Budapest: Büroüberangebot

Developer in Budapest bereiten zur Zeit die Fertigstellung von mehr als 355.000 Quadratmeter neuen Büroraum für 2009 vor, erklärte „Colliers International“ in Ungarn

Developer in Budapest bereiten zur Zeit die Fertigstellung von mehr als 355.000 Quadratmeter neuen Büroraum für 2009 vor erklärte "Colliers International" in Ungarn - und berief sich dabei auf die Untersuchung und Zusammenfassung aller zur Zeit im Bau befindlichen Projekte. Eine Menge, die die ungarische Onlinewirtschaftsgazette "portfolio.hu" zur hämischen Feststellung und Frage "Erschreckende Zahlen - Was tun mit soviel Büros?" veranlasste.

"Diese Zahl ist größer als erwartet, da niemand bis jetzt die genauen wusste, alle vorhergehenden Auflistungen unvollständig waren - aber wir glauben nun Anfang November 2008 eine ziemlich genaue Liste bezüglich der Lage zu haben", erklärte Rémi Couture, Forschungsleiter bei "Colliers International".

Überangebot

Wenn alle Bauarbeiten tatsächlich rechtzeitig abgeschlossen werden, wird dies einen Anstieg um 17 Prozent im Bürobereich bedeuten. Diese Erhöhung zeigt sich paradoxerweise gerade in einer schwierigen Situation am ungarischen Immobilienmarkt - wenn gerade wegen der internationalen Finanzkrise auch große Firmen zögern, zu expandieren oder einen Umzug in die Wege zu leiten.

"Mit einem solchen Angebot an neuen Flächen, wird es auch keinen großartigen Druck auf die Mieten geben und auch die Auslastung dieser wird wohl einige Zeit auf sich warten lassen müssen. Natürlich muss man mit einigen Verzögerungen rechnen, aber die 355.000 Quadratmeter beziehen sich auf offizielle Angaben der Developer und ihrer Agenten", fügte Couture hinzu.

"Damit erwarten wir Ende 2009 eine Leerstandsrate von mindestens achtzehn Prozent, aber angesichts der fragwürdigen ökonomischen Aussichten und dem hohen Angebotslevel, könnte diese sogar auf 25 Prozent ansteigen", kommentierte Hamish Williams, Leiter der Abteilung für Bürovermietung bei "Colliers International".

"Unsere Analysen zeigen zudem, dass sich zur Zeit annähernd 136.000 Quadratmeter an Büroraum der Klasse A in Bau befinden, die 2010 fertiggestellt sein sollen - und Developer haben bereits Baugenehmigungen für weitere 540.000 Quadratmeter. Einige dieser Projekte könnten und sollten aufgeschoben werden."

Gutes Jahr für Mieter

"Colliers International" prognostizierte weiters, dass 2009 für Mieter sicherlich ein gutes Jahr werden wird, werden sie doch unter einem soliden und durchaus bezahlbaren Angebot auswählen. - Developern und Besitzern stehe aber eine schwierige Zeit bevor.

Optimistischer Ausklang: Budapest wird in den kommenden Jahren gewissermaßen "back to the basics" - Qualität und guter Standort - gehen. Aber alles was nicht Qualität hat oder über einen schlechten Standort verfügt, wird zu kämpfen haben müssen. Eine Brise Optimismus für alle Anleger und Eigentümer versprühte aber Tibor Tatár, Direktor der ungarischen "Futreal Development AG" in einem Videointerview mit "portfoliio.hu" am Budapester "Property Invenstment Forum": Sicherlich werde es durch das Überangebot an Büroraum bis Ende 2009, Mitte 2010 zu Problemen kommen. Allein aber, dass die Developer in der kommenden Zeit nur mit äußerst restriktiv und vorsichtig weitere Büroräume in angriff nehmen werden, wird schon um 2010 wieder zu einer Verknappung führen - und dies wiederum zu einer Mietensteigerung von zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent.

