Rauchmelder retten Leben

Die Ausrüstung aller Neubauten mit Rauchmeldern ist in Österreich gesetzlich vorgeschrieben, interessieren tut das jedoch nur Wenige: Bevölkerung als auch Industrie fehlt noch immer das Bewusstsein für die Notwendigkeit der kleinen Lebensretter.

Laut Statistik gibt es in Wohnungen mit Rauchmeldern deutlich weniger Todesfälle durch Rauchgasvergiftungen als in jenen ohne, dennoch sind nur etwa 20 % des österreichischen Wohnraumbestandes mit einem solchen Gerät ausgestattet. Denn während sie in anderen Ländern längst zur Standardausstattung jedes Haushaltes gehören (z. B. USA: 93 % aller Wohnungen und Häuser besitzen "Smoke Detector"), wird ihr Nutzen hierzulande von einem Großteil der Bevölkerung noch immer als überflüssig abgetan – trotz zahlreicher Aufklärungskampagnen und der Tatsache, dass Rauchwarnmelder eine wichtige Aufgabe erfüllen: Sie retten Leben, indem sie bei Bränden rechtzeitig mit akustischen oder optischen Signalen warnen.

"Bewusstsein schaffen"

Jährlich kommt es in Österreich zu etwa 25.000 Bränden mit einer Brandschadenssumme von über einer Milliarde Euro und durchschnittlich rund 100 zu beklagenden Todesopfern. Als Todesursache sind dabei in 80 % der Fälle die giftigen Bestandteile von Brandrauch und nur selten die unmittelbare Einwirkung von Feuer verantwortlich. "Ein Großteil dieser Fatalitäten wäre vermeidbar,“ ist sich Josef Witke, Bundesinnungsmeister der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker, sicher. "In den meisten Fällen hätten diese Personen durch einen funktionierenden Rauchmelder frühzeitig alarmiert und so gerettet werden können." Zur Steigerung der Sicherheit in den eigenen Wänden müsse die österreichische Bevölkerung deshalb endlich ein Bewusstsein für die Wichtigkeit der Rauchmelder entwickeln – und zusätzlich zu den Neubauten auch den bestehenden Wohnraum nachrüsten, so der Experte.

Keine Auflagen für Wohnungsbestand

Im Bezug auf Rauchmelder gibt es in Österreich seit Dezember 2011 eine klare Gesetzeslage: Die OiB-Richtlinie 2 sieht vor, dass in Neubauten in allen Aufenthaltsräumen – ausgenommen sind Küchen – sowie in Gängen, über die Fluchtwege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens ein Rauchwarnmelder angebracht werden muss. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Obwohl diese Richtlinie mittlerweile in fast allen Bundesländern erfolgreich umgesetzt wurde (Ausnahme: Salzburg), birgt der Gesetzestext aufgrund der Tatsache, dass er keine Bestimmung für das Nachrüsten des schon bestehenden Wohnraumes vorsieht, nach wie vor signifikante Unklarheiten und Probleme für die Etablierung von Rauchmeldern in Österreich. Eine erfreuliche Ausnahme stellt dabei das Bundesland Kärnten dar: Dort sind auch die Eigentümer schon bestehender Immobilien verpflichtet, diese rückwirkend mit einem Rauchwarnmelder aufzurüsten.

"Bei Lebensrettern nicht am falschen Platz sparen"

Unabhängig von der bestehenden Gesetzeslage sollten Verbraucher selbst die Initiative ergreifen und auf Basis des Selbstschutzes mit Rauchmeldern nachrüsten. "Die Investition hält sich in Grenzen und es kann ohne großen Aufwand leicht und effektiv das Risiko minimiert werden, bei einem Feuer zu Schaden zu kommen,“ ist sich Witke um die Vorteile der Lebensretter sicher.

Die Bundesinnung der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker empfiehlt dabei, in ein Qualitätsprodukt zu investieren und einen Fachmann mit der Anbringung des Gerätes zu beauftragen – nur so können die volle Funktionalität des Gerätes sowie die Sicherheit der Bewohner gewährleistet werden.

Normen und Zertifizierungen für Rauchmelder

Neben der CE-Kennzeichnung, die einer Verwaltungszeichen darstellt, müssen Rauchwarnmelder auf dem österreichischen Markt auch der Norm ÖNORM EN 14604 entsprechen. Zur besseren Verbraucherinformation gibt es mit dem "Q“ auch ein zusätzliches, unabhängiges Qualitätszeichen, das für Rauchmelder mit erweiterter Qualitätsprüfung steht. Das "Q“ ersetzt keinesfalls die EN 14604, sondern ergänzt diese im Bezug auf Kriterien, die im Rahmen der Standard-Norm nicht gefordert werden. Eine verlässliche Entscheidungshilfe für BeraterInnen und VerbraucherInnen, die Wert auf besondere Qualität und Zuverlässigkeit legen.

Wie werden Rauchwarnmelder angebracht?

Ein Rauchmelder sollte in waagerechter Position an der Decke befestigt werden. Es empfiehlt sich eine Installation in der Raummitte mit einem Mindestabstand von einem halben Meter zur Wand. An Dachschrägen sollten Rauchmelder etwa 50 Zentimeter unterhalb des höchsten Punktes montiert werden. Die Geräte sollten allerdings nicht in der Nähe von Zugluft sowie an Luftschächten und Klimaanlagen installiert werden, da dort der Rauch abzieht.


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Datum: 14.03.2016

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