Berliner Büromarkt bleibt auch 2009 schwierig

Die Auswirkungen der Finanzkrise haben den Berliner Büromarkt erreicht. Mit einem Büroflächenumsatz von ca. 490.000 m² weist 2008 insgesamt ca. 110.000 m² weniger Umsatz auf als 2007. Das entspricht einem Rückgang von 18,3 Prozent.

Die Auswirkungen der Finanzkrise haben den Berliner Büromarkt erreicht. Mit einem Büroflächenumsatz von ca. 490.000 m² weist 2008 insgesamt ca. 110.000 m² weniger Umsatz auf als 2007. Das entspricht einem Rückgang von 18,3 Prozent. Ein Großteil der Vermietungen fand dabei im kleinen (100 bis 500 m²) und mittleren (500 bis 2.000 m²) Bereich statt. Großvermietungen bis 10.000 m² waren hingegen selten und sind ein entscheidender Grund für den Umsatzrückgang. Die nach dem dritten Quartal erhoffte Signalwirkung durch die ca. 37.000 m² Anmietung der Deutschen Bahn im Stettiner Carée blieb aus.

Die Ursache für das schlechte Ergebnis im Großflächenbereich liegt im fehlenden Engagement internationaler Unternehmen. Im Vergleich zu 2007 hat sich die ohnehin geringe Anzahl an Zuzügen ausländischer Firmen sogar noch weiter verringert. Hinsichtlich der Miete gibt es mittlerweile einen Trend zu marktüblichen Preisen, da gerade viele der internationalen Investoren im vergangenen Halbjahr ihre zum Teil überzogenen Vorstellungen korrigiert haben. So ist die Spitzenmiete im Vergleich zum dritten Quartal von 22 auf 21,50 Euro gesunken und steht somit wieder auf demselben Wert wie Ende 2007. Die Leerstandsrate hat sich weiter verringert und beträgt 8,4 Prozent. Grund für den Rückgang ist die nachlassende Bautätigkeit. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr ca. 100.000 m² fertig gestellt. Für 2009 werden ca. 120.000 m² an neuer Bürofläche prognostiziert.

Mitte bleibt Stadtteilprimus
Mit insgesamt ca. 195.000 m² umgesetzter Bürofläche bleibt Berlin-Mitte auch 2008 mit weitem Abstand der führende Standort der Hauptstadt. Im Vergleich zu 2007 konnten sogar ca. 35.000 m² mehr umgesetzt werden. Insbesondere gute Lagen in der Friedrichsstraße sowie Büroflächen am Potsdamer und Leipziger Platz waren bei den Nutzern begehrt. In der City West ist die Nachfrage nach Flächen am Kurfürstendamm weiterhin groß. Im Segment der hochwertigen Büroobjekte stehen nur noch ausgewählte Flächen zur Verfügung, so dass hier zukünftig auch von Abwanderungen nach Berlin-Mitte auszugehen ist.

Berliner Büromarkt bleibt auch 2009 schwierig
Wie im vergangenen Jahr wird der Büroflächenmarkt der Hauptstadt auch 2009 von der Frage bestimmt, welche Folgen die anhaltende Finanzkrise auf den Umsatz hat. Bereits jetzt lässt sich erahnen, dass das Ergebnis erneut rückläufig sein wird. Zu einer Senkung der Mietpreise wird diese Entwicklung jedoch nicht führen, da durch die nachlassende Bautätigkeit auf dem Bürosektor, nach wie vor eine Verknappung bei nachgefragten Standorten zu erkennen ist. Als Fazit ist deshalb für das kommende Jahr ein geringerer Flächenumsatz bei gleichbleibenden Mietpreisen zu prognostizieren.

shutterstock © shutterstock


Autor:

Datum: 13.02.2009

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Laut Re/Max ImmoSpiegel wurden 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent mehr Einfamilienhäuser verkauft und verbüchert. Das sind genau 88 Liegenschaften mehr als im Rekordjahr davor: Der Hype um das Häuschen im Grünen ging also in die Verlängerung. Im Vergleich zu 2012 sind die dafür eingesetzten Mittel gleich um ein knappes Drittel nach oben geschnellt.

