Spengler arbeiten mit Metall und Kunststoff

Zu den gängigen Spenglermaterialien zählen zu dünnen Blechen verarbeitete, unterschiedliche Metalle - meist in Rollenform - sowie aus Kunststoffen.

Im Gegensatz zum Schlosser, der Metallprofile und Metallplatten in recht großen Stärken bearbeitet, verwendet der Spengler vor allem dünne Bleche aus verschiedenen Metallen oder Kunststoffen.

Stahlblech

wird üblicherweise feuerverzinkt, um vor Korrosion geschützt zu sein. Die verzinkten Oberflächen müssen blasenfrei sein und dürfen keine ungedeckten Stellen aufweisen. Sie müssen rissfrei bearbeitbar sein, damit die Zinkschicht nicht beschädigt wird. Verzinktes Stahlblech wird in den Stärken 0,55 mm, 0,60 mm, 0,75 mm, 1,00 mm, 1,25 mm und 1,5 mm geliefert. Die für Dächer üblicherweise verwendete Blechstärke ist 0,6 mm.

Schutzanstrich: Es ist ratsam, verzinktes Stahlblech durch einen zusätzlichen Anstrich zu schützen, da die Zinkschicht sehr dünn und nicht besonders widerstandsfähig ist. Dachanstriche erfordern regelmäßige Wartung und ein zumindest stellenweises Ausbessern des Anstriches.

Zinkblech

bildet durch Verwitterung an seiner Oberfläche eine Schutzschicht, die so genannte Patina, welche das Material beständig schützt. Die Verwitterung erfolgt unter dem Einfluss von Luft und Regen unter natürlichen Bedingungen sehr langsam. Um sofort die erwünschten Eigenschaften aufzuweisen, kann das zu verarbeitende Material künstlich patiniert werden ehe es verarbeitet wird. Zinkblech wird in den Stärken 0,70 und 0,80 mm geliefert. Die für Dächer üblicherweise verwendete Blechstärke ist 0,7 mm.

Kontaktkorrosion: Zink ist besonders anfällig gegen Kontaktkorrosion. Bei Kombination mit anderen Materialien ist die Verträglichkeit genau zu prüfen und die Details sind entsprechend auszuführen. Die Verarbeitung insbesondere von legierten Blechen (wie Kupfer, Titan, Zink oder Blech) hat genau nach Herstellervorschrift und dessen aktuellen Empfehlungen zu erfolgen!

Kupferblech

das für Spenglerarbeiten verwendet wird, muss nahezu rein sein (99,5 %), um entsprechend oxidieren zu können und dadurch die charakteristische grüne Schutzschicht (aktuell eher braun aufgrund anderer Umweltbedingungen als zur Barockzeit) zu bilden, welche es sehr beständig werden lässt. Kupferbleche weisen ausgezeichnete Schweiß-, Löt- und Formbarkeit auf.

Kupferblech wird in den Stärken 0,50 mm, 0,60 mm, 0,70 mm, 0,80 mm und 1,00 mm geliefert.
Die Oberfläche kann gebeizt, gebrannt, verzinnt, farblos lackiert oder künstlich patiniert werden. Die Verformbarkeit von Kupfer ist auch bei tiefen Temperaturen gegeben. Die Verarbeitung ist daher auch im Winter möglich.

Aluminiumblech

ist sehr leicht und bildet an der Luft ohne weiteres Zutun eine korrosionsbeständige Schicht, welche das Material schützt. Veredelte Aluminiumbleche werden z. B. im Coil-Coating-Verfahren hergestellt. Dabei werden mehrere Lackschichten auf die Alu-Bleche aufgebracht und zur Oberflächenhärtung gebrannt. Weiters sind auch Pulverbeschichtungen und Eloxal-Verfahren üblich.

Aluminiumblech wird in den Stärken 0,20 0,40 0,60 0,80 und 1,20 mm geliefert. Durch die geringe Dichte von Aluminium hat die Dachhaut ein geringes Gewicht. Aluminiumbleche sind einsetzbar ab 12° Dachneigung.

Kunststoffblech

Zur Herstellung von Entwässerungssystemen, wie Dachrinnen und Regenrohren, stehen Fertigsysteme aus Kunststoffteilen zur Verfügung. Das verwendete Material ist üblicherweise Polyvinylchlorid, welches sehr robust und in verschiedenen Farben erhältlich ist. Fertigsysteme bieten sämtliche für Dachrinnen notwendigen Rinnenteile, Eckverbinder und Rinnenstutzen an.

Shutterstock © Shutterstock

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Datum: 29.03.2010

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