Architekturtage: Die Highlights

Die Architekturtage boten auch heuer die Gelegenheit, Architekten und Planern über die Schulter zu blicken, Touren zu sonst unzugänglichen Bauten, sowie Vorträge und Ausstellungen zu besuchen.

Die Architekturtage - dieses Jahr unter dem Motto "Alt Jetzt Neu" - boten mit rund 500 Programmpunkten Insidern und Interessierten das umfassendste Programm seit es den Event gibt. Im Zentrum standen österreichweit und über die Grenzen hinaus das Bauen im Bestand, Denkmalschutz, Umnutzungen und Leerstand.

Herman Seidl © Herman Seidl

Licht-Installation Rain von Christian Steinwender in Salzburg.

Die Highlights in den Bundesländern:

In Vorarlberg lag der Schwerpunkt im Bregenzerwald mit seinen außergewöhnlichen Umnutzungen alter Wälderhäuser und dem Werkraum. Das neue Kulturzentrum Alte Säge in Bezau bot die Bühne für eine unkonventionelle Auseinandersetzung mit 1000 leerstehenden Häusern im Rahmen einer Theaterperformance von Schülern.

In Innsbruck wurde die Hausgeburt einer europaweit einzigartigen Einrichtung der Kunst- und Architekturschule bilding gefeiert. Stadtspaziergänge und Dorfwanderungen geführt von ArchitektInnen und lokalen Experten zu Adaptierungen und Revitalisierungen historischen Bestands sowie zeitgenössischen Implantaten fanden in ganz Tirol von Fließ bis Lienz regen Zulauf.

Das Altstadthaus in Salzburg zog mit der Licht-Installation „Rain“ von Christian Steinwender bereits von Weitem die Aufmerksamkeit auf sich. Auf fünf Geschoßen wurde mit einer Ausstellung zu „Bauen im Bestand“ in Kooperation mit der TU Innsbruck, einer Wohn-Raum-Installation von SchülerInnen, dem Leerstandsmelder und der Intervention „Franziska“ mit Live-Musik und Theaterperformances die Symbiose von Alt und Neu zelebriert.

Sieben individuelle Häusergeschichten vom Bauen und Wohnen, die vorab gesammelt und filmisch dokumentiert wurden, eröffneten die Architekturtage in Oberösterreich. Auf dem Platz vor dem afo installierten Studierende des Instituts für Raum und Design der Linzer Kunstuni eine nass-verspielte Wohnlandschaft. Das Thema Leerstand war im Fokus eines viel besuchten Stadtspaziergangs und Podiumsgesprächs.

Molitschnig © Molitschnig

Fotosafari in der FH Kärnten.

Der Besuch des sonst nicht öffentlich zugänglichen Schloss Ernstbrunn in Niederösterreich erfreute sich über große Nachfrage, ebenso wie die Diskussion zu zukunftsfähigem Sanieren „Hilfe, altes Haus“. Einige Programmpunkte mussten leider aufgrund der Wetterlage verschoben werden.

Hotspot in Kärnten war die raumgreifende Installation „Blattwerk“ vor dem Architektur Haus, die bis 12. Juni Bühne interdisziplinärer Veranstaltungen ist. Günther Domenigs Steinhaus ist nicht nur ein eindrucksvolles Beispiel eines jungen Denkmals, sondern wird nun auch weiterhin für Architekturdiskussionen genutzt. Bei einer Tour nach Laibach, einer Architekturschifffahrt am Ossiacher See und einer Radtour konnten BesucherInnen die regionale Baukultur kennenlernen.

In der Steiermark wurde der Schwerpunkt Nichtwegwerfarchitektur sowie der Umgang mit architektonischem Bestand und ökologischen Ressourcen in Vorträgen, dem Podiumsgespräch Trash Boom Bang, Rundgängen sowie Offenen Ateliers thematisiert. Die Fassade des HDA diente Architektur-Studierenden der TU Graz als Projektionsfläche für die Darstellung der Transformation des Gebäudes und der Stadt.

