Stadt-Entwicklung: Vom Dorf zur Stadt

Wie haben sich winzige Siedlungen zu Metropolen entwickelt und warum? Die Regionalwissenschaft befassen sich mit den großen Fragen der Stadtentwicklung - und liefern die Grundlagen für zeitgenössische Stadtplaner.

Wie entstehen Städte und auf welchen Grundlagen entwickeln sich Standortnutzungen? Im Forschungsbereich der Stadtplanung haben solche Fragen große Relevanz. Die Regionalwissenschaft, die sich thematisch zwischen der Wirtschaftsgeographie, der Soziologie, der Ökonomie und der Planungswissenschaft bewegt, hat sich darauf spezialisiert.

Am Anfang war die Landwirtschaft

Als eine der ältesten und somit wohl auch der grundlegendsten Theorien gilt das Landnutzungsmodell von Johann Heinrich von Thünen. Es beschäftigt sich mit der Bodennutzung von Agrarbetrieben. Hierbei spielen bei Entstehung von Nutzungszonen nicht primär die Produktionsbedingungen eine Rolle, sondern die Transportkosten. Beeinflusst werden diese von der Entfernung, aber auch von der Verderblichkeit und dem Gewicht des zu transportierenden Gutes. Frischgemüse wie zum Beispiel Tomaten werden daher im Idealfall eher aus kurzer Distanz stammen. Unempfindliche Gemüsesorten wie Kartoffel werden weiter entfernt vom Marktplatz produziert.

Ein zentraler Ort – eine Versorgungsfrage

Eine ganz besondere Rolle für die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgungsinfrastruktur in Österreich spielt die Zentrale-Orte-Theorie, die von Walter Christaller im Jahre 1933 begründet wurde. Sie beschreibt die Gründe für die Größe der Städte und deren Verteilung: vor allem ihre Bedeutung. Aber was ist ein zentraler Ort? Ein zentraler Ort versorgt andere Gebiete mit Gütern oder Dienstleistungen über den eigenen Bedarf hinaus.

In Österreich ist das Zentrale-Orte-Konzept in den Raumordnungsgesetzen der Länder verankert. Hier wird festgelegt welche Infrastruktur in den gewissen Größenstufen der Städten vorhanden sein muss. Ziel ist die Herstellung von möglichst gleichwertigen Lebensbedingungen in allen Teilen des Landes.

Vom Ort zur Metropole

Doch nicht nur in Europa entwickelten sich Regionalentwicklungsmodelle. Auch in den Vereinigten Staaten entstanden eine Vielzahl von Theorien. Einen großen Anteil daran hat die sogenannte Chicagoer Schule, die als sozialökologische Denkweise im frühen 20. Jahrhundert entstand. Eine daraus entstandene Theorie ist das Ringmodell von Ernest Burgess. Es beschreibt die Entwicklung von Städten unter zwei zentralen Gesichtspunkten. Zunächst entwickeln sich Städte unter dem Einfluss der Standortkonkurrenz. Des Weiteren sind Städte in verschiedene radiale Nutzungszonen eingeteilt (Stadtzentrum, Arbeiterwohnviertel, Mittelschicht-Wohngebiet usw.). Eine Weiterentwicklung einer inneren Zone bringt immer eine Veränderung einer außerhalb angrenzenden Zone mit sich. Städte entwickeln sich demzufolge tendenziell von innen nach außen.

Im Gegensatz zu Ernest Burgess beschreibt Homer Hoyt in seinem Sektorenmodell, dass die Entwicklung von Städten nicht radial konzentrisch verläuft, also von innen nach außen, sondern sektoral unregelmäßig. Höherrangige Nutzungen entwickeln sich daher eher in der Nähe von attraktiven Verkehrswegen.

(Andreas Maitisch)


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Datum: 22.05.2012

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