Keller - ja oder nein?

Ist ein Untergeschoß in unserem neuen Haus wirklich nötig? Diese Frage stellt sich wohl jeder Bauherr früher oder später. Gute Argumente gibt es auf beiden Seiten.

Im Prinzip ist der Keller ein Relikt aus vergangenen Zeiten, als es keine Kühlschränke gab und Obst und Gemüse über den Winter eingelagert werden mussten. Immer mehr Bauherren entscheiden sich heute aber ganz bewusst gegen das Untergeschoß. Hier die wichtigsten Fakten zum Thema.

Vor- und Nachteile

Während viele ganz einfach überzeugt davon sind, dass ein Haus ohne Keller kein Haus ist, stellen sich andere die Frage: Was muss denn unbedingt unter der Erde sein, was ich nicht auch oben haben könnte? Ein Keller bietet zusätzlichen Stau- und Wohnraum, ohne die Grundfläche vergrößern zu müssen. Das bei der Entscheidung gegen einen Keller gesparte Geld kann dann aber anderweitig im Haus verbaut werden.

Fakt ist: Der Preis für einen Keller wird meistens überschätzt. Ein Haus – ob mit oder ohne Keller – benötigt ohnehin eine Gründung in frostsicherer Tiefe, Erdbauarbeiten sind daher in jedem Fall nötig. Zudem sind ebenerdige, nicht frostsichere Kellerersatzräume auch nicht kostenlos und verbrauchen wertvolle Grundstücksfläche. Bei einem freistehenden Einfamilienhaus sind die Mehrkosten für Unterkellerung im Durchschnitt mit etwa 22.000 Euro anzusetzen, bei einem Reihenmittelhaus muss mit rund 10.000 Euro gerechnet werden.

Alternative: Plattenfundament

Eine Bodenplatte lässt sich mit hohem Anteil an Eigenleistungen leichter realisieren als ein Keller in entsprechender Größe. Nach dem Aushub werden als Auflage für die tragenden Wände Fundamentstreifen errichtet, die bis unter die Frostgrenze (ab 80 Zentimeter) reichen müssen. Zwischen den Streifen wird eine mindestens 20 Zentimeter starke Rollschotterschicht aufgebracht und anschließend flächig mit abdichtenden Materialien (z. B. Bitumenpappe) ausgeglichen, bevor es mit dem Betonieren des Fundamentes losgehen kann. Für Holzbauten gilt, dass die spätere Bodenebene mindestens 30 Zentimeter über dem Erdniveau liegen sollte.


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Datum: 20.10.2017

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Der Keller, und speziell die Außenhaut, haben in der Regel verschiedensten Anforderungen zu genügen. Sie soll meist eine entsprechende Feuchtigkeitsdämmung zum umgebenden Erdreich darstellen, manchmal auch noch wärmedämmend sein, bzw. Witterungsschutz bieten.

Bei der Errichtung des Kellers ist vor allem auf die Statik des Gebäudes, geplante Einbauten wie Kanal- und Stromanbindung etc. Rücksicht zu nehmen. Der Keller als Puffer gegen Kälte und Feuchtigkeit.

Bei Ziegelmauern werden die Ziegeln je nach Einsatzzweck, also dem Wandtyp, und gewährleisteter Festigkeit des Materials ausgewählt. Generell müssen für tragendes Ziegelmauerwerk gekennzeichnete Ziegel mit gewährleisteter Festigkeit verwendet werden.

Die Perimeterdämmung wird aussenseitig vor der Abdichtung angebracht und dient als Schutz für diese sowie als zusätzliche Wärmedämmung. Dies ist von Vorteil wenn der Keller als Wohn- und Hobbybereich genutzt wird und hilft Heizkosten zu sparen.

Die Wahl der ausgeführten Art ist auch von der Grundrissplanung abhängig. Überlegen Sie im Kellerbereich z.B. die Einrichtung Ihres Lagerraumes, ehe Sie sich für die Öffnungsrichtung der zugehörigen Türe entscheiden.

Im Untergeschoss sind Kellerabdichtung und Wärmedämmung besonders wichtig. Gerade beim Keller gilt: Verzichten Sie besser nicht auf doppelte Sicherheiten wie zwei- oder mehrmalige Abdichtungen.

Für Kellerfenster wird Sicherheitsglas, 2- oder 3- Scheibenisolierglas. Mit den unterschiedlichsten Glasstärken, Scheibenzwischenräumen und Gasfüllungen kann man ausgezeichneten Schallschutz, hervorragenden Wärmeschutz oder beides erreichen.

Im Keller können auch einfachere Fenster eingebaut werden. Sonst unterscheiden sich diese nicht von Fenstern, welche im sonstigen Wohnbereich verwendet werden. Die Einbausituation ist meisten speziell, da der Einbau häufig einen Lichtschacht erforderdert.

Generell werden Bodenplatten und Fundamente aus Beton- bzw. Stahlbeton hergestellt. Selbstverständlich können auch die Außenwände aus Beton gefertigt werden.