Forschungspark für Baustoffe

Der europaweit größte Forschungspark für Baustoffe in Wopfing startet mit seinen ersten vergleichenden Messungen. In den kommenden Jahren wird hier mittels Musterhäuser der Zusammenhang zwischen Baustoffen und deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus analysiert.

Baumit/Madzigon © Baumit/Madzigon

Wöchentlich werden in jedem Musterhaus rund 30.000 Messdaten erhoben.

Außerdem wurde ein eigenes, zehntes Messtechnikhaus errichtet, in dem die gesamte Computertechnik installiert ist und sämtliche Messwerte wie Luft- und Wandtemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftionen und Energieverbrauch, abgerufen werden können. In jedem Musterhaus wurden 33 Messsensoren installiert, die rund um die Uhr verschiedenste
physikalische Messgrößen erfassen. Sowohl die Innenräume als auch die Außenbereiche sollen auf gesundheitliche Einflüsse, toxikologische Interaktionen, Wohlbefinden, Behaglichkeit und Auswirkungen auf Stress untersucht werden.

Wissenschaftliche Erfassung und Auswertung

Jedes Forschungshaus ist außerdem mit einer kontrollierten Be- und Entlüftung ausgestattet um vorgegebene Luftwechsel und bestimmte Nutzungsbedingungen (wie Stoßlüften, Dauerlüften, etc.) computergesteuert zu simulieren ohne die Fenster manuell öffnen zu müssen. Sämtliche Messdaten werden autonom generiert und an die externen Projektpartner (FH Pinkafeld, IBO Innenraumanalytik, Med Uni Wien) weitergeleitet. Dort werden sie ausgewertet und deren Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden untersucht. Die Forschungshäuser werden unter notarieller Aufsicht anonymisiert und erhalten einen Zifferncode, sodass von den auswertenden Instituten kein Rückschluss auf die Werte und die Aufbauten gemacht werden kann.

30.000 Daten pro Haus und Woche

Die Messdaten werden alle 20 Sekunden erfasst und gespeichert. Damit werden pro Woche mehr als 30.000 Messdaten pro Haus erhoben. Jürgen Lorenz, F&E-Leiter bei Baumit Wopfinger: "Die ersten Themen, die wir uns in den kommenden Wochen und Monaten detailliert ansehen werden, sind Schalldämpfung und Akustik einzelner Baustoffe als auch die Pufferfähigkeit und Speicherverhalten unterschiedlicher Wandbildner und Innenraumbeschichtungen für Luftfeuchtigkeit, Wärme bzw. Temperatur und damit verbunden ihre Auswirkungen auf das Wohlbefinden."


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Datum: 21.05.2015

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