Abscheider und Ablauf führen Wasser ab

Die im Kellerboden und in den Außenanlagen situierten Abläufe und Abscheider werden üblicherweise von der Baufirma hergestellt. Wird damit gerechnet, dass verschmutztes Wasser in den Kanal fließt, muss eine Schlammfanganlage eingebaut werden.

Die im Kellerboden und in den Außenanlagen situierten Abläufe und Abscheider werden üblicherweise von der Baufirma hergestellt.

Regenwasserablauf (Regensinkkasten)

Bei sämtlichen außenliegenden Regenfallrohren werden Regensinkkasten angeordnet damit der Schmutz von den Dächern wie z.B. Laub, Staub usw. nicht in die Kanalisation gelangen und diese verstopfen kann. Primär der Übergang vom senkrechtes Rohr in den horizontal liegenden Kanal ist eine Stelle die zur Verstopfung neigt. Diese Verstopfung führt zu Wasseraustritten an anderen Stellen und meist zu Wasserschäden am Gebäude. Die Auffangvorrichtungen in den Regensinkkästen müssen periodisch (insbesondere während der Herbstzeit wg. Laub) entleert werden.

Regensinkkästen gibt es aus Beton und aus Gusseisen, jeweils mit oder ohne Geruchsverschluss (der Geruchsverschluss muss unterhalb der Frostgrenze liegen !), mit seitlichem oder senkrechtem Rohranschluss und in verschiedenen Dimensionen.

Hofabläufe, Bodenabläufe

Besteht keine Möglichkeit das Wasser in der anschließenden Rasenfläche versickern zu lassen, müssen Bodenabläufe an den jeweils tiefsten Stellen angeordnet werden. Für die Anordnung der Abläufe muss bereits die Außenanlagenplanung vorhanden sein, damit die erforderlichen Gefälle bei Terrassen, Wegen etc. festgelegt sind und die Abläufe an der richtigen Stelle und in der richtigen Höhe situiert werden können.

Bodenabläufe sind z.B. aus Kunststoff, Gusseisen etc., jeweils mit oder ohne Geruchsverschluss (der Geruchsverschluss muss unterhalb der Frostgrenze liegen), mit seitlicher oder senkrechter Rohrweiterführung und in verschiedenen Dimensionen erhältlich.

Bei Bodenabläufen ist auch zu beachten, mit welchen Belastungen zu rechnen ist – wird ein PKW über diese Stelle fahren oder werden nur Fußgänger darüberlaufen? An jenen Stellen, an denen mit Verstopfungen zu rechnen ist (z.B. in Baumbereichen) ist es sinnvoll, einen Bodenablauf mit einer Schlamm- bzw. Laubfangvorrichtung zu wählen.

Kellerabläufe

Kellerabläufe werden meistens aus Gusseisen ausgeführt und besitzen meist einen Geruchsverschluss. Ist bei der Kanalisation mit einem Rückstau zu rechnen (z.B. bei Mischsystemen durch extreme Regenfälle) ist eine Rückstausicherung vorzusehen, um ein Rückfluten des Schmutzwassers in das Haus und das Austreten z.B. an tief gelegenen Stellen zu verhindern.

Garagensammelschacht

Um sich den Einbau einer teuren Ölabscheideanlage zur Entwässerung der Garage zu ersparen, können Sammelschächte eingebaut werden, in denen sich eventuell öl- oder benzinverschmutztes Wasser ansammeln kann. Diese Schächte können entweder aus Kunststoff oder aus Ortbeton mit einer öldichten und kraftstoffbeständigen Beschichtung ausgeführt werden. Statt eines Schachtes kann auch eine entsprechende Einlaufrinne vorgesehen werden. In beiden Fällen sollte deren Volumen ausreichend groß bemessen werden.

Schlammfang

Wird damit gerechnet, dass verschmutztes Wasser in den Kanal fließt, muss eine Schlammfanganlage (z.B. aus Betonfertigteilen) eingebaut werden. Diese Schächte sind üblicherweise mit integriertem Boden, Prallplatte, Einstieg mit Abdeckung sowie Zu- und Ablauf ausgestattet. Für die Schlammfänge sind Fundamentplatten vorzusehen. Bei den Abdeckungen ist deren zulässige Belastung zu berücksichtigen (z.B. begeh- oder befahrbar, Schwerlast etc.).

