Leitfähiger Beton entwickelt

Auf Basis der bereits in den 1990er Jahren erfundenen "Grätzelzelle" schafften Entwickler einen Farbstoff, der Beton leitfähig macht. Das Material ist günstiger als Silizium-Photovoltaikzellen.

BAU KUNST ERFINDEN/Klussmann/Klooster © BAU KUNST ERFINDEN/Klussmann/Klooster

Damit Beton Strom erzeugen kann, wird er mit der Grätzel­zelle beschichtet. Die Uni Kassel ist mit „DysCrete“ Vorreiter auf dem Gebiet

Forscher an der Universität Kassel haben „DysCrete“ entwickelt, einen leitfähigen Beton, auf den eine Farbstoffsolarzelle gesprüht oder gedruckt wird. Ergebnis sind Strom erzeugende, geschlossene Oberflächen, die als Fassaden, Gehbeläge, Dächer und Ähnliches eingesetzt werden können. Erfunden wurde die spezielle Solarzelle übrigens bereits vor über 20 Jahren von Michael Grätzel an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne, was dieser Technologie auch den Beinamen „Grätzelzelle“ verschaffte.

Kostengünstige Alternative zu Silizium

Im Gegensatz zu herkömmlichen Solarzellen (Silizium-Photovoltaikzellen) können die umweltfreundlichen, biologisch abbaubaren Grätzelzellen sehr kostengünstig hergestellt werden. Ausgangsmaterial sind organische Flüssigkeiten, zu Beginn der Forschung wurde sogar mit Ribiselsaft gearbeitet. Ziel ist es, ein Material zu entwickeln, das nicht nur als Fassadenelement und Fertigteil mit Solarfunktion einsetzbar ist, sondern auch die Oberflächen von Möbeln und Ähnlichem darstellt. Der Einsatz der Technologie im großen Stil könnte das Haus der Zukunft zum selbstständigen Energieträger ma­chen, der sich nachhaltig und dezentral selbst mit regenerativer Energie versorgt.


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Datum: 12.10.2017

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