Eigenleistung am Bau – Fehler oder Sparpotential?

Es ist eines der Dinge, von denen die meisten Menschen träumen: ein eigenes Haus bauen oder bauen lassen. Eventuell auch nur eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, aber dennoch: etwas Eigenes. Wie bei allen Träumen kann auch bei diesem einiges schief gehen, sind die Fallstricke doch um deutlich gefährlicher, wenn es um Gesamtsummen von mehreren Zehn- oder Hunderttausend Euro geht als bei kleinen Ausbesserungs- oder Renovierungsarbeiten.

Von seinem Traum abhalten sollte das aber niemanden, können die Klippen im Bauherren-Dasein doch problemlos umschifft werden, wenn man sie kennt und die Situation realistisch einschätzt.

Wer´s richtig macht, hat mehr davon

Bauen ist teuer. Wie teuer, wird den meisten Bauherren erst klar, wenn die Kalkulation auf dem Tisch liegt. Auch wenn das Bestreben, den eigenen Schuldenstand möglichst niedrig zu halten durchaus verständlich ist, kann Sparen am falschen Ort schnell dazu führen, dass der Traum vom eigenen Haus zum Albtraum wird. Im Gegenzug dazu lassen sich natürlich mit den richtigen Maßnahmen die Kosten durchaus spürbar senken. Um diese Sparpotentiale zu erkennen, ist es durchaus sinnvoll, das Geld in eine Baukalkulation durch einen Architekten oder Generalunternehmer zu stecken. Der Profi kennt die häufigsten Fällen in der Baukostenkalkulation und wird schon vor Baubeginn die richtigen Fragen stellen, damit die Bauherren lange im Eigenheim glücklich sein können.

Mit der Beauftragung des Profis kann auch gleich der nächste große Fehler beim Hausbau vermieden werden: das Haus zu planen, ohne Planer zu sein. Nicht umsonst haben Architekten ein Studium absolviert. Wer sich auf Bekannte verlässt, weil die „eh schon ein Haus gebaut haben“, kann auch ganz schön schief gehen – neben rechtlichen Dingen wie dem Bebauungsplan können auch die Statik, die Bodenbeschaffenheit und die Material-Lieferzeit schnell einen Strich durch die Bauherren-Rechnung machen, der die Kosten in die Höhe und den Spaß am Eigenheim im wahrsten Sinne des Wortes in den Keller treibt. Ebenfalls unter den Top Drei der häufigsten Fehler beim Bauen: die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten.

Eigenleistung: was kann ich und was macht besser ein Profi?

Natürlich lässt sich vieles auch selbst machen, einfache Malerarbeiten oder das Verlegen eines Laminatbodens sind keine Hexerei und lassen sich mit ein wenig Geduld und Spucke auch von eher unbegabten Heimwerkern durchführen. Wenn sich ein Bauherr überlegt, welche Eigenleistungen er oder sie erbringen kann, sollten vor allem zwei Faktoren berücksichtigt werden: Wie viel Erfahrung und Geschick habe ich? Und: Wie viel kann ich damit wirklich einsparen? So macht es keinen Sinn, Arbeiten durchzuführen, die die Baufertigstellung verzögern und damit höhere Mietkosten verursachen, wenn die Arbeitszeit gleichzeitig weniger als 30 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Ebenso sollten von Sanitär- und Elektroinstallationen die Finger gelassen werden, wenn der Bauherr nicht zufällig vom Fach ist, zu hoch ist das Fehlerpotential. Dass man eine bestimmte Maschine wie zum Beispiel einen Fliesenschneider für eine Tätigkeit braucht, sollte einen dagegen aber nicht davon abhalten. Diese kann man kostengünstig zum Beispiel unter www.obi.at ausborgen und sich gleich noch wegen des Materials beraten lassen.


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