Immofinanz bilanziert Einbußen

Das Konzernergebnis der Immofinanz ist um fast 60 Prozent zurück gegangen. Das operative Geschäft zeigt "solide Wachstumsraten", während sich die Mieterlöse und Immobilien-Verkäufe positiv entwickeln.

Das Konzernergebnis der Immofinanz Group ist um mehr als die Hälfte eingebrochen. Satte 59,1 Prozent musste das Unternehmen einbüßen. Damit liegt der Nettogewinn bei 110,8 Millionen Euro. Das Ebit (Ergebnis der Geschäftstätigkeit) ging um 26,6 Prozent auf 508,9 Millionen Euro zurück und das operative Ergebnis stieg um 15,3 Prozent auf 542,1 Millionen Euro.


"Die Konzentration auf das operative Geschäft prägte das Wirtschaftsjahr 2012/13 – und wir können dabei auf mehr als solide Wachstumsraten verweisen. Der Cashflow aus dem Ergebnis erhöhte sich um 8,0 Prozent auf 408,5 Millionen Euro, der nachhaltige Unternehmens-Cashflow (FFO) wurde um 27,1 Prozent auf 341,0 Millionen bzw. von 0,27 auf 0,33 Euro je Aktie gesteigert", kommentiert Eduard Zehetner, CEO der Immofinanz Group, die Entwicklung. „Der Rückgang im Konzernergebnis um 160,4 Millionen Euro ist überwiegend auf geringere positive Effekte aus der Immobilienbewertung zurückzuführen. Diese reduzierten sich währungsbereinigt um 170,7 Millionen Euro auf 37,9 Millionen“, so Zehetner.


Die Zahlen:

Kennzahlen in Mio. €1. HJ '12/13 *)
2012/132011/20122010/2011
Umsatz427,3
869,2781,4763,4
EBIT324,7
508,9692,9
424,1
Außenstände5.650,05.507,15.275,15.310,3
Dividende in Euro
0,15 **)
0,15 **)
0,150,10
Eigenkapitalquote in %
43,8
42,3
44,7
44,0
Gewinn nach Steuern103,3110,8271,2313,5

*) 1. Mai 2012 - 31. Oktober 2012

**) Für das WJ 2012/13 ist derzeit eine Dividendenausschüttung von mindestens 0,15 Euro je Aktie geplant.


Immoverkäufe: Mehr als 100 Prozent Plus

Erfreulich hingegen die Mieterlöse: Sie stiegen um 12,0 Prozent auf 655,8 Millionen Euro. Das Ergebnis aus Immobilienverkäufen verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 108,3 Prozent auf 110,8 Millionen Euro. „Die Immobilienmaschine hat ihre Drehzahl deutlich erhöht. Das gilt vor allem für die Verkaufsaktivitäten, wo mit einem Volumen von rund 661,3 Millionen Euro ein neuer Rekordwert im Rahmen unseres Verkaufsprogramms erreicht wurde", sagt Zehetner. Damit wurde der Zielwert von 1,5 Milliarden Euro nach drei Jahren um 153,2 Millionen Euro bzw. um 10,2 Prozent übertroffen. "Nicht enthalten sind hierbei jene Immobilien, welche in der Bilanz zum 30. April 2013 mit einem Buchwert in Höhe von 583,4 Millionen Euro als zur Veräußerung gehaltenes Immobilienvermögen klassifiziert sind. Bei vielen dieser Immobilien ist zwischenzeitlich der Verkauf bereits erfolgt oder zumindest der Vertrag schon unterschrieben“, sagt der CEO.


"Golden Babylon" bringt negativen Einmaleffekt

Das negative sonstige Bewertungsergebnis in Höhe von -33,2 Millionen Euro (inkl. Währungseffekte) führt zu einem Rückgang des Ergebnisses aus der Geschäftstätigkeit auf 508,9 Millionen Euro (Vorjahr: 692,9 Millionen Euro). Diese Entwicklung habe, so Zehetner, vor allem zwei Ursachen: Einerseits die im Vergleich zum Vorjahr um rund 170,7 Millionen Euro reduzierten positiven Effekte aus der währungsbereinigten Immobilienbewertung, andererseits ein negativer Einmaleffekt (-106,4 Millionen Euro) aufgrund der Anpassung der Kaufpreisverbindlichkeit für den Erwerb des Shopping Center Golden Babylon Rostokino in Moskau. Die Immobilienverkäufe der Immofinanz hingegen, laufen ganz allgemein gut. "Wir verkaufen den Löwenanteil unserer Immobilien über Buchwert", sagt Zehetner.