Im Burgenland erreichten die Architekturtage einen neuen Besucherrekord: sieben Architekturvisiten, ein Filmabend, Kinder-Workshops und insbesondere die Ausstellung über die Zukunft burgenländischer Streckhäuser zogen zahlreiche Architektur-Interessierte an.

Mit einem Fest in der ehemaligen Postfiliale in der Mondscheingasse feierten die Wiener Architekturtage ihren Auftakt. Durch die Fokusprojekte Campus WU und Hauptbahnhof zogen im 30-Minuten-Takt gut besuchte Führungen; besonders gefragt waren auch die Themen- und Grätzeltouren, die sich mit den unterschiedlichen Facetten des Mottos „Alt Jetzt Neu“ beschäftigten. Über 60 Architekturbüros öffneten ihre Türen oder präsentierten auf Baustellen ihre Projekte.


AutorIn:

Datum: 22.05.2014

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Wettbewerbe

Die Jury des Immobilienawards hat gesprochen, die Nominierungen in den einzelnen Kategorien zum Cäsar 2017 stehen fest. Am 14. September werden die Besten ihres Faches im Schlosstheater Schönbrunn vor den Vorhang geholt.

Seit 1967 sucht die Zentralvereinigung der Architektinnen und Architekten Österreichs Persönlichkeiten oder Personenkreise, die sich als Bauherren, Auftraggeber und Mentoren für die Baukultur in besonderer Weise verdient gemacht haben. Die Ausschreibung für die diesjährige Ausgabe des Bauherrenpreises läuft noch bis zum 22. Mai 2017.

Die Initiative Digital Building Solutions (DBS) lädt Start-ups aus dem DACH- und CEE-Raum ein, digitale und disruptive Soft- und/oder Hardwarelösungen sowie Services für die Planung, Errichtung, Betrieb und die Finanzierung von Bauwerken einzureichen. Gefragt seien komplett neue Ideen, aber auch transformierbare Lösungen aus anderen Industrien, meldet der Verein IG Lebenszyklus Bau, der gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft unter dem Motto „Digitize today’s building industry“ Kampagne und Award sowohl entwickelt als auch ausgeschrieben hat.

Der Preis für nachhaltige Alpenarchitektur ist in seiner vierten Runde. Insgesamt haben es 30 Projekte auf die Shortlist geschafft, darunter auch eine bunte Auswahl aus Österreich. Die Sieger werden im Oktober in Bern prämiert. Das Preisgeld ist mit 50.000 Euro dotiert.

Premiere: Zum zehnjährigen Firmenjubiläum launcht die zur w&p Baustoffgruppe zählende Kema erstmals den „Kemastar Award“. Ziel sei es, die fachgerechte und hochwertige Verarbeitung von Kema-Produkten zu fördern, wie es dazu aus dem Unternehmen heißt. Bewerben können sich sowohl Planer als auch ausführenden Betriebe – bis einschließlich 31. März 2017.

Mit Kupfer auf die Goldspur: Alle zwei Jahre zeichnet ein Expertengremium aus Architekten und Designer architektonische Schmankerl aus, die durch Kupfer oder seine Legierungen erst so richtig an Farbe und Identität gewinnen. Ab sofort können sich interessierte Architekten um den „European Copper in Architecture Award 2017“ bewerben.

Gesucht – gefunden – und gefeiert: Die Interessenplattform für den Holz- und Leichtbau hat im heurigen Jahr Lösungen für bedarfsgerechtes Wohnen in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen prämiert. Von einer Expertenjury bewertet, wurden die besten Projekte am 10. November in der Eventlocation ThirtyFive in den Vienna Twin Towers ausgezeichnet. Im Branchenscheinwerfer: drei Hauptpreisträger und ein Anerkennungspreis.