Nachträgliche Abdichtung bei älterem Mauerwerk

Ältere Bauteile haben keine waagrechte Abdichtungen im Mauerwerk, sodass trotz vorhandener waagrechter und senkrechter Flächenabdichtungen die Feuchtigkeit durch die Mauer nach oben wandern kann und oberhalb der Abdichtungsebene aus dem Mauerwerk austritt.

Besonders ältere Bauteile haben keine waagrechte Abdichtungen im Mauerwerk, sodass trotz vorhandener waagrechter und senkrechter Flächenabdichtungen Feuchtigkeit ungehindert durch die Mauer nach oben wandern kann und oberhalb der Abdichtungsebene aus dem Mauerwerk austritt. Die nachträgliche waagrechte Abdichtung kann z.B. durch folgende Verfahren hergestellt werden:

Mauerabdichtung durch Stemmarbeiten

Im Ziegel- oder auch im Mischmauerwerk werden abschnittsweise im statisch möglichen Umfang, Ziegelscharen bzw. Ziegel und Steine über die ganze Mauerdicke entfernt. Danach wird auf einem Glattstrich aus Zementmörtel eine waagrechte Abdichtung (z.B. 2 x GV 25) mit einer Zwischenlage z.B. aus bituminierter Alu-Pappe aufgebracht und mit Zementmörtel abgedeckt. Die Abdichtungsbahnen werden mit mindestens 10 cm Übergriff verlegt und sollen seitlich so weit herausstehen, dass angrenzende Abdichtung angebunden werden können. Nach dem Abbinden der Schutzschicht wird der freie Hohlraum mit Klinkerziegeln ausgemauert und mit Stahlkeilen druckfest ausgekeilt.

Mauerabdichtung durch Schneiden

Ziegel- oder Sandsteinmauerwerk wird abschnittsweise im statisch möglichen Umfang waagrecht durchgeschnitten und nach dem Einschieben der Abdichtung wird die Fuge über Füllkanäle mit einem selbstverlaufenden, kraftschlüssigen Vergussmörtel mit Sperrfunktion verfüllt. Dieses Verfahren ist jedoch bei Mischmauerwerk nicht anwendbar.

Mauerabdichtung durch Kernbohrung

Im Mauerwerk werden die Bohrlöcher von übergreifenden Kernbohrungen mit einem kraftschlüssigen Sperr-Vergussmörtel aufgefüllt.

Mauerabdichtung mit Stahlblechen

In die waagrechte Ziegelmauerwerkfuge werden nichtrostende Edelstahlbleche eingeschlagen. Dieses Verfahren ist für Mischmauerwerk nicht geeignet.

Mauerabdichtung durch Elektroosmose

Elektroosmose ist ein elektrophysikalischen System. Dabei werden z.B. stromführende Netze (Positivnetz und Negativnetz) beidseitig, aber auch einseitig an der Mauer befestigt. Durch den Stromfluss von + zu – wird die Feuchtigkeit abgesperrt. Ein ähnliches Verfahren kann auch zum Entsalzen von Mauern angewendet werden. Dabei werden die positiven Elektroden in Bohrlöcher eingeführt und die negative Elektrode wird unterhalb als Kabel verlegt. Durch den Stromfluss von der positiven zur negativen Elektrode wird das Salz in der positiven Elektrode gesammelt. Die mit Salz gesättigten Elektroden müssen getauscht werden. Dieses Verfahren wird solange angewendet, wenn folgende Minimalwerte erreicht werden: Chloride: 0,1 %, Nitrate: 0,15 % und Sulfate: 0,8 %).

Mauerabdichtung durch Injektion

Im Mauerwerk werden durch Bohrlöcher wassersperrende Injektionen je nach System mit oder ohne Druck eingebracht. Die Substanzen werden vom Mauerwerk aufgesaugt und bilden eine Sperrschicht gegen die Feuchtigkeit.

Mauerabdichtung durch Schleierinjektion

Das Mauerwerk wird durchbohrt und ein niedrigviskoses, wasserkompatibles Gel wird durch die Bohrlöcher zwischen das Mauerwerk und das Erdreich gepresst. Nach dem Aushärten bildet das Gel eine Schutzschicht gegen die Feuchtigkeit.


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Datum: 25.07.2012

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