Gerade wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise blüht der Heimwerkermarkt wie eh und je. Was auf den ersten Blick paradox erscheint, ist doch äußerst logisch: Mögen Herr und Frau Österreicher aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage (ob sie diese in der eigenen Geldbörse spüren oder nicht sei einmal dahingestellt) auf so manchen "Luxus" wie Reisen, Abendessen außer Haus, Kino- und Theaterbesuche etc. verzichten, so führt gerade dieser Umstand zu dem Wunsch, sich die eigenen vier Wände noch schöner und gemütlicher zu gestalten.
Phänomen Nestbau
Schon in den letzten Jahren wurde verstärkt das Phänomen des "Cocooning" beobachtet, also der vermehrte Rückzug in die eigene vier Wände. Die aktuelle Wirtschaftskrise verstärkt diesen Trend noch zusätzlich, und führt zu einem deutlichen Umsatzplus in den Baumärkten, die so der Krise trotzen. So konnte beispielsweise die Baumax Gruppe Anfang des Jahres stolz von der Anstellung des 10.000ten Mitarbeiters berichten. Auch in Deutschland konnten einige börsennotierte Unternehmen - entgegen dem aktuellen Trend an den Märkten - Kursgewinne verbuchen.
Hintergrund ist die Tatsache, dass Heimwerken gefragter ist denn je: Der Do-it-yourself Bereich wächst, einerseits weil die Menschen mehr Zeit zuhause verbingen, andererseits aber auch deshalb, weil ihnen mehr Zeit für Arbeiten im eigenen Heim bleibt.
So werden überall dort Zuwächse verzeichnet, wo auch der nicht semi-professionell geschulte Heimwerker selbst Hand anlegen kann: Ausmalen und Tapezieren stehen dabei natürlich in der ersten Reihe, aber auch etwas kompliziertere Tätigkeiten werden öfter von den Eigenheimbesitzern in Angriff genommen. Zahlreiche Baumärkte bieten daher auch vermehrt Kurse für besonders ambitionierte Heimwerker an.