Tapeten entfernen: So machen Sie es richtig!

Die alten Tapeten sollen endlich runter? Damit diese Arbeit nicht zur mühevollen Plackerei wird, halten Sie sich an unsere Anleitung. Wir zeigen Ihnen hier Schritt für Schritt, wie der Wandbelag korrekt entfernt wird.

Wenn die alte Wandverkleidung runter muss, sei es wegen Umzug, einer neuen Eigentumswohnung oder wegen dem sprichwörtlichen Tapetenwechsel, droht es mühsam zu werden. Vor allem, wenn derjenige, der die Tapeten einst an die Wand brachte, nicht ordentlich grundiert hat. Helfen können Sie sich in einem solchen Fall mit speziellem Baumarktgerät und/oder mit ein paar Hausmittelchen. Grundsätzlich gilt immer: Feuchtigkeit löst den Kleister! Damit die Tapeten ohne großen Aufwand und sauber von der Wand kommen, sollten Sie sich an unsere Anleitung halten:

Schritt 1: Erster Ablösetest

Bevor Sie beim Baumarkt in rauen Mengen Werkzeug und Tapetenlöser einkaufen, testen Sie einmal kurz die Löslichkeit der Tapete im trockenen Zustand. Dafür ziehen Sie mit einem Spachtel an einer Ecke der Tapete und versuchen Sie, den Spachtel ganz vorsichtig unter die Bahn zu schieben. Gelingt das gut, können Sie nun mit den Händen so viel Tapete auf einmal abreißen, wie möglich. Am besten immer wieder nachfassen. Doch freuen Sie sich nicht zu früh: ein paar Meter weiter kann die Bahn wie verhext an der Wand kleben.

Schritt 2: Das ideale Rüstzeug

Bevor Sie loslegen, vergewissern Sie sich, dass Sie alle nötigen Werkzeuge (siehe Box) griffbereit haben.

Schritt 3: Boden schützen

Beim Entfernen von Tapeten ist es besonders wichtig, den Boden zu schützen, besonders den Grund unter den Abrissflächen abzudecken. Am besten mit Plastikplanen. Sonst müssen Sie die erneut getrockneten Reste mühsam vom Boden lösen.

Schritt 4: Perforieren

In vielen Fällen reicht einfaches Einweichen der Tapete (siehe Schritt 5). Sollte die Tapete aber hartnäckig mit der Wand „verwachsen“ sein, können Sie den unliebsamen Bahnen mit einer Nagelwalze zu Leibe rücken. Kräftig über die Wand gerollt, raut die Walze das Papier auf, damit die Feuchtigkeit gut bis zum Kleister vordringen kann. Möchten Sie sich keine Walze kaufen, gibt es sie in vielen Baumärkten auch zum Leihen. Behelfsmäßig kann auch ein Cuttermesser gute Dienste leisten. Einfach kleine Schnitte in die Wand setzen. Für eine große Wohnung oder gar ein ganzes Haus ist dieser Weg aber nicht unbedingt zu empfehlen. Vorsicht bitte bei sehr empfindlichen Wänden wie Rigips! Bei ihnen muss auf Perforieren und Einschneiden grundsätzlich verzichtet werden.

Schritt 5: Einweichen

Wasser löst den Kleister. An allen Stellen, an denen sich die Tapete nicht freiwillig ergibt, sollten Sie deshalb mit großzügigem Einweichen nachhelfen. Dafür vermengen Sie lauwarmes Wasser mit ein paar Spritzern Spülmittel und tragen dieses per Pinsel, Schwamm oder Sprühflasche auf die gegebenenfalls schon vorher perforierte Flächen auf. Wichtig ist dabei, dass Sie nur so viel Fläche einweichen, wie Sie in absehbarer Zeit auch bearbeiten können. Sonst trocknet die Tapete wieder an. Achtung auch hier bei Rigips: Das Material ist feuchtigkeitsempfindlich, seien Sie mit Wasser also sparsam. Dampfreinigungsgeräte, die ebenfalls im Baumarkt zu leihen sind, können durchaus eine Hilfe sein. Der Praxistest zeigt aber, dass besonders bei hohen Wänden die Handhabe umständlich ist.

Schritt 6: Runter damit

Wie im ersten Schritt schon beschrieben: Mit der Spachtel eine Ecke lösen, unter die Bahn schieben und dann so viel wie möglich auf einmal runter reißen. Bei großen Stücken kommt dabei echte Freude auf. Sollten noch einige Fetzen Tapete hängen bleiben (was immer wieder vorkommt), wiederholen Sie bitte das Einweichen und gegebenenfalls sogar eine zweite Runde mit der Nagelwalze.

Schritt 7: Putzschäden ausbessern

Zum Schluss müssen noch eventuelle Schäden ausgebessert werden, unebene Flächen mittels Spachtelungen egalisiert und zum Finalisieren die Oberflächen geschliffen werden.

Nach einem weiteren Voranstrich aus Tiefen- bzw. Isoliergrund steht den neuen Tapeten einem anderen Wandbelag oder einem ausgefallenen Anstrich nichts mehr im Weg.


AutorIn:

Datum: 23.07.2015

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

  • Bernhard Emig schrieb am 29.01.2016 12:44:51

    Cool illustriert! Gefällt mir

Weitere Artikel aus Innenwände

Dekorative Wandverkleidungen sind eine vielseitige und überraschend leicht zu handhabende Gestaltungsvariante. Wer Lust auf Veränderungen hat, muss also nicht zwangsläufig auf neue Wandfarben oder Tapeten zurückgreifen.

Für die Wände stehen viele unterschiedliche Farbenarten zur Wahl. Sie sind in vielerlei Hinsicht unterschiedlich und zumeist bedenkenlos einsetzbar. Ein Blick auf die Angaben der Inhaltsstoffe empfiehlt sich aber immer!

Mit Mineraldämmplatten wird die Dämmung der Außenwände des Hauses zum Kinderspiel. Lesen Sie hier alles über die nötigen Arbeitsschritte.

Verkleidungen bestehen aus einer Unterkonstruktion, an der Platten aufgehängt sind, diese Platten können aus Metall, Mineralfasern oder Gipskarton sein und das Tragprofil kann sichtbar oder unsichtbar ausgeführt werden.

Vorsatzschale sind Gipskartonplatten, die auf einer Unterkonstruktion an einer Wand aus einem anderen Material montiert werden. Hierdurch können an Wänden zuerst die erforderliche Schichten oder Einbauten vorgenommen und danach mit Platten verkleidet werden.

Gipskartonständerwände bestehen im Allgemeinen aus einem tragenden Gerüst aus Blechprofilen (C-Profile), auf das beidseitig Gipskartonplatten geschraubt werden. Der Hohlraum ist meistens zur Verbesserung der Schalldämmung mit Mineralwolle gefüllt.

Ist Ihr Sexualleben unterbelichtet? Klappt das mit der Romantik nie so richtig, wenn Sie einmal im eigenen Schlafzimmer gelandet sind? Dann sollten Sie vielleicht auf die Feng-Shui-Meister und ihre Farbratschläge hören...

Lasuren bringen die natürliche Struktur des Holzes gut zur Geltung und geben interessante Effekte. Es gibt sie für alle Untergründe, hauptsächlich werden sie jedoch auf Holz oder Beton verwendet.