Wärmedämmverbundsystem - Putz und Dämmung in einem

Bei diesem System liegt die Wärmedämmung außen, hierdurch wird die Speicherfähigkeit der Massivbauteile unterstützt, Kondensatbildung wird im Innern verhindert und Wärmebrücken werden größtenteils ausgeschlossen.

Neben zweischaligen Wänden und hinterlüfteten Fassadenverkleidungen ist das Wärmedämmverbundsystem auf Putzbasis heute ein weitverbreitete Außenputzvariante, welche die Vorteile des Putzes mit den Vorteilen der Dämmung verbindet.
Bei diesem System liegt die Wärmedämmung außen wodurch die Speicherfähigkeit der
Massivbauteile unterstützt wird, die Kondensatbildung im Innern verhindert wird und Wärmebrücken größtenteils ausgeschlossen werden.

Umweltschutz

Gemäß Klimabündnisbeschluss soll darauf geachtet werden, dass nur HFCKW- und HFKW-freie Dämmstoffe verwendet werden. Auch sollten keine Dämmplatten aus extrudiertem Polystyrol-Hartschaumstoff (XPS) mit teilhalogenierten Kohlenwasserstoffen als Treibgas verwendet werden, wenn dafür XPS-Werkstoffe ohne teilhalogenierte Kohlenwasserstoffe verfügbar sind.

Aufbau

Auf dem vorbereiteten Untergrund werden Dämmplatten planeben und dicht gestoßen geklebt und falls erforderlich bzw. systembedingt angedübelt. Auf den Dämmplattenflächen wird mit einer Spachtelmasse eine Putzarmierung vollflächig aufgebracht und eine geglättete Oberfläche hergestellt. Auf diesen Untergrund wird ein 1,5 mm Dünnschicht-Kunstharzputz aufgebracht.

Untergrund

Der Untergrund muss gesäubert werden. Generell müssen für die Vorbereitung verwendete Materialien dem auszuführendem Wärmedämmsystem entsprechen.

  • Beton - Beton muss von Verschmutzungen und Schalölresten gereinigt werden, Grate und Krätzen, müssen abgeschlagen werden, Unebenheiten über 10 mm müssen mit geeigneter Spachtelmasse ausgeglichen werden.
  • Mauerwerk - Mauerwerk muss von Verschmutzungen und Ausblühungen gereinigt werden, Unebenheiten über 10 mm müssen mit geeigneter Spachtelmasse oder Grobputz ausgleichen.
  • Verputztes Mauerwerk - Schadhafter Verputz muss abgeschlagen werden, Mauerwerksfugen müssen ausgekratzt werden. Diese Flächen sind zu reinigen und anschließend wird ein Grobputz aus Kalkzementmörtel planeben in der erforderlichen Dicke hergestellt. Nichtschadhafter Verputz wird gereinigt, eventuell vorhandener loser oder nichthaftender Fassadenanstrich wird entfernt, um eine genügend hohe Haftfestigkeit für die Wärmedämmplatten zu erhalten.

 

Wärmedämmplatten

Folgende Dämmplattenarten werden verwendet:

  • extrudierte Polystyrol-Hartschaumplatten XPS
  • Polystyrol-.Partikelschaumstoffplatten der Produktart EPS-F
  • Mineralwolleplatten mit vergüteter Oberfläche
  • Steinwolle-Putzträgerplatten
  • Dreischichtige Holzwolle-Leichtbauplatten werden mit einem Zementkleber auf den vorbereitetem Untergrund geklebt, mit verzinktem Drahtnetzbaugitter ( mindestens 0,8 mm dick, Mascheweite 25 x 25 mm) überspannt und mit Spezialdübeln mit Gitterabstandhalter befestigt. Anschließend wird ein Zementspritzwurf aufgebracht. Die Endbeschichtung kann als Dünnputz oder Dickputz erfolgen.
  • Korkdämmplatten, schwer brennbar (B1)


Polystyrol-Dämmplatten müssen aus Partikelschaum bestehen, schwer entflammbar-B1 nach ÖNORM B 3800 und mindestens drei Monate gelagert sein. Zur Kennzeichnung dieser Eigenschaften müssen die Platten einen roten Farbstreifen und die Aufschrift "Fassadenplatten" aufweisen. Werden die Dämmplatten angedübelt (z.B. systembedingt oder bei Untersichten) so ist darauf zu achten, dass durch die Befestigung keine Wärmebrücken entstehen. Zur Verhinderung werden spezielle Kunststoffhalter verwendet.

Endbeschichtung

Ob die Endbeschichtung als Dünn- oder Dickputz erfolgt, hängt vom Dämmsystem ab, je nachdem kommen folgende Putzarten zur Ausführung

  • Kunstharzputz
  • Mineralischer Silikatputz
  • Edelputz auf Kalkzementbasis


Musterflächen

Zur Festlegung der Putzoberflächen und der Farben sollen Musterflächen angesetzt werden. Anhand dieser Musterflächen ist die Ausführung festzulegen und bei der Ausführung auf Übereinstimmung mit den Musterflächen verglichen werden.

Behördliche Zulassung

Das Außendämmsystem muss den behördlichen Vorschriften entsprechen bzw. eine behördliche Zulassung besitzen. Gibt es keine behördliche Zulassungen, muss die Eignung und gegenseitige Verträglichkeit der Stoffe eines Dämmsystems durch einen Prüfbericht einer staatlich autorisierten Versuchsanstalt nachgewiesen werden. Lassen Sie sich die Zulassungen vorlegen! Achten Sie darauf, dass nur Produkte des gleichen, durch Verordnung oder im Prüfbericht zugelassenen Systems verwendet werden.

Witterung

Verarbeitungen unter + 5 Grad C sind nicht zulässig.

Erschwernisse

Erschwernisse und zusätzliche Leistungen bei der Ausführung sind:

  • Ausbildung von Leibungen und Stürzen
  • Ausbildung von Gebäudedehnfugen mittels Dehnfugenprofilen
  • Herstellung von Nuten, Schlitzen, Abstufungen usw.
  • Eckschutzwinkel, Dehnfugenprofile, An- und Abschlussprofile usw.
  • Zusätzliche Putzarmierungen z.B. bei mechanisch stark beanspruchten Gebäudeteilen
  • Herstellung und Montage von Zierteilen wie z.B. Fensterumrandungen, Gesimse usw.
 


Autor:

Datum: 03.02.2010

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