„Open House“ geht in die dritte Runde

Bereits zum 3. Mal gilt es, architektonisch spannende, ansonsten verschlossene Gebäude Wiens zu entdecken. Im Rahmen von Open House Wien, das heuer unter dem Motto „Findet Stadt“ läuft.

An zwei Tagen, am 10. Und 11. September 2016, zeigt die Weltstadt Wien neue Seiten. Ganz nach dem Vorbild London, wo „Open House“ schon vor 25 Jahren Architektur für jedermann be-, und angreifbar und damit erlebbar gemacht hat, können die Besucher heuer 80 Gebäude, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind, betreten und ihre Besonderheiten auf sich wirken lassen – kostenlos und ohne Anmeldung.

Zeitreise und funktionelle Vielfalt

„Die ausgewählten Gebäude spiegeln die zeitliche und funktionelle Ebene der Stadt wieder“, erklärt Iris Kaltenegger, Architektin und Gründerin des gemeinnützigen Vereins Open House Wien – Architektur für alle. Es sind öffentliche Gebäude, Schulen, Bürogebäude, Gewerbe- und Industriebauten sowie Privathäuser darunter. Sie sind entweder historisch relevant oder beeindrucken mit Architektur am Puls der Zeit.

„Mit der Initiative wollen wir Architektur unkompliziert näher bringen“, so Kaltenegger, „die Menschen sollen ein Gefühl dafür bekommen, warum dieser eine Raum besonders ist, sollen Lust auf Weiterbildung in Sachen Architektur bekommen“.

Gasometer, Umspannwerk, Smartwohnen, ...

Zu den Gebäuden, die man besichtigen kann, gehören unter anderem das Hochhaus in der Herrengasse 6-8, das Wohnprojekt Wien im zweiten Gemeindebezirk, die Edith-Stein-Kapelle, der Wasserturm Favoriten, das Umspannwerk Favoriten, die Sargfabrik, das Wasserschloss Laudon, der Gasometer B, das Plus-Energie-Bürohochhaus der TU Wien, der Klima Wind Kanal der die ÖBB Unternehmenszentrale. Erstmals dabei ist auch das Projekt Smartwohnen – mit Zugang zu den Privatwohnungen. Es  bewerben sich auch zahlreiche Bewohner von außergewöhnlichen Einfamilienhäusern.

An die 250 freiwillige Helfer ermöglichen diesen besonderen Event, 2015 wurden an die 30.000 Besuche gezählt. Bei den ausgewiesenen Fachführungen sind ArchitektInnen bzw. BauexpertInnen vor Ort, es wird auch – in Kooperation mit AHDF (Architectural Heritage and Development Fund) Führungen speziell für Kinder geben.

Eigener Stadtplan

Die Veranstalter haben einen Stadtplan erstellt, alle Gebäude werden in einer Kurzpräsentation vorgestellt. Die Gebäude und Routen wurden so gewählt, dass man die Objekte „grätzelweise“ besuchen kann, die Objekte haben einen Bezug zueinander. Die Stadtpläne liegen ab Mitte August an diversen Standorten auf, Infos gibt es auch auf der Website.

Neuerungen

„Der Mix wird jedes Jahr gemeinsam mit einer wechselnden Jury aus ArchitektInnen, LandschaftsplanerInnen, StatikerInnen, HistorikerInnen und sonstigen BauexpertInnen kuratiert“, sagt Ko-Organisatorin und Architektin Ulla Unzeitig.

Heuer erstmals vertreten sind auch außergewöhnliche Gebäude in Niederösterreich, z.B. das Biotop in Weidling. Weiters neu: das Wohn- & Baucafé in der IG Architektur (am 10. September, 18.00 Uhr, Gumpendorferstraße 63B, 1060 Wien).

Open House weltweit

Open House Wien ist Teil von Open House Worldwide. Gegründet wurde das Format 1992 in London – von der Architektin Victoria Thornton mit dem Ziel, möglichst vielen Menschen Design und Architektur einer Stadt näher zu bringen. Zehn Jahre danach fand das erste Open House außerhalb Londons (in New York) statt. Mittlerweile wird es in über 30 Städten weltweit veranstaltet, von Buenos Aires über Rom, Tel Aviv und Melbourne – bis eben Wien, als erste Stadt im gesamten deutschsprachigen Raum.


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Datum: 09.08.2016

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