CBRE meldete heute die ersten Quartalszahlen zum Wiener Büromarkt 2017: Demnach seien rund 36.000 Quadratmeter Fläche neu vermietet worden. Im Vergleich zum Q1 2016 ergibt das ein Minus von 43 Prozent. Doch der Markt soll den Experten zufolge wieder anziehen: Neue Büroflächen und der in die Wege geleitete Brexit könnten für Bewegung sorgen. Die Erwartungen sind jedenfalls hoch.

Es wird viel investiert. Der Motor der heimischen Immo-Branche brummt: Laut den ersten Quartalszahlen aus 2017, die EHL Immobilien in seinem Marktbericht publiziert hat, wurden Objekte mit einem Gesamtwert von rund 710 Millionen Euro gehandelt. Damit wird im Vergleich zu 2016 ein Plus von 45 Prozent ausgewiesen. Und ein Ende des Höhenflugs scheint nicht in Sicht.

Zinshäuser bleiben heiß begehrt. In Wien aber auch im Rest des Landes: Die Otto Immobilien-Gruppe publizierte diese Woche in ihrem Marktbericht aktuelle Wien-Zahlen. Der Zinshausspezialist Hudej hatte bereits zuvor seine Österreich-Bilanz 2016 veröffentlicht.

Der heimische Stadtmensch will eigentlich aufs Land – die Landbevölkerung von dort nicht weg. So der Tenor einer Market-Studie im Auftrag des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie, BAU!MASSIV!, die gestern präsentiert wurde. Der globale Trend, der die städtischen Verdichtungsräume als große „Wunschorte“ ausweise, würde sich den Autoren zufolge hierzulande nicht bestätigen.

Letzten Freitag ist die MIPIM, die größte internationale Gewerbeimmobilienmesse, im südfranzösischen Cannes zu Ende gegangen. Als bestimmende Themen der 2017er-Auflage haben sich die Bereiche Digitalisierung aber auch alternative Assetklassen herauskristallisiert. Die Stimmungslage unter den 23.000 Besuchern war, so einhelliger Tenor an der Côte d´Azur, angehoben: Auch beim auf Logistik spezialisierten Immobilienentwickler Go Asset Development, der das Thema Stadtlogistik ins Spiel bringt.

Eine hohe Transaktionsdichte bei steigenden Preisen meldet Re/Max Austria für das Jahr 2016 am Eigentumswohnungsmarkt: 47.846 Wohnungen seien laut dem heute publizierten Immo-Spiegel verbüchert worden. Dies entspricht im Vergleich zum Rekordjahr 2015 einem Plus von 4.102 Einheiten oder von 9,4 Prozent. Laut den jüngsten Zahlen haben die Preise im Wohnungseigentum um durchschnittlich 4,4 Prozent angezogen.

Es geht in der Bundeshauptstadt weiter aufwärts: Wurden im Jahr 2016 nur 60.000 Quadratmeter Büroneuflächen auf den Markt geworfen, so rechnet man bei EHL Immobilien für das laufende Jahr mit gut dem Zweieinhalbfachen. 2018 dürften laut dem Büromarktbericht des Immo-Spezialisten mehr als 330.000 Quadratmeter folgen. „Damit erreicht beziehungsweise übertrifft das Fertigstellungsvolumen die Rekordwerte aus den Jahren vor der Finanzkrise 2008“, erklärt EHL-Büroimmobilienleiter Stefan Wernhart.

Die Umsatzeinbrüche der Jahre 2012 bis 2015 in der Fertighausbranche gehören der Vergangenheit an: 2016 nahm die mittlerweile stark konzentrierte Branche Fahrt auf. Und mit plus sieben Prozent recht deutlich. Die Zahl der verkauften Häuser stieg um 4,6 Prozent, wie Interconnection Consulting in einer aktuellen Studie aufzeigt. 2017 soll den Autoren zufolge ähnlich gut performen. Realistisch sei ein Umsatzwachstum von 6,4 Prozent. Mit ein Grund? Die Häuslbauer werden bequemer; schlüsselfertige Lösungen boomen. Zudem seien der Aufschwung in der Bauwirtschaft und steigende Preise hilfreich.