Innenwände dämmen: So wird das was

Ist Ihre Fassade denkmalgeschützt, „erhaltenswert“ oder wird das betreffende Gebäude nur selten genutzt, kommt eine Außendämmung nicht infrage. Es muss von innen gedämmt werden. Wir haben die Schritt-für-Schritt Anleitung für Sie.

Eine Innendämmung besteht aus mehreren Komponenten und wird wie der herkömmliche Trockenbau verarbeitet, indem auf einem Raster aus Holz oder Metall der Dämmstoff montiert wird. Dann folgt eine Dampfsperre und schließlich die Innenverkleidung (z. B. Gipskarton-, Gipsfaser- oder Holzplatten). Um Baufehler wie Wärmebrücken zu vermeiden und eine möglichst hohe Wärmespeicherfähigkeit zu erzielen, müssen Sie die Be- und Verarbeitungsrichtlinien genau beachten!

Günstiger und einfacher anzubringen

Innendämmungen kosten im Normalfall weniger als Außendämmungen und sind einfach zu montieren. Eine gute Innendämmung ist dampfdurchlässig und hygroskopisch (Materialien, die Feuchtigkeit aufnehmen und geregelt wieder abgeben können). Laut Gesetz sind heute Dämmstoffdicken im Bereich von 70 bis 80 mm gefordert. Die Kosten belaufen sich im Schnitt auf 20 bis 30 Euro/m² - variieren aber natürlich je nach verwendetem Material.

Materialwahl und Ausführung

Hartschaumplatten sind sehr beliebt und leicht in der Ausführung. Sie werden direkt mit Ansetzmörtel an die Wand geklebt. Die Platten sind mit dem Nut-und-Feder-Prinzip ausgestattet und überlappen so perfekt. Die Platten sind feuchtigkeitsabweisend und leicht zu verarbeiten. Jedoch haben sie auch Nachteile. Zwar kann auf der Dämmung gut gefliest werden, Bohrungen sind jedoch eher problematisch. Auch bleibt die Wand sehr stoßempfindlich, wenn direkt auf den Platten verputzt wird. Der Fachmann rät hier zu einer Zwischenschicht aus Gipsplatten, auf denen dann der Putz oder die Tapete angebracht werden können.

Immer beliebter wird die Verarbeitung von Systemen mit Lehm (z. B. Multipor oder Claytec) oder auch Innendämmungen aus Hanf oder Kork. Die natürlichen Baustoffe, hier besonders der Lehm, bieten eindeutige Vorteile: Sie nehmen die Feuchte aus der Luft auf und speichern sie, sind diffussionsoffen, kapillaraktiv, 100 % ökologisch und besonders allergikerverträglich.

Und so funktiert’s:

1.Schritt: Bereiten Sie den Untergrund vor. Die Wand muss eben, sauber und trocken sein.
2.Schritt: Verteilen Sie nun den Leichtmörtel mit einer Traufel auf der Dämmplatte. Achtung: die Steghöhe sollte 8 mm nicht übersteigen. Die Stirnseiten der Platten bleiben kleberfrei.
3.Schritt: Legen Sie nun die erste Reihe Platten lot- und fluchtrecht an. Mit Hilfe eines Fuchsschwanzes lassen sich die Platten auf die passende Größe zuschneiden.
4.Schritt: Normalerweise ist es nicht nötig, die Platten zusätzlich zu verdübeln. Bei sandenden Altputzen jedoch empfiehlt der Fachmann, einen Tellerdübel pro Platte anzubringen.
5.Schritt: Beseitigen Sie eventuelle Unebenheiten an den Versatzstellen durch abschleifen.
6.Schritt: Nun können die Dämmplatten gestrichen oder verspachtelt werden.

Dämmung von der Rolle

Die wohl einfachste Methode, Ihre Wände von innen zu dämmen, bietet die so genannte Dämmung von der Rolle. Die speziellen Tapeten, die auch wie solche an die Wand gebracht werden, haben zwar nur eine Dicke von knapp 4 mm und liefern daher auch nicht die besten Dämmwerte. Aber als Ergänzung zu einer Fassadendämmung, besonders an nicht leicht zu erreichenden Stellen wie etwa hinter Heizkörpern oder in Ecken, fungiert sie als perfekte Ersatzlösung.


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Datum: 07.06.2016

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