehlungen seien. "Ob ein Gebäude barrierefrei gestaltet werden muss, entscheidet der Gesetzgeber oder der Bauherr. Wie man es aber klug und nach neuestem Stand der Technik barrierefrei gestalten kann, das sagt die Norm."

Praxishandbuch als Anleitung

"Um weitgehend diskriminierungsfreie Strukturen zu verwirklichen, sind viele Details zu beachten. Für Planende und Bauherren ist das nicht so einfach", sagt Maria R. Grundner, Autorin des Handbuchs "Barrierefreies Planen und Bauen in Österreich". Nicht zuletzt deshalb habe sie ihre aktuelle Publikation verfasst, eine Anleitung, wie die Standards für verschiedene Gebäude und Anlagen anzuwenden sind.

Austrian Standards © Austrian Standards

Für Hans Wiesinger, beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger und Berater zum Thema Barrierefreiheit, darf barrierefreies Bauen keine Sonderlösung sein, sondern muss die Grundlage für die Gestaltung des gesamten Lebensraums darstellen.


AutorIn:

Datum: 09.12.2013

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Bauplanung

Er kümmert sich um das gesamte Bauprojekt, von den ersten Planungsschritten über die Ausschreibung bis zur Preiskontrolle. Hier im Detail, was ein Bauprojektmanager für Sie zu tun hat.

Der Platzbedarf des Einzelnen ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Während noch 35 Quadratmeter pro Mensch gerechnet wurden, sind es heute schon 45 Quadratmeter. Aber: der Trend kehrt sich um.

Haben Sie einen Plan? Wenn Sie den für Ihr Traumhaus benötigen, helfe ich gerne dabei. Holzhaus oder Massivhaus? Niedrigstenergiehaus oder Passivhaus? Ich konzipiere Ihr Kleingarten(wohn)haus, Ihr Einfamilienhaus oder auch Mehrfamilienhaus maßgeschneidert auf Ihre Bedürfnisse angepasst abgestimmt mit Architekten, Fertighausunternehmen, Zimmereiunternehmen, Bauträgern oder Baumeistern.

Mit dem Bauwerkvertrag wird dem Bauunternehmer der Auftrag erteilt, die im Bauwerkvertrag näher beschriebenen Leistungen verbindlich zu erbringen. Er ist mindestens so wichtig wie ein Kaufvertrag.

Es ist eines der Dinge, von denen die meisten Menschen träumen: ein eigenes Haus bauen oder bauen lassen. Eventuell auch nur eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, aber dennoch: etwas Eigenes. Wie bei allen Träumen kann auch bei diesem einiges schief gehen, sind die Fallstricke doch um deutlich gefährlicher, wenn es um Gesamtsummen von mehreren Zehn- oder Hunderttausend Euro geht als bei kleinen Ausbesserungs- oder Renovierungsarbeiten.

Die IG Lebenszyklus Hochbau hat einen neuen Leitfaden für Bauherren veröffentlicht. Erklärtes Ziel: Das ökologische, ökonomische und soziale Gesamtverständnis der Bauherren schärfen, sowie Transparenz und Fairness schaffen. Und das, indem die Verantwortungsbereiche und Strategie für die Umsetzung eines Bauprojekts eindeutig definiert werden.

Die Jahre, in denen Fertighäuser in Architektenkreisen verpönt waren, sind vorüber. Heute widmen sich wieder mehr junge Architekten ganz ohne Berührungsängste der Planung und Gestaltung von Fertighäusern.

Was für Profis gang und gebe, sollte auch für Heimwerker und Bastler eine Selbstverständlichkeit sein: schützende Bekleidung, von Helm und Brille bis zu den Sicherheitsschuhen – nichts davon ist überflüssig.

Beim Thema Nachhaltigkeit geht es oft "nur" um eine Minimierung des Schadens den wir der Umwelt zufügen. Ökoeffektivität hingegen zielt auf eine Maximierung des Nutzens ab, den Objekte und Produkte für die Umwelt haben (könnten).