CA Immo © CA Immo

www.atriumpark.hu © www.atriumpark.hu


Autor:

Datum: 02.12.2008

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Die Re/Max Commercial Group geht unter die City Consulter. Ziel sei es, den Entscheidungsträgern abseits der Ballungszentren neue Ansätze zur Attraktivitätssteigerung der Innenstädte zu bieten, heißt es dazu aus dem Unternehmen. Ansprechen will man sowohl öffentlichen Entscheidungsträger als auch Wirtschaftstreibende. Bedarf gibt es jedenfalls: Die Verkaufsfläche reduziert sich kontinuierlich, der Handel ist und bleibt im Wandel.

Ein Bild mit ersten Schönheitsfehlern: Der soeben erschienene Konjunkturbarometer des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) zeichnet zwar ein grundsätzliches Hoch. Im Halbjahresvergleich orten die Autoren in einzelnen Produktgruppen aber eine "problematische Tendenz". Laut VÖB würden hier einige auslaufende Großprojekte hineinspielen. Ein weiterer Grund zur Sorge: Neben dem Tiefbau mangle es vor allem im Bereich Gewerbe- und Industriebau an der notwendigen Investitionsbereitschaft.

Knappes Angebot, steigende Nachfrage und damit einhergehend ein weiteres Preisplus: Wie im aktuellen Vorarlberger Immobilienpreisspiegel nachzulesen ist, lag Österreichs Westen im Jahr 2016 eindeutig im Bundestrend. Eine Entspannung der Lage sei vorerst noch nicht in Sicht, melden die Initiatoren des Immo-Guides, der den Gewerbe- und Wohnmarkt unter die Lupe nimmt.

Am Wohnungsmarkt dreht sich das Preisrad 2017 noch einmal schneller, so der einhellige Tenor der 540 Re/Max-Österreich-Makler in ihrer landesweiten Jahresprognose. Im Schnitt kalkulieren sie im Vergleich zum letzten Jahr mit einem Plus von 3,9 Prozent: basierend auf einem „spürbaren Anstieg“ bei der Nachfrage (plus 4,1 Prozent) und ein Angebotsplus von immerhin 2,6 Prozent.

Tieferer Griff in die Tasche: Was Käufer und Mieter in den letzten Monaten stärker zu spüren bekommen haben, hat mit Blick auf die letzten Zahlen EHL-Wohnexpertin Sandra Bauernfeind im Rahmen der Jahreskonferenz des Immobiliendienstleisters bestätigt. Die Wiener Wohnungspreise sind im Jahr 2016 stärker gestiegen als erwartet. Für heuer rechnet sie aufgrund des steigenden Marktangebots mit einer graduellen Entspannung, die sich in einer stabileren Preis- und Mietentwicklung niederschlagen sollte.

Starke Zahlen, zufriedene Gesichter: Georg Flödl, Präsident des Österreichischen Verbands der Immobilienwirtschaft (ÖVI), sprach gestern vor Journalisten von einem „guten Verkaufsjahr für den heimischen Wohnimmobilienmarkt“. Die Österreicher wären auch 2016 dem Betongold treu geblieben. Zum Jahresfinale präsentierte er gemeinsam mit Immounited eine Analyse der "fünf spannendsten Immo-Regionen Österreichs" – auf Basis der tatsächlich ver- und angekauften, verbücherten Wohnungen. Und so hat Österreich – respektive Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck – im Jahr 2016 performt.

Die Magan Holding, laut eigenen Angaben als „Family Office für die Immobilienwirtschaft“ in Wien und Berlin verortet, expandiert nach Sachsen. Diesen Herbst wurde ein neues Büro in Leipzig aufgesperrt. Holding-Chef Alxander Neuhuber reagiert damit auf die „enorme Dynamik des Immobilienmarkts in den ostdeutschen Städten“, wie es dazu in einer Aussendung heißt. Den neuen Standort hat mit Doris Uehlein eine langjährige Holding-Mitarbeiterin übernommen.

Neue Bausystemlösungen für mehrstöckige Häuser aus Holz: Die Österreich-Offensive wurde letzte Woche vor Fachpublikum im Wiener Architekturzentrum gