„blueCARD“-Zertifikat der ÖGNI für Helvetia Generaldirektion

Zertifiziert als nachhaltig bewirtschaftetes Gebäude: Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) verleiht die „blueCARD“ an die Helvetia Generaldirektion am Hohen Markt in Wien. Das Qualitätssiegel geht damit erst zum dritten Mal an ein historisches Gebäude in Österreich.

Helvetia hat dafür laut eigener Aussage in den letzten Jahren gezielt in Energieeffizienz und Nachhaltigkeit investiert: So setzte man in der Generaldirektion beispielsweise auf Strom aus Erneuerbaren Energien, LED-Beleuchtung und Sonnenenergie aus der hauseigenen Photovoltaikanlage. Thomas Neusiedler (im Bild: Zweiter von links), Vorstand für Schaden-Unfall, über die Auszeichnung: „Die ökologische Betriebsführung in Einklang mit Umwelt und Gesellschaft sehen wir nicht nur als unternehmerische Verantwortung, sondern auch als Bekenntnis zur Förderung des Wohlbefindens unserer Mitarbeiter, Kunden und Partner.“

Historisches Gebäude als nachhaltige Herausforderung

Für das betriebliche Umweltmanagement war und ist Gerald Sabath (Erster von links) verantwortlich, der auch den Prozess zur ÖGNI-Zertifizierung inhouse begleitet hat. Dieser hatte die über hundertjährige Baugeschichte und die damals gültigen Bauvorschriften in den Prozess einzubeziehen – mitunter kein leichtes Unterfangen, den Sicherheitsfragen, etwa beim Brandschutz, waren zur Zeit der Errichtung erst in rudimentären Ansätzen in die Bauordnung eingeflossen. Auch was Arbeitsnehmerschutz und Hausinfrastruktur betrifft, war man im monarchistischen Wien noch weit von nachhaltigen Gedanken moderner Prägung entfernt. Erschwerend sei hinzugekommen, dass bei einem Großband 1945 beinahe alle Unterlagen zur Dokumentation des Gebäudes als Informationsquelle verloren gingen, wie es vom Hohen Markt heißt.  

„Wenn historische Gebäude mit aktuellen Maßstäben zur Nachhaltigkeit bewertet werden, stellt dies naturgemäß eine hohe Anforderung an alle Beteiligten dar“, sagt auch Siegfried Sotular (Erster von rechts) von der energieeffizienz Gmbh, der als ÖGNI-Experte den Zertifizierungsprozess für Helvetia betreut hat. Das Bewertungssystem sei eng ausgelegt und lasse folglich keinen Spielraum für Interpretationen.

Kriterienkatalog fürs Qualitätssiegel

Die blueCARD der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) ist eine ganzheitliche Auszeichnung, die Gebäude umfassend auf ihre Nachhaltigkeit bewertet. Das Qualitätssiegel gibt Aufschluss darüber, inwieweit Immobilien intelligent, effizient und nachhaltig genutzt werden. "blueCARD"-Immobilien müssen nicht nur ressourcenschonend, energieeffizient und umweltfreundlich, sondern auch dem soziokulturellen Umfeld entsprechend behaglich und gesund für die Nutzer gestaltet sein. Die Helvetia Generaldirektion in Wien wurde nun als eines von drei historischen unter insgesamt 19 Gebäuden österreichweit prämiert.


AutorIn:

Datum: 03.10.2017

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Ökologie

Bionik macht's möglich: Durch den Einsatz von Technologien nach dem Vorbild der Natur wandelt sich die Fassade von einer passiven Schutzhülle zu einem aktiven Regulator der Energiebilanz eines Gebäudes. Auch Tageslicht kann dank Tier- und Pflanzenwelt in dunkle Räume geleitet werden.

Selbstfahrende Autos werden unseren Individualverkehr revolutionieren, Klimaschutz und Ressourcenschonung weiterhin bestimmende Themen für Politik und Industrie bleiben. Stadtplaner stehen vor neuen Herausforderungen - Experten diskutierten über den Individualverkehr 2050.

Die Unternehmen Habau und Gasokol wurden für ihr Projekt Sonnenwärmeanlage Habau mit dem Ökostar 2015 ausgezeichnet. Das herausragende Projekt besticht durch ein ökologisch höchstwertiges Konzept.

Der Klima- und Energiefonds fördert wieder Projekte, die den Weg zu einer klimafreundlichen und sozialökonomischen „Zero-Emission-City“ ebnen. Beste Chancen auf die Förderung haben Einstiegsprojekte, die "Pionierarbeit" leisten. Die Schwerpunkte liegen im ökosozialen Wohnbau, smarten Industriestandorten und Gewerbebetrieben sowie themenoffenen Projekten besonders innovativer Konsortien.

Die Initiative Bau!Massiv! fordert eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Baustoffen, denn "der effiziente Einsatz von Ressourcen heißt vor allem: Regionales Gewinnen und regionales Einsetzen von Ressourcen“, sagt Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie.

Der europaweit größte Forschungspark für Baustoffe in Wopfing startet mit seinen ersten vergleichenden Messungen. In den kommenden Jahren wird hier mittels Musterhäuser der Zusammenhang zwischen Baustoffen und deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus analysiert.

Mit dem Bau des "Science Tower" soll Österreichs innovativstes Gebäude entstehen. Nun fand der Spatenstich für das Projekt in Mitten der "Smart City Graz" statt. Besonderes Highlight: Es ist weltweit das erste Gebäude, das in der Fassade transparente Energiegläser einsetzt, die Strom liefern.

Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft vergab erstmals ein Zertifikat für nachhaltige Immobilienentwicklung an ein gesamtes Quartier: die "Airport City Vienna".

Auszeichnung für Philips Austria: „Kompetenz im Klimaschutz“ für wertvolle Beratertätigkeit im Rahmen des klima:aktiv Programms „energieeffiziente betriebe“. Mehr als 1 Mrd. Euro Einsparpotenzial in ganz Österreich durch Beleuchtung.