Metallarten - Metalle, Korrosionsschutz, Lackierung

Ein Schlosser arbeitet mit Eisenmetall, z.B. Eisen, Stahl oder Edelstahl, und mit Nichteisenmetallen wie Kupfer, Messing oder Bronze. Zum Schutz vor Korrosion werden die Oberflächen veredelt, und anschließend mit der gewünschten Farbe lackiert.

Unter Metallen fasst man alle jene chemische Elemente zusammen, die eine kristalline Struktur mit metallischer Bindung besitzen. Metalle zeichnen sich durch gute Wärme- und elektrische Leitfähigkeit aus. Ihre Unterteilung erfolgt nach

  • ihrer Dichte in Leichtmetalle (Dichte bis 4,5 g/cm3 z. B. Aluminium, Beryllium, Magnesium, Titan, Zirkon) und Schwermetalle wie z.B. Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Zink (Zn), Blei (Pb), Nickel (Ni), Wolfram (W),
  • ihrer chemischen Beständigkeit in Edelmetalle und unedle Metalle und
  • in Eisen und Nichteisenmetalle (=Buntmetalle)


Nichteisenmetalle oder Buntmetall

Das ist der Sammelbegriff für alle Metalle außer Eisen.
Dazu gehört u.a. Kupfer mit seinen Legierungen, Zink, Blei, Nickel, Zinn, Chrom, u.a. Bei Kupferlegierungen unterscheidet man: Messing (Kupfer-Zink-Legierung ggf. mit Blei und anderen Zusätzen), Tombak (Messing mit über 67 % Kupfer), Bronze (Kupfer und Zinn), Rotguß (Kupfer, Zink und Zinn).

Grundstoff Eisen

Eisen hat eine Dichte von 7,86 g/cm3, einen Schmelzpunkt bei 1536°C und seinen Siedepunkt bei ca. 3070°C. Vorkommen in Erzen als Oxid und Carbonat, wie z.B. Magneteisenstein, Roteisenstein etc. Unter Roheisen versteht man Eisenlegierungen mit einem C-Gehalt von mehr als 2,0 % C, wobei flüssiges Roheisen zu Stahl und Gußeisen weiterverarbeitet wird.

Stahl

Stahl ist eine Sammelbezeichnung für alle schmiedbaren Eisenwerkstoffe mit einem Kohlenstoff-Gehalt unter 2%. Je nach ihrem Gehalt an weiteren Legierungselementen unterscheidet man unlegierten und legierten Stahl.

Durch Veränderung der Zusammensetzung und durch Beigabe von Elementen werden die Eigenschaften von Stahl verbessert: so steigert die Zugabe von Kohlenstoff oder Chrom die Härte, Chrom oder Nickel die Korrosionsbeständigkeit, usw.

Edelstahl

Edelstähle sind hochwertige Stahlmischungen, die einen hohen Reinheitsgrad besitzen und ob ihrer gleichmäßigen Eigenschaften für die Wärmebehandlung bestimmt sind.
Dabei unterscheidt man Edelstähle nach

  • ihre Eigenschaften wie z.B. chemisch beständige, hitzebeständige, hochwarmfeste, schweißgeeignete Stähle, Stähle mit besonderen physikalischen oder magnetischen Eigenschaften etc. oder
  • ihrer Verwendung wie z.B. Bau-, Maschinenbau-, Werkzeug-, Schnellarbeits-, Wälzlagerstähle etc.


Nirosta, Nichtrostende Stähle

Nichtrostende Stähle sind legierte Edelstähle mit einem Chrom-Gehalt von mindestens 10,5% und einen Kohlenstoff-Gehalt von max. 1,2%. Damit ist Nirosta (Bezeichnung einer geschützten Marke) besonders beständig gegen chemisch angreifende Substanzen.

Verwendungsformen

Neben der Unterscheidung der Erzeugung nach warmgewalzten und kaltgewalzten Erzeugnissen werden folgende Produkte erzeugt und bei Schlosserarbeiten verwendet:

  • Flacherzeugnisse wie Bleche, Bänder, Bandstahl, Breitflachstahl, ...
  • warm- und kaltgewalzte Flacherzeugnisse mit Oberflächenveredelung
  • Profilierte Bleche
  • Langerzeugnisse wie Walzdraht, gezogener Draht, Stäbe, gerippter und profilierter Beton- oder Spannstahl, warmgewalzte Profile, geschweißte Profile, Kaltprofile, Rohre, ...


Korrosion

Korrosion ist die Schädigung und Zerstörung von Metallen durch

  • chemische Reaktion z.B. durch Gase und auch in Verbindung mit mechanischer Beanspruchung oder
  • elektrochemische Reaktion z. B. durch Wasser, Säuren od. Basen.
     

Korrosionsschutz wird durch das Aufbringen von dichten Beschichtungen und Überzügen mit z.B. Zinn, Zink etc. erzeugt.

Oberflächenveredelung

Zum Schutz gegen Korrosion werden die Oberflächen durch spezielle Verfahren veredelt:

  • Verzinnen: Durch Schmelztauchverfahren oder durch elektrolytische Abscheidung von Zinn wird eine Zinnauflage bis 40 µm Dicke erzeugt (Weißblech)
  • Feuerverzinken: Im Tauchverfahren bei Temperaturen zwischen 440° und 465°C wird ein Zinküberzug von ca. 3,0 mm, bei Sonderverfahren auch bis 15 mm, auf die Stahloberfläche aufgebracht. Dabei muß die Zinkschichte gut haftend und deckend sein, ohne Blasen und ohne Poren aufgebracht werden und kann an der Oberfläche grau glänzend, matt oder zinkblumig sein.
  • Spritzverzinken eignet sich primär für Ausbesserungsarbeiten auf der Baustelle
  • Anodisierung (Eloxierung ist Oxidieren von Aluminium-Oberflächen ) von Aluminium gemäss ÖNORM C 2531
  • Sonderbeschichtungen wie z.B. Brandschutzbeschichtung etc.
  • Sonstige Oberflächenbehandlungen wie z. B. Kunststoffbeschichten, Pulverbeschichten, Emaillieren, Verchromen, Verkupfern und andere galvanische Verfahren


Farb-Flächen

Um der Oberfläche die entsprechende Farbe zu geben, werden die Teile üblicherweise entweder

  • einbrennlackiert
  • pulverbeschichtet
  • Farb-Beschichtung im Zuge der Malerarbeiten


Dabei sollte vorab festgelegt werden, welcher

  • Farbton, z.B. aus der RAL-Farbskala,
  • Glanzgrad (von stumpfmatt bis glänzend) und
  • Oberflächenstruktur (glatt, feinhammerschlag, Orangenhaut etc.)

gewünscht wird.


Autor:

Datum: 29.03.2010

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