Häuser aus Holz: Der Holzriegelbau

Der Holzriegelbau ist die beliebteste und günstigste Bauweise im Holzbau. Je nach Konstruktionsart unterscheidet man Skelett- und Ständerbauweise.

Beim Holzriegelbau wird die Grundkonstruktion aus Holzbalken angefertigt. Je nachdem, ob die tragende Konstruktion aus einem Stützensystem oder aus tragenden Wänden besteht, spricht man von Skelettbauweise oder Ständerbauweise.

Der Skelettbau

Die Holzskelettbauweise ist die Weitenentwicklung des traditionellem Fachwerkbaus Fachwerkbaus. Dabei werden tragende und ausfachende Elemente getrennt eingesetzt. Die tragende Konstruktion besteht aus Stützen und Trägern, die sich oft in einer so genannten Zangenkonstruktion kreuzen. Die Aussteifungen werden aus sich diagonal kreuzenden Stahlseilen oder Wandelementen mit Plattenwirkung hergestellt. Werden für die Deckenkonstruktion Holzleimbinder verwendet, eignen sich Holzskelettbauten auch für große Hallenkonstruktionen.

Der Ständerbau

Diese Bauweise verwendet für die Tragkonstruktion beplankte Holzbalken in Wänden und Decken. Die Wände werden aus Holzbalken, die in Abständen von ca. 50 cm aufgestellt und durch diagonal angeordnete Bretterschichten bzw. Spanplatten ausgesteift werden, hergestellt. Die Decken sind analog aufgebaut: an die Ober- und Unterseite der Holzbalken wird eine Bretter- oder Plattenlage genagelt.

Diese Bauweise wurde durch die Pioniere in den USA entwickelt und stellt nach wie vor die billigste und einfachste Art dar, ein Haus zu bauen. Es werden dabei keine zimmermannsmäßigen Holzverbindungen verwendet, sämtliche Holzverbindungen werden genagelt. Wenn die Wandsteher über mehrere Geschoße verlaufen, wird die Konstruktion Balloon-Frame genannt. Sind die Wandsteher in jedem Geschoß eigene Hölzer, spricht man von Platform-Frame. Diese Konstruktion wird auch heute noch verwendet (die meisten Einfamilienhäuser in den USA sind so gebaut) und zeichnet sich durch ihre besonders gute Standfestigkeit aus.

Wandaufbau und Dämmung

Die Steherzwischenräume der Wände in Ständerbauweise werden mit einer Wärmedämmung gefüllt. Die Innenseite der Wand wird aus einer Dampfsperre, einer Lage Spanplatten und einer Gipskartonverkleidung hergestellt. Die Außenseite kann mit verschiedensten Materialien verkleidet werden. Im einfachsten Fall ist dies eine Holzschalung, auch Metallverkleidungen sind möglich.

Holzständerwände können sehr gut gedämmt werden. Durch die Anordnung von Gipskartonplatten an der Rauminnenseite ist auch der Brandschutz einfach beherrschbar. Die Schalldämmung dieser Wandkonstruktionen liegt jedoch unter den mit massiven Wänden erzielbaren Werten. Dies ist bei Einfamilienhäusern jedoch meistens von untergeordneter Bedeutung.

Hoher Vorfertigungsgrad

Gebäude in Skelettbauweise erfordern meistens keine tragenden Wandkonstruktionen. Die Wandflächen werden meist aus Fertigteilen hergestellt, die den gleichen Aufbau wie Wände der Ständerbauweise haben und auf der Baustelle nur mehr montiert werden müssen. Es ist jedoch auch möglich Wandelemente aus diversen Mischkonstruktionen wie etwa Metall oder Kunststoffelementen anzubringen.

Deckenaufbau

Bei der Ständerbauweise ist die Grundkonstruktion von Decken und Wänden die gleiche. Diese besteht aus einem Rost aus Holzbalken, die in einem Abstand von ca. 50 cm verlegt werden. Auf die Oberseite wird eine Lage Spanplatten genagelt, die eine Trittschalldämmung und einen Estrich aufnimmt. Darauf wird der gewünschte Fußbodenbelag verlegt.

Die Unterseite wird mit Gipskartonplatten verkleidet, die auch die Brandschutzfunktion erfüllen. Aufgrund des geringen Flächengewichtes ist der Schallschutz solcher Decken eher gering. Eine Verbesserung des Schallschutzes ist durch das Anbringen einer Gipskartonverkleidung auf Schwingbügeln möglich.

Die bei Skelettkonstruktionen üblichen Deckenkonstruktionen entsprechen im Wesentlichen denen der Ständerbauweise.


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Datum: 13.10.2009

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