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Das Ende für Bungalows und Erker Nicht nur die Energiepreise seien ein Treiber für energiesparendes Bauen, auch die Vorhaben der Länder in Bezug auf die Energiekennziffern, Niedrigenergiehäusern usw., meinte Dr. Kreutzer. Als Regelungsinstrument habe man die Wohnbauförderung auserkoren. So bekomme man in der Steiermark Wohnbauförderung nur, wenn die Heizung mit Biomasse gespeist werde oder aus zentralen Heizungssystemen wie Nah- oder Fernwärme käme.
In Niederösterreich werde man womöglich einen Schritt weiter gehen. Das Maß sei die Energiekennzahl. Man überlege diese schrittweise so weit abzusenken, bis letztendlich nur noch Niedrigenergie- oder Passivhäuser errichtet werden würden. Dies führe natürlich zu starken Einschnitten in die Freiheit des Bauherrn. Denn um eine wirklich niedrige Energiekennzahl zu erreichen, reiche Dämmen, Wärmeschutzverglasung usw. nicht aus. Es bedürfe einer so genannten kompakten mehrgeschossigen Bauweise, also das Ende für Bungalows, Erker und winkelige Grundrisse.
Gleichförmige Schachteln in der Landschaft Pessimisten sehen schon lauter gleichförmige Schachteln in die Landschaft gesetzt, aber "ich frage mich, ob das wirklich schlimmer ist, als das, was man heute zwischen Gänserndorf und Amstetten so zu sehen bekommt", meinte Kreutzer wörtlich.
Es bedeute aber auch, dass die Wände luftdicht verschlossen werden müssten. Atmende Wände, wie man sie uns jahrzehntelang als das non plus ultra dargestellt habe, seien plötzlich schlecht, Barackenklima sei angesagt. "Man sieht, auch Expertenmeinungen unterliegen einem Art Zeitgeist. Damit der CO2-Gehalt in der Raumluft in unserem luftdichten Haus uns nicht dahinrafft, benötigen wir künftig eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Also normales Lüften tut es nicht mehr, das steuert der Computer und die Wärmepumpe sorgt für eine möglichst hohe Energieeffizienz."
Was sagt der Konsument dazu? Insgesamt empfinde, laut Kreutzer, rund die Hälfte der Besitzer von Einfamilienhäusern energiesparendes Bauen als etwas sehr sinnvolles. 25% hätten sich mit dem Thema noch überhaupt nicht beschäftigt und hätten auch keine dezitierte Meinung dazu. Der restlichen 25% sehe keinen Sinn im energiesparenden Bauen. In Niederösterreich sei die Meinung dazu etwas aufgeschlossener: 30% sehen in der kompakten Bauweise eine sinnvolle Maßnahme, 37% in der kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.
"Die Dinger heben also nicht so ab, wie von vielen gewünscht wird. Einerseits waren die Energiepreise bislang zu niedrig, als dass der Leidensdruck groß genug und Amortisationsdauer kurz genug gewesen wären. Andererseits ist das Konsumklima so schlecht wie schon 30 Jahre nicht. Und die Österreicher fühlen sich ja wohl in ihrem Haus. Die Wohnzufriedenheit kann mit 91% wohl nicht mehr wirklich gesteigert werden."
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