Bauen mit Stroh

Vor über 100 Jahren erfunden, erst in den 1980er Jahren wiederentdeckt: Bauen mit Stroh schützt die Umwelt, ist kostensparender als andere Bauarten und kann auch von Laien leicht erlernt werden.

Stroh ist sicher einer der ökologischsten Baustoffe überhaupt: Stroh wird aus dem Abfallprodukt eines nachwachsenden regionalen Rohstoffes (Getreide) gewonnen und ist vollständig biologisch abbaubar. Der Strohballenbau ist arbeitsintensiver, dafür aber kostensparender – im Vergleich mit herkömmlicher Bauweise. Bis zur ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts war ein Strohdach durchaus üblich, nahm dann aufgrund der Brandgefährdung ab. Der Strohballen als Baustoff wurde um ca. 1890 von US-amerikanischen Siedlern in Nebraska entdeckt. Aus Materialnot errichteten sie Gebäude aus Strohballen und waren positiv überrascht: Sowohl in der Hitze des Sommers, als auch der Kälte des Winters bewährten sich diese Häuser – manche stehen noch heute.

S-House © S-House

S-House in Böheimkirchen: Holzständerwandsystem mit Strohdämmung. Das Haus fungiert als Zentrum für nachwachsende Rohstoffe und nachhaltige Technologien im Baubereich.

Gute Wärmedämmung

Diese dann in Vergessenheit geratene Bauweise wurde erst in den 1980er Jahren von der ökologischen Baubewegung wiederentdeckt und in alle Welt verbreitet. Zahlreiche Niedrigenergie- und Passivhäuser sind mit diesem Baustoff, der eine gute Wärmedämmung aufweist, seither gebaut worden. Landwirtschaftliche Ballenpressen stellen die Strohballen für den Hausbau her. Die Ballen enthalten reines Stroh sowie Bindeschnüre, keine sonstigen Zusätze. Im Strohballenbau wird zwischen tragender und nichttragender Bauweise unterschieden: der Nebraska-Stil und die Holzständerbauweise.

Laien bevorzugen den Nebraska-Stil

Der Nebraska-Stil lässt sich auch von Laien leicht erlernen. Dabei werden die Strohballen wie Ziegel aufeinandergesetzt und tragen auch das Dach. Bei der Holzständerbauweise werden die Strohballen in ein tragendes Gerüst aus Holz oder Beton eingebettet. Da feucht gewordene Strohballen ihre Dämmwirkung verlieren und zu verfaulen beginnen, muss auf einen ausreichenden Dachüberstand sowie eine Feuchtigkeitssperre gegenüber dem Boden geachtet werden. Der ideale Putz besteht aus Kalk mit einem Lehmabrieb, der eindringende Feuchtigkeit gut aufnehmen und schnell wieder abgeben kann.


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Datum: 17.04.2012

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