Welches Dach für's Haus? Die Dachformen

Die Entscheidung, welches Dach auf ein Haus soll wird einerseits von optischen Faktoren bestimmt und andererseits – noch wichtiger – von ökologischen und ökonomischen Aspekten. Hier ein Überblick.

Die Dachform entscheidet, wie ein Haus aussieht, wie es nach außen wirkt und wie der Raum darunter genutzt werden kann.

Das Satteldach ist die in Europa am häufigsten anzutreffende Dachform – zeitlos und bewährt. Bei diesem Dachtyp werden die Balken (Sparren) paarweise angeordnet und gegeneinander geneigt am First gelenkig miteinander verbunden. Sie leiten die Dachlasten über unverschiebbare Fußpunkte (Auflager) in die tragenden Teile des Gebäudes. Die freie Sparrenlänge darf maximal 4,5 Meter betragen, daher eignen sich Sparrendächer nur für maximal 7,5 Meter breite Gebäude.

Das Kehlbalkendach hat gegenüberliegende Sparren, die über den Kehlbalken miteinander verbunden werden. Der Dachraum ist frei von Stützen. Bei einer maximalen Sparrenlänge von acht Metern ergibt sich eine Hausbreite von höchstens 13 Metern. Will man den Dachraum später ausbauen, sollten die Kehlbalken mindestens 2,8 Meter über der Decke liegen. So ist nach Herstellung des Fußbodens und der Deckenbeplankung noch eine Raumhöhe von 2,6 Metern möglich.

Wenn mehrere Träger die Sparren unterstützen, ist die Rede vom Pfettendach. Diese Konstruktion erlaubt größere Spannweiten. Ab einer Sparrenlänge von neun Metern ist ein dreifach stehender Stuhl erforderlich und das ergibt eine größte Hausbreite von 14,5 Metern.

Das Pultdach besitzt, wie das Flachdach auch, nur eine Dachseite, die aber einseitig geneigt ist – meist zwischen elf und 60 Grad. Die obere Kante bildet den Dachfirst, die untere die Dachtraufe. Je nach Neigung ergeben sich unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten für das Dachgeschoß. Tipp: Pultdächer eignen sich perfekt für die Anbringung von Solar- und PV-Anlagen, da sie auch im Winter die volle Nutzung der flach einstrahlenden Sonne möglich ist.

Das Mansarddach ist dem Satteldach sehr ähnlich, es wirkt aber etwas weniger schlicht. Entstanden ist diese Dachform aus der Not an Platz heraus – es sollte den Dachgeschoßausbau zu Wohnraum ermöglichen. Und dafür steht es auch heute noch: Mansarddächer eignen sich besonders für den Dachausbau, da die Schrägen des Daches kürzer ausfallen als beim Sattel- oder Walmdach.

Das Walmdach ist ein Satteldach, dessen Giebelflächen durch Dachflächen ersetzt wurden. Das Walmdach ist mit die älteste Dachform, unterteilt wird es in Pfetten- und Krüppelwalmdach. Bei ersteren werden die Mittelpfetten als so genannter Pfettenkranz rundum geführt und beim Krüppelwalmdach fallen die beiden Walmflächen sehr klein aus.

Das Flachdach feierte seine Urständ‘ auf Bungalows. Besonders populär wurde es aber mit der Verbreitung der Passivhäuser und der für sie typischen Architektur. Heute liegt das Flachdach neben dem Steildach ganz vorne in der HausbesitzerInnengunst, nicht zuletzt, da ein gesamten Stockwerk dazugewonnen wird. Flachdächer sind aber nicht komplett flach – ihr Gefälle von mindestens drei bis maximal fünf Grad sorgt dafür, dass Vereisung, Stehwasser und Veralgung vermieden werden.


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Datum: 11.09.2017

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