Sonnenhaus

Das Sonnenhaus erfüllt Niedrigstenergiestandards und wirbt mit krisensicherem sowie ökologisch verträglichem Heizen hoher Wohnkomfort nicht ausgeschlossen.

Sonnenhaus-Institut e.V. © Sonnenhaus-Institut e.V.

Kollektoren und Wassertank sind die Herzstücke des Sonnenhauses.

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Sonnenhäuser schonen die Umwelt und sparen Heizkosten

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Zukunftsträchtiges Baukonzept

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Je nach Anlage, wird Wärme für etwa drei bis sieben Tage gespeichert.

Nahezu energieautark

Wasser eignet sich bestens zur Speicherung von Wärme. Das Herzstück des Sonnenhauses ist daher ein mehrere Kubikmeter fassender, gut gedämmter Pufferspeicher, in den die Solarenergie der Kollektoren geleitet wird. Der Speicher fasst zwischen 120 und 300 Liter Wasser pro Quadratmeter Kollektorfläche. Je nach gewünschtem Deckungsgrad werden zwischen 25 und 80 Quadratmeter Sonnenkollektoren südseitig am Dach oder an der Fassade angebracht. Eine gute Dämmung und Komponenten zur passiven Nutzung der Sonnenenergie, wie große Fenster oder Wintergärten, ergänzen das Konzept - müssen aber nicht sein.

Wenn die Sonne einmal Pause macht, kann die Wärme über mehrere Tage fast verlustfrei gespeichert werden. Im Falle des Falles springt bei Bedarf eine Zusatzheizquelle ein. Vorzugsweise Holzöfen sorgen auch in sonnenfreien Phasen für Warmwasser und angenehmes Raumklima. Holz ist ein heimischer, nachwachsender Rohstoff, der abgasarm verbrennt sowie kostengünstig zu haben ist und kommt damit dem Umwelt- und Spargedanken entgegen.

Mehrkosten amortisieren sich

Der Mehraufwand bei der Errichtung liegt laut Initiative Sonnenhaus Österreich zwischen 700 und 1000 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche. Peter Stockreiter, Geschäftsführer der Initiative Sonnenhaus Österreich: „Die höheren Errichtungskosten amortisieren sich in der Regel durch die geringen Heizkosten.“ Ein Vorteil im Vergleich zum ebenfalls Energie schonenden Passivhaus sehen viele Sonnenhaus-Befürworter in der „normalen“ Handhabung der Häuser. So kann nach Lust und Laune gelüftet werden, die Installation einer kontrollierten Wohnraumlüftung ist nicht notwendig. Die Schattenseite des Sonnenhauses liegt im großen Platzbedarf für den Wassertank, der entweder in den Keller oder einen anderen Nutzraum verbannt, oder als Stilelement in den Wohnraum integriert wird.

Erste Häuser in Österreich

In Österreich gibt es laut Initiative Sonnenhaus Österreich seit Ende 2010 38 dokumentierte Sonnenhäuser. Das Konzept Sonnenhaus eignet sich auch für den Altbestand. Sofern eine Niedertemperaturheizung vorhanden und das Haus gut wärmegedämmt ist, steht einer Umrüstung auf das Wärme- und Heizkonzept nichts im Wege.

 

 

 


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Datum: 03.08.2012

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