Alles über Beton - Baustoff des 21. Jahrhunderts

Der Baustoff Beton ist mit Innovationen wie dem selbstreinigenden Beton, Lichtbeton oder selbstverdichtenden Beton im 21. Jahrhundert angekommen und aktuell wie nie zuvor.

Der oft titulierte "Baustoff des 20. Jahrhunderts" ist mit Innovationen wie dem selbstreinigenden Beton auch im 21. Jahrhundert aktuell wie nie zuvor. Nach einem Entwurf des US-Architekten Richard Meier entstand in Rom 2003 die Kirche Dives in Misericordia (siehe Bild) aus weißem, mit Titandioxid angereichertem, selbstreinigenden Beton. Die Wände des Gebäudes behalten dauerhaft ihr makelloses Weiß.

Beton wird aus Zement, Gesteinskörnung und Wasser hergestellt. Zur besseren Verarbeitung werden oft Betonzusatzstoffe und -zusatzmittel beigemischt. Mit Betonstahl wird Stahlbeton hergestellt, werden Fasern aus Stahl, Glas oder Kunststoff zugesetzt wird Faserbeton oder Stahlfaserbeton daraus.

Shutterstock © Shutterstock

Kirche Dives in Misericordia

Eine gute Wärmedämmung und leichte Verarbeitung zeichnet auch Leichtbeton aus. Die Nachteile von Leichtbeton: nicht für die Verwendung in Außenwänden geeignet, geringe Tragfähigkeit. Leichtbeton hat ein Gewicht von nur 800 und 2000 kg/m³. Normaler Beton wiegt dagegen zwischen 2000 bis 2600 kg/m³. Die untere Grenze für Leichtbetone liegt im Moment bei rund 350 kg/m³.

Solche Werte werden durch Beimischung von Gesteinskörnern, die feinste Luftporen enthalten, erreicht. Fertigelemente aus Leichtbeton verkürzen die Bauzeit und erleichtern den Transport.

Ziegelwerk EDER GmbH & Co KG © Ziegelwerk EDER GmbH & Co KG

Lichtbeton

Wesentliche Betonsorten

  • Stahlbeton: Besteht aus Beton und Bewehrungsstahl und wird bei Stellen, die einer hohen Zugbeanspruchung ausgesetzt sind, verwendet.
  • Faserbeton: Zur Verbesserung der Zugfestigkeit werden Fasern aus Glas, Stahl, Kunststoff oder Kohlenstoff zugemischt. Durch Verwendung eines Faserbetons, werden eventuelle Rissbildungen im Beton, die bei höheren Zugbeanspruchungen entstehen, minimiert.
  • Splittbeton: Enthält neben Zement und Wasser auch Splitt, der ihn wasserdurchlässiger macht. Der Vorteil: geringe Frostgefahr im Winter
  • Polymerbeton: Hier ersetzt ein Polymer, also ein Kunststoff, den Zement als Bindemittel. Wegen der geringen Erhärtungszeit werden mit Polymerbeton hauptsächlich bestehende Bauteile, Straßen oder Brücken saniert.
     

Neuere Betonsorten

  • Lichtbeton: Lichtdurchlässiger Beton weist einen Glasfaseranteil von drei bis fünf Prozent auf. Lichtwellenleiter im Beton ermöglichen Effekte, Kontraste und Strukturen, die durch den Beton sichtbar sind. Anwendungsmöglichkeiten: Raumteiler, Treppenstufen, Einbauten für Wellnessbereiche, etc.
  • Selbstverdichtender Beton: Enthält neben Zement und Wasser neuartige Fließmittel auf Basis von Polycarbonat Polycarboxylat-Ethern. Beim selbstverdichtenden Beton entfällt das Rütteln als Arbeitsschritt, er hat eine weichere Konsistenz und weist ein extrem gutes Fließverhalten auf. Der Vorteil liegt in einer fast porenlosen Betonoberfläche.
  • Selbstreinigender Beton: Superhydrophile Oberflächen besitzen eine mikroskopisch kleine, raue, noppenartige Struktur. Schmutzpartikel, die in der Regel größer als die Noppen sind, setzen sich auf den Spitzen der Noppen ab und werden von abfließenden Wassertropfen abgewaschen. Die Oberfläche wird durch den Einsatz von photokatalytisch wirksamen Metalloxiden oder -sulfiden, z.B. Titandioxid umgestaltet und in bestimmter Weise mit UV-Licht bestrahlt, so dass eine reinigende und schadstoffzersetzende Wirkung einsetzt.


Autor:

Datum: 18.04.2012

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