ZV-Bauherrenpreis 2016: Bildungsbauten am Stockerl

Seit den späten Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhundert wird er vergeben: der Bauherrenpreis der Zentralvereinigung der Architektinnen und Architekten Österreichs (ZV). Belohnt werden seit ehedem Engagement, Vorbildrolle und Innovationslust. Anfang November wurden nun in der Linzer Anton Bruckner Privatuniversität die zeitgeistigsten Bauprojekte, allesamt realisiert in den letzten drei Jahren, und ihre Masterminds vor den Vorhang geholt.

Aus insgesamt 100 Einreichungen hatten es im Vorfeld 27 Projekte – und ihre dahinter stehenden Persönlichkeiten sowie Planungsteams, bestehend aus Bauherren, Auftraggebern und Architekten – auf die Shortlist geschafft. Daraus ermittelte die Hauptjury bestehend aus Julia Bolles-Wilson (Münster), Falk Jaeger (Berlin) und Martin Kohlbauer (Wien) insgesamt sechs Preisträger. Am 4. November in Linz am Siegertreppchen: zwei Projekte aus der Bundeshauptstadt Wien, zwei Bauten aus dem diesjährigen Veranstaltungsland Oberösterreich – darunter auch die universitären Gastgeber – und jeweils ein Projekt aus Tirol und Niederösterreich.

Bildungsbauten im Fokus

Marta Schreieck, Präsidentin Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs sprach im Zuge des Award-Abends von einer „bemerkenswerten“ Häufung von Bildungsbauten. Insgesamt waren neun Beispiele nominiert worden – von der Kunstschule für Kinder und Jugendliche bis hin zum Universitätsgebäude. Die Expertin hat dafür gleich mehrere Gründe ausgemacht: Zum einen wäre der Schulbau durch die Debatten über Reformen im Bildungswesen viel stärker Gegenstand von Diskursen, zum anderen sei durch das Zusammenspiel vieler Interessensgruppen besonders viel „Brain-Power“ im Spiel gewesen, wie Schreieck ausführte.

Die nominierten Projekte werden im afo architekturforum oberösterreich noch bis 26. November 2016 zu sehen sein. Vom 13. Dezember bis 27. Jänner werden sie in der Reihe „Architektur im Ringturm“ ausgestellt.

Preisträger: (Projekte in alphabetischer Reihenfolge nach Bundesland und Projekt)

Matthias Raiger © Matthias Raiger

 

Niederösterreich

KAMP Firmengebäude, Theresienfeld
Bauherr: Josef Kampichler
Architektur: gerner°gerner plus, architekten gerner und partner zt gmbh, Wien


Simon Bauer © Simon Bauer

Oberösterreich

Anton Bruckner Privatuniversität, Linz
Bauherr: BEG Bruckner-Universität Errichtungs- und Betriebsgesellschaft mbH
Architektur: Architekturbuero 1 ZT GmbH, Linz
Freiraumplanung: Architekturbuero 1 ZT GmbH / Elch Landschaftsarchitekten, Linz


 Hertha Hurnaus ©  Hertha Hurnaus

Oberösterreich
Schul- und Kulturzentrum Feldkirchen an der Donau
Bauherr: Gemeinde Feldkirchen an der Donau
Architektur & Freiraumplanung: fasch&fuchs.architekten, Wien


Günter R. Wett © Günter R. Wett

Tirol
bilding Kunst- und Architekturschule, Innsbruck
Bauherr: bilding Kunst- und Architekturschule
Architektur & Freiraumplanung: ./studio3 – Institut für experimentelle Architektur, Universität Innsbruck


Andreas Buchberger © Andreas Buchberger

 

Wien
Ingrid-Leodolter-Haus, Pflegewohnhaus Rudolfsheim
Bauherr: GESIBA Gemeinnützige Siedlungs- u. Bau AG / KAV–Wiener Krankenanstaltenverbund
Architektur: wimmerundpartner architektur: wup ZT GmbH, Wien
Freiraumplanung: EGKK Landschaftsarchitektur, Wien


Hertha Hurnaus © Hertha Hurnaus

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Wien
neunerhaus hagenmüllergasse
Bauherr: WBV-GPA, neunerhaus
Architektur: pool Architektur ZT GmbH, Wien
Freiraumplanung: Rajek Barosch Landschaftsarchitektur, Wien


AutorIn:

Datum: 08.11.2016

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