Lacke ohne Schadstoffe

Lacke sind in Hinblick auf Schadstoffe leider sehr unterschiedlich. Auch die Angaben sind nicht immer eindeutig. Grundsätzlich zu vermeiden sind Produkte für Gewerbe und Industrie.

Nicht alles, was als Lack „geeignet für Innenräume“ definiert ist, ist auch schadstofffrei. Der Giftigkeitsgrad der Inhaltsstoffe, Lösungs- und Bindemittel hängt davon ab, ob die Produkte wasserlöslich, wasserverdünnbar oder lösemittelhaltig sind. Grundsätzlich sollten Sie möglichst Lacke einsetzen, die auf einem wasserhaltigen System basieren. Diese enthalten weniger Lösemittel und belasten so in geringem Ausmaß Umwelt und Gesundheit.

Achtung Industrieprodukte

„Wasserlöslich“ heißt leider auch nicht automatisch „schadstofffrei“. Für den Endverbraucher werden von wenigen Ausnahmen (z. B. Bootslack) abgesehen, nur wasserlösliche Lacke angeboten. Gewerbe und Industrie arbeiten nach wie vor mit Chemiebomben.

Auf Holzschutzmittel können Sie in Innenräumen generell verzichten und zur Pflege natürliches Bienenwachs oder Öl verwenden. Vergessen Sie nicht: Jede Behandlung mit einem Lack führt zu einer Verringerung der Atmungsfähigkeit des Holzes. Die schwankende Luftfeuchtigkeit im Raum lässt sich dann deutlich schlechter abpuffern, das beeinflusst negativ das Raumklima.

Achten Sie auf den Blauen Engel

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dann achten Sie auf das Umweltsiegel des Blauen Engel. Das Siegel zeichnet umweltfreundliche Produkte aus, die mit wenig Lösemitteln, Formaldehyd und mit einer begrenzten Anzahl an Konservierungsstoffen auskommen. Nur "Bio" oder "Öko" auf dem Etikett sagt zu wenig aus und kann unter Umständen auch nur Augenwischerei sein. Besser sind Naturfarben auf pflanzlicher Basis, doch die gibt es nur von einzelnen Herstellern und meist in ausgewählten Fachgeschäften.

Von Lacken in Spraydosen sollten Sie nach Möglichkeit die Finger lassen. Sie sind teuer und belasten unnötig die Atemluft und Umwelt.


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Datum: 11.07.2017

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