Nässeschutz - Schutz vor Wind und Wetter

Ein Gebäude muss nicht nur vor Regen und Bodenfeuchtigkeit schützen, es muss auch die durch die Bewohner abgegebene und verursachte Feuchtigkeit so an die Umwelt abgeben, dass das Gebäude selbst keinen Schaden nimmt.

Bauen ist und war schon immer Schutz vor Wind und Wetter. Ein Gebäude muss nicht nur vor Regen und Bodenfeuchtigkeit schützen, es muss auch die durch die Bewohner abgegebene und verursachte Feuchtigkeit so an die Umwelt abgeben, dass das Gebäude selbst keinen Schaden nimmt.

Die Bewohner verursachen ein Ansteigen der Feuchtigkeit im Inneren eines Gebäudes indem sie durch die Atmung Wasserdampf an die Luft abgeben. Es entsteht weiterer Wasserdampf durch alltägliche Tätigkeiten wie Baden, Kochen, Geschirr abwaschen, Wäsche trocknen etc.

Luftfeuchtigkeit
Feuchte ist Wasserdampf - unsichtbares Gas, welches durch Verdunstung von Wasser entsteht. Man spricht von "gesättigter Luft", wenn die Luft eine bestimmte Menge an Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf aufgenommen hat (Maximale Sättigung der Luft, absolute Luftfeuchtigkeit).

Je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann von ihr aufgenommen werden. Somit ist im Sommer die Luft feuchter als im Winter. Die Luft kann z. B. bei +20° C ca. 17,3 g/m3 Feuchtigkeit aufnehmen, bei +10° C ca. 9,4 g/m3 Feuchtigkeit aufnehmen und bei 0° C nur mehr ca. 4,86 g/m3.

Die relative Feuchtigkeit der Luft gibt den Prozentsatz der wirklich vorhandenen Feuchtigkeitsmenge im Verhältnis zum maximalen Sättigungsgehalt (absolute Luftfeuchtigkeit) der Luft an. Bei + 22° C Lufttemperatur und 100 % relativer Luftfeuchtigkeit enthält die Luft 19,4 g Wasserdampf je m³ , bei 60 % relativer Luftfeuchtigkeit enthält die Luft 11,64 g Wasserdampf je m³

Taupunkt
Wird warme Luft abgekühlt, so steigt der Luftfeuchtigkeitsgehalt zuerst bis zur Sättigung der Luft an, danach muß die Luft Wasserdampf in Form von Tauwasser oder Nebel ausscheiden. Bei Oberflächentemperaturen, die unter dem Taupunkt eines Raumes liegen, kommt es zur sichtbaren Kondensationsbildung.

Die Folge sind Tapetenablösung, Schimmelbildung, Schwarzwerden des Putzes etc. Bei einer Raumlufttemperatur von + 22° C und einer relative Luftfeuchtigkeit 50 %, so beträgt die Taupunkttemperatur + 11,1° C.

Nachfolgend eine Aufstellung über die Lufttemperatur und verschiedene Werte der Luftfeuchtigkeit und Taupunkten

Temp.r. L. / Tpr.L. / Tpr.L. / Tpr.L. / Tp
°C40%50%60%70%
259,22 / 10,511,53 / 13,913,83 / 16,716,14 / 19,1
248,72 / 9,610,90 / 12,913,80 / 15,815,26 / 18,2
238,22 / 8,710,28 / 12,012,33 / 14,814,39 / 17,2
227,76 / 7,89,70 / 11,111,64 / 13,913,58 / 16,3
217,34 / 6,99,18 / 10,211,01 / 12,912,85 / 15,3
206,92 / 6,08,65 / 9,310,38 / 12,012,11 / 14,4
196,52 / 5,18,15 / 8,39,77 / 11,111,40 / 13,4
186,14 / 4,27,68 / 7,49,22 / 10,110,75 / 12,5

Wasserdampfdiffusion
Unter der Wasserdampfdiffusion versteht man das Strömen der Wassermoleküle von dem Ort einer höheren Feuchtigkeitskonzentration zu dem Ort einer geringeren Konzentration. Ursache für die unterschiedliche Konzentration kann entweder in einem Temperaturunterschied oder in einer unterschiedlichen relativen Luftfeuchte zwischen innen und außen bestehen.

Normalerweise findet die Wasserdampfdiffusion von der wärmeren zur kälteren Bauteilseite statt. Das heißt im Winter von innen nach außen und im Sommer umgekehrt von außen nach innen.

Dampfsperre
Eine Dampfsperre hat die Aufgaben, die Wanderung des Wasserdampfes dort zu unterbrechen, wo der Wasserdampf noch nicht so weit abgekühlt ist, das Kondenswasser auftritt. Die Dampfsperre muß an der warmen Seite von Dämmungen angebracht werden.

Sie besteht aus Stoffen, die einen hohen µ- Wert haben wie z.B. Bitumenpappe, Metallfolien oder Kunststofffolien.


Autor:

Datum: 11.09.2010

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