Senkgruben

Gibt es keine Möglichkeit für einen Anschluss an ein öffentliches Kanalnetz, so müssen Senkgruben vorgesehen werden, in denen das Schmutzwasser gesammelt und periodisch entsorgt wird. Die Dimensionierung erfolgt entsprechend dem Schmutzwasseranfall und den zeitlichen Entsorgungsabständen. Bei der Situierung ist zu beachten, dass der Standort des Entsorgungsfahrzeuges so nah als möglich sein sollte.

Senkgruben werden z.B. aus Stahlbetonfertigteilen, aus Kunststoff o.ä. gefertigt und sind üblicherweise unterirdisch, bis auf die Deckel nicht sichtbar, eingebaut. Für diese Anlagen ist üblicherweise der Nachweis über eine (sinnvoller weise von der herstellenden z.B. Baufirma) durchgeführte positive Dichtheitsprobe vorzulegen.

Entwässerungsrinnen

Ist eine punktförmige Entwässerung nicht sinnvoll bzw. möglich, z.B. vor tiefliegenden Garageneinfahrten, so werden Entwässerungsrinnen aus Fertigteilen mit oder ohne Eigengefälle eingebaut. Bei den Abdeckungen (verzinkte Gitterroste, verzinkte Stegroste, kunststoffbeschichtete Stegroste, Gussroste usw.) muss auf die Beanspruchung geachtete werden. Diese ist in der Norm DIN 19580 festgelegt.

Klasse Wer
Klasse A Fußgänger, Radfahrer
Klasse B PKW
Klasse C-D Straßenbereich
Klasse F Flughafenbereich

Ölabscheider

Besteht die Gefahr, dass durch PKW-Abstellplätze oder Garagen Öl oder Benzin in die Kanalisation gelangen kann und können keine Sammelschächte ohne Kanalanschluss ausgeführt werden, so sind Ölabscheider mit integriertem oder zusätzlichem Schlammfang, üblicherweise aus Beton, erforderlich. Die Einstiegdeckel müssen eine Prüflast entsprechend der Beanspruchung (begeh- oder befahrbar) haben. Bei diesen Anlagen ist eine von der herstellenden Baufirma durchgeführte positive Dichtheitsprobe vorzulegen.

Fettabscheider

Fettabscheider mit integriertem oder zusätzlichem Schlammfang aus Beton oder nichtrostendem Stahl sind z.B. bei Lebensmittel-Betrieben, Fleischhauereien etc. erforderlich.


Autor:

Datum: 24.07.2012

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Tiefbau

Die Maßnahmen zur Wasserhaltung dienen dazu, das Oberflächenwasser zu entfernen und während des Aushubs und der Bauphase den Wasserspiegel unter die Baugrubensohle abzusenken.

Jedes Bauwerk braucht einen Unterbau. Dieser ist nötig, um die Gebäudelasten auf den Untergrund zu verteilen und das Bauwerk im Boden zu verankern. Fundamente müssen unter die ortsübliche Frosttiefe gehen, im Alpenvorland 70 bis 80cm.

Die Gründung oder das Fundament ist die konstruktive und statische Ausbildung des Übergangs vom Bauwerk zum Boden mit dem Ziel, dass die durch das Bauwerk und dessen Nutzung verursachten Verformungen des Bodens kleiner sind als aus Sicht des Bauwerks zulässig.

Wenn die gängigen Arten der Fundierung, wie z.B. Streifenfundamente, nicht ausreichen um Ihr Haus stabil und standsicher auf Ihrem Baugrund aufzustellen, können besondere Fundierungskonstruktionen, sogenannte Spezialgründungen, erforderlich werden.

Um den Bauplatz vorzubereiten sollte ein Bodengutachten vorhanden sein, aber auch Geländeaufnahmen, Rodungsbewilligung und Baumschutz sind von Bedeutung. Bei einem begrünten Grundstück sind die obersten 30cm Boden, der Humus oder Mutterbode, sehr wertvoll.

Ist der Keller errichtet, die Fundierungen hergestellt und alle Leitungen verlegt werden die nicht mehr benötigten Arbeitsräume, Gräben und Künetten aufgefüllt. Kostengünstig ist es, wenn ein Teil des Aushubmaterials zur Hinterfüllung verwendet wird.