Upcycling: Dämmen mit Jute

Ökologische Dämmstoffe boomen. Nicht zuletzt aufgrund der schlechten Energiebilanz von Styropor & Co sowie das ungelöste Recyclingproblem. Eine interessante Möglichkeit: Dämmen mit alten Jutesäcken.

Während Dämmmatten aus Hanf- und Jutefasern bereits erfolgreich eingesetzt werden, ist die reine Juteversion, bei der Matten, Vliese oder Platten aus aufgearbeiteten, alten Kakao- und Kaffeesäcken hergestellt werden, noch recht neu. Die Jute stellt einen interessanten Naturdämmstoff dar, der – je nach Zusammensetzung – als eigenes Dämmmaterial oder zur Stabilisierung zum Beispiel von Holzfaserdämmplatten dienen kann. Die sehr schnell wachsende, einjährige Pflanze (Gattung der Corchorus) ist schadstofffrei, gesundheitlich unbedenklich und biologisch abbaubar. Weitere positive Eigenschaften: Schimmel- und pilzresistent, uninteressant für heimische Nager und Insekten und diffusionsoffen.

Dämmwerte: oberes Mittelfeld

Mit einem Lambdawert von 0,038 W/mK erreicht die Jutedämmung sehr gute Dämmwerte und reiht sich ein neben Hanf, Schafwolle oder auch Zellulose, ist dabei aber günstiger. Aufgrund ihrer hohen Wärmespeicherkapazität liefert die Jute auch einen sehr guten Hitzeschutz im Sommer.

Eingesetzt werden Jutedämmungen vor allem bei der Dachdämmung und zur Außen- und Innenwanddämmung. Jute kann auch als Stopfmaterial zur Abdichtung von Fenster- oder Türenfugen eingesetzt werden. Das Material lässt sich einfach zuschneiden und bei der Verarbeitung ist natürlich auch keine Schutzkleidung nötig.

Wie wird aus einem Sack das Dämmvlies?

Die normalerweise bei uns deponierten oder verbrannten Jutesäcke werden zunächst zerkleinert, dann werden die Fasern mit Soda gereinigt. Das Soda dient übrigens gleichzeitig als Brandschutz. Die fertigen Fasern werden in weiterer Folge zu Vlies verarbeitet, als Stützmaterial werden PET-Biko-Fasern oder Biokunststofffasern beigefügt und verschmolzen.


AutorIn:

Datum: 22.02.2016

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Dämmung

So einfach verwenden Sie Mineraldämmplatten für die Dämmung Ihres Kellers oder Ihrer Garage.

Mit Mineraldämmplatten wird die Dämmung der Außenwände des Hauses zum Kinderspiel. Lesen Sie hier alles über die nötigen Arbeitsschritte.

Dämmung von Wänden in Haus und Wohnung leicht gemacht: Hier finden Sie die wesentlichen Arbeitsschritte für die Mineralplattendämmung.

Mit mineralischen Platten gedämmte Wände und Decken bieten angenehmen Wohnkomfort, Wärmeschutz und Brandsicherheit. Möglich auch: Fassaden- und Kellerdämmung.

Bevor mit dem Abdichten begonnen werden kann muss der Untergeund darauf vorbereitet werden. Hierfür stehen viele verschiedene Methoden zur verfügung.

Generell ist es angebracht beim Verputz Sanierputze zu verwenden, welche die Möglichkeit bieten, dass die noch im Mauerwerk vorhandene Feuchtigkeit und Salze ohne Beschädigung des Putzes nach außen wandern können.

Ältere Bauteile haben keine waagrechte Abdichtungen im Mauerwerk, sodass trotz vorhandener waagrechter und senkrechter Flächenabdichtungen die Feuchtigkeit durch die Mauer nach oben wandern kann und oberhalb der Abdichtungsebene aus dem Mauerwerk austritt.

Bei dem Auswechseln der schadhaften Wärmedämmung gegen neue Materialien muss einerseits darauf geachtet werden, dass entweder die gleichen Materialien oder aber Materialien mit Eigenschaften verwendet werden.

Die Perimeterdämmung wird aussenseitig vor der Abdichtung angebracht und dient als Schutz für diese sowie als zusätzliche Wärmedämmung. Dies ist von Vorteil wenn der Keller als Wohn- und Hobbybereich genutzt wird und hilft Heizkosten zu sparen.