Bewegung in Sachen BUWOG

Apropos Verkäufe - Immofinanz will sich von österreichischen Immobilien trennen und vermehrt in Deutschland investieren. Der Grund ist ganz einfach erklärt: So seien die Verkaufs-Erlöse in Österreich gut und die Immobilienpreise in Deutschland moderat, sagt Zehetner. Auch in Sachen BUWOG wird sich einiges tun. Zehetner: „Für 2014 planen wir, die in der BUWOG gebündelten Wohnungsbewirtschaftungs- und Wohnungsentwicklungsaktivitäten in Deutschland und Österreich von der Immofinanz Group zu trennen und in ein eigenständiges Unternehmen überzuführen. Das wird entweder durch einen Börsengang via Initial Public Offering (IPO) oder Spin-off erfolgen, abhängig davon, wie sich das relevante Marktumfeld zum Umsetzungszeitpunkt präsentieren wird."


Die Dividende für das Geschäftsjahr 2012/13 wird – vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung am 2. Oktober 2013 – mit 0,15 Euro je Aktie bestätigt. Der Net Asset Value (NAV) je Aktie wurde um 4,9 Prozent auf 5,51 Euro gesteigert.

Immofinanz Group © Immofinanz Group

Die Konzernergebnisse im Überblick.

Immofinanz Group © Immofinanz Group

Die historische Kennzahlenentwicklung.

Immofinanz Group © Immofinanz Group

Überblick Cashflow.


Autor:

Datum: 06.08.2013

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Unternehmen

Wie der Vorstand der börsennotierten S Immo AG gestern bekannt gab, rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr 2016 mit einem "sehr hohen Ergebnis" aus der Immobilienbewertung . Aus heutiger Sicht, so der Konzern in einer Ausssendung, werde sich das Bewertungsergebnis im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr mehr als verdoppeln. 2015 waren hier 84,6 Millionen Euro ausgewiesen worden.

Neukunden aus der High-Tech-Sparte und dem automotiven Sektor haben das Wachstum angekurbelt: Wie der Bohrer- und Fräswerkzeugproduzent Alpen-Maykestag meldet, konnte das Salzburger Unternehmen im Geschäftsjahr 2015/2016 ein Umsatzplus von satten sieben Prozent einfahren. Die 45,2 Millionen Euro will Geschäftsführer Wolfgang Stangassinger (im Bild) im 60. Jahr des Bestehens noch einmal um acht Prozent steigern.

Das Wiener Start-up Daunenspiel – erdacht, konzipiert und realisiert von Sofia Vrecar – hat in Wien-Landstraße seinen ersten Showroom eröffnet. Präsentiert werden laut Firmengründerin exklusive Trends rund um die Ausstattung von „bed, bath & living“. Mit Designer-Bettwäsche, maßgefertigter Ware und Wohnaccessoires will sie sowohl Privatpersonen wie auch Geschäftskunden aus dem Bereich der Hotellerie und der Gastronomie ansprechen.

Vor 45 Jahren läutete die erste Bauhaus-Filiale das moderne DIY-Zeitalter auch in Österreich ein. Zum halbrunden Jubiläum kündigt der Spezialist für Haus und Garten – dort wo notwendig – ein Facelift für bestehende Fachzentren an. Weitere Standorte seien in Planung. Demnächst soll auch ein „moderner Online-Shop“ freigeschaltet werden.

Eine serbische Fachjury hat ihren Sieger gefunden: Die unter dem Markennamen „Hausmajstor“ auftretende serbische Niederlassung der Rustler Gruppe wurde bei den „CIJ Awards“ zum besten Facility Management-Unternehmen des Jahres 2016 gekürt. Insgesamt hatten rund 60 Unternehmen um den Spitzenplatz gerungen.

"Konsequentes Wachstum": 6B47-Vorstandsvorsitzender Peter Ulm meldet für das abgelaufene Jahr 2016 eine Steigerung des Investitionsvolumens von gut 952 Millionen Euro (2015) auf über 1,3 Millionen Euro. Eine Fortsetzung, so der Immoprofi, sei geplant und machbar.