Der Erker: Revival eines Klassikers

Den Raum an einer Seite öffnen oder vorhandene Fenster nach außen erweitern – der altmodische Mauervorsprung wird zum verglasten Vorbau. Folgen: Der Wohnraum wird dadurch größer, der Tageslichteinfall steigt.

In der kubischen, sich der Energieeffizienz verschreibenden Architektur haben sie eigentlich schon seit Jahren keinen Platz mehr, diese runden oder mehreckigen, mit Fenstern ausgestatteten Vorsprünge, welche Platz für eine Sitzecke oder den Lesesessel bereitstellten. Doch nun ist eine moderne Interpretation des klassischen Erkers am Vormarsch.

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Preiswerte Raumerweiterung

In seinem Wortursprung ist der Erker eine Mauserausbuchtung, ein überdachter, geschlossener Mauervorsprung, der über ein oder mehrere Geschoße reicht. Er ist begehbar und mit Fenstern versehen. Eine Sonderform des Erkers ist die Auslucht oder der Standerker, also ein ebenerdiger Mauervorsprung. Mit jeder dieser Formen können Gebäude mit finanziell wie baulich relativ wenig Aufwand erweitert werden.

Istbestand nutzen

Viele Einfamilienhäuser – besonders aus den späten 80er und frühen 90er Jahren – besitzen den obligatorischen Erker. Diese Bauelemente lassen sich gut modernisieren, indem schmale Rahmen eingezogen werden, aus den Fenstern deckenhohe Verglasungen gemacht werden und eventuell auch ein Glasdach eingezogen wird. Auch bereits vorhandene Fenster können vergrößert und mittels Vorsprung „nach draußen“ gezogen werden. Gemütlich eingerichtet sitzen Sie gefühlt mitten in der Natur, ohne das Haus zu verlassen.

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Minianbauten für mehr Platz

Während besagte Mauervorsprünge an den Außenwänden vieler Gründerzeithäuser und anderer Altbauten zum gewohnten Bild gehören, schafft es der verglaste Erker nun auch im Rahmen der Modernisierung alter Wohnblöcke zu neuen Ehren. Nicht nur, dass die Fassade dadurch belebt und individualisiert wird, bringen solche Vorsprünge auch viel Licht und einige Quadratmeter mehr in die Wohnungen.

Sitzplatz, Leseecke, Alkoven

Die Nutzungsmöglichkeiten des durch einen modernen Erker gewonnen Plus-Raums sind vielfältig. So kann eine durchgehende Sitzbank eingepasst werden oder der uralte Ohrensessel mit Fußhocker wird in Szene gesetzt. Auch ein Alkoven, sprich eine gemütliche Schlafnische, bietet sich an. Aus einer Hauswand oder einem unbrauchbaren Mauervorsprung mit zuvielen Ecken kann so das optische Highlight eines Raumes entstehen.

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Datum: 12.01.2016

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