Bauen mit Holz: Qualitätskriterien

Der Holzbau hat in Europa eine lange Tradition. Die waldreichen Gebiete in Mitteleuropa, Russland und dem skandinavischen Raum waren früher geprägt von Holzhäusern. Worauf es beim Bauen mit Holz ankommt.

Wenn Sie mit Holz bauen wollen, sollten Sie sich auf jeden Fall bei den PlanerInnen und Ausführenden über die folgenden Qualitätskriterien erkundigen, die für einen qualitativ hochwertigen Holzbau stehen:

Brandschutz

Unter Brandschutz sind alle präventiven Maßnahmen zu verstehen, die im Falle eines Feuers für so wenig Schaden wie möglich sorgen. Regulierende Verordnungen den Brandschutz betreffend sind die OIB Richtlinie 2 einerseits und die ÖNORM B3806 („Anforderungen an das Brandverhalten von Bauprodukten“) sowie die ÖNORM EN 13501 („Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten“andererseits. Wichtig: Für den Holzbau dürfen nur Produkte verwendet werden, deren Verhalten im Brandfall mittels eines speziellen Klassifizierungsberichtes oder durch Eurocode-Berechnung dokumentiert wurde.

Schallschutz, Trittschallschutz

Ein zu geringer Luftschallschutz bei Wandkonstruktionen (mindestens 43 dB) und opaken (nicht lichtdurchlässigen)  Bauteilen, sowie ein zu geringer Trittschallschutz bei Deckenkonstruktionen werden beim Holzbau besonders oft kritisiert. Mit einer doppelten Beplankung auf beiden Seiten, der Entkoppelung von Holz- und Metallständern und Platten, einer Verwendung von Dämmstoffen mit höherem spezifischen Strömungswiderstand und der perfekten Abdichtung der Bauteilanschlüsse wird eine schalltechnische Verbesserung erreicht.

Von erhöhtem Trittschallschutz wird gesprochen, wenn der maximal zulässige Standard um mindestens 5 dB reduziert wird. Maßnahmen dafür: Die Erhöhung der Masse durch Betonplatten oder Sandschüttungen (Achtung Statik!); federnde und dämpfende Bodenbeläge wie Teppich; Trittschalldämmplatte unter dem Trockenestrich; lückenlose Verlegung von Winkelrandstreifen; abgehängte Deckensysteme; Hohlraumdämmung und eine doppelte Beplankung oder auch die Kombination mehrerer dieser Maßnahmen.

Sommerlicher Hitzeschutz

Es geht darum, durch bauliche und konstruktive Maßnahmen die mechanische Kühlung auf ein Minimum zu reduzieren oder gänzlich zu vermeiden. Dazu gehört eine entsprechend wirksame Speichermasse, gute Beschattungsplanung, das richtige Lüften.

Wärme- und Feuchteschutz

Dauerhaft trockenes Holz ohne Chemie, das ist Ziel des baulichen Feuchteschutzes. Erreicht wird er dadurch, dass keine Feuchtigkeit von außen eindringen kann (große Dachüberstände!) und dass selbige, falls doch eingedrungen, so schnell wie möglich wieder nach außen wegtrocknen kann. Maßnahmen: wind- und luftdichte Gebäudehülle, dampfdiffusionsoffene Konstruktion nach außen , Dampfbremsenabstimmung mit Windschutz- und Schalungsbahn, Verzicht auf hygroskopische Dämmstoffe und die korrekte Holzfeuchte von 12 % bei Einbau.

U-Wert & HWB

Bei Bauteilen aus inhomogenen Schichten ist es vorgeschrieben, dass der so genannte mittlere U-Wert angegeben wird. Denn nur so wird der tatsächliche Wärmeverlust von Bauflächen mit unterschiedlichen Materialien dargestellt. Achtung also bei der Angabe von U-Werten nur in der Dämmstoffebene!


AutorIn:

Datum: 20.11.2017

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Baustoffe

Puristisch, avantgardistisch, ästhetisch und edel oder kühl, grau und langweilig industriell? Die Meinungen über Sichtbeton gehen auseinander bei Architekten, Bauherren, Ausführenden und Bewohnern. Wir schauen uns das Material genauer an.

Umweltzeichen garantieren die Erfüllung von Richtlinien hinsichtlich Umweltschutz und Gesundheit. Wir erklären Ihnen die wichtigsten österreichischen Siegel.

Das Baumaterial Holz liegt im Trend. Neue technische Entwicklungen machen völlig neue Formen der Gestaltung möglich. Eine Ausstellung zeigt Beispiele nationaler und internationaler Holzbau-Projekte.

Erst vor etwa 15 Jahren entdeckte das erwachende Umweltbewusstsein den Baustoff Lehm als biologisches Baumaterial wieder. Lehmbaustoffe bilden lebendige, schöne, nach Wunsch gestaltbare Oberflächen und können mit jeder Art von Naturfarbe gestrichen werden.

Seit 9.000 Jahren bis ins 19. Jahrhundert hinein war Bauen mit Lehm eine anerkannte und weitverbreitete Bautechnik. Mit der zunehmenden Industrialisierung bekam Lehm einen schlechten Ruf. Eigentlich zu Unrecht.

Vor über 100 Jahren erfunden, erst in den 1980er Jahren wiederentdeckt: Bauen mit Stroh schützt die Umwelt, ist kostensparender als andere Bauarten und kann auch von Laien leicht erlernt werden.

Ziegel sind das älteste vorgefertigte Bauelement und wurde bereits von Menschen der Jungsteinzeit verwendet. Heutzutage werden Planziegel computergesteuert, auf den Millimeter genau plan geschliffen.

Zement wird mit Wasser angerührt, erstarrt selbständig und bleibt auch unter Wasser fest. Wichtige Anwendungsgebiete sind die Herstellung von Mörtel und Beton. Bei der Verarbeitung müssen Handschuhe und Brille getragen werden.