Giftige Fassaden! Biozide bringen Probleme

Gute Dämmung ist energiesparend, umweltschonend und dringend notwendig. Doch damit außen kein Schimmel ansetzt, werden Gifte in den Putz gemischt. Das birgt Gefahren für Mensch und Tier.

Der Sinn einer Dämmung ist es, Wärme und Trockenheit im Haus zu speichern und gleichzeitig Kälte und Feuchtigkeit draußen zu lassen. Spezielle Wärmeverbundsysteme machen das sehr gut, haben aber einen Nachteil: die „ausgesperrte“ Nässe sammelt sich an der Außenmauer und wird zu einem hervorragenden Boden für Algen und Schimmelpilze. Um diesem entgegenzuwirken, geben Hersteller von Putzen ihren Produkten sogenannte Biozide bei, diese töten aufkommende Sporen gleich wieder ab. Doch Biozide sind (und müssen auch) wasserlöslich sein. Regnet es, wäscht der Niederschlag das Gift von der Hauswand und trägt es in unser Grundwasser. Was aus gutem Grund in der Landwirtschaft stark kontrolliert wird, wird von Behördenseiten beim Hausbau eher großzügig betrachtet. Zu prominent hat die Politik das Thema Dämmung auf ihren Agenden stehen. Dabei gibt es recht einfache und bekannte Lösungen.

Dämmung gut – alles gut?

Polystyrol ist der gängigste aller Dämmstoffe, da er zum einen sehr leicht ist und zum anderen konkurrenzlos günstig. Hergestellt wird er aus Erdöl. Andere Materialien wie Mineralschaum, Blähton oder Schaumglas sind jedoch wesentlich brandschutzsicherer, lösen aber die sich sammelnde Feuchtigkeit an der Außenwand nicht. Natürliche Materialien wie Holzfasern, Hanf, Schafwolle oder sogar Stroh hingegen sind überaus atmungsaktiv. Sie dämmen gut, kühlen nachts aber nicht so schnell aus, was es für die Nässe schwerer macht. Dadurch entstehen keine Algen oder Schimmel und biozide Putze sind nicht nötig.

Ohne Gift gegen Schimmel

Andererseits gibt es Verputze, die durch ihre natürliche Eigenschaften ganz ohne Biozide auskommen. Andere (z. B. AquaBalance von Saint-Gobain Weber) nutzen die Physik. Sie vergrößern dank ihrer Beschaffenheit die Oberfläche eines Wassertropfens, wodurch dieser schneller verdunstet. Ganz gleich, aus welchem Material die darunter liegenden Dämmschichten sind.

In vielen Fällen reicht übrigens schon genügend Dachüberstand. Gerade bei Einfamilienhäusern bleiben Außenwände so in der Regel trocken genug. Stapeln Sie dann noch Holzscheite für den Kamin unter dem Dachvorsprung müssen Sie sich über Algen keine Sorgen machen. Eine andere, ganz natürliche Möglichkeit, ist die Fassadenbegrünung. Einfach eine biozidfreie Verputzung und dann wilder Wein oder Efeu wuchern lassen. Dämmt zudem doppelt gut.


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Datum: 09.12.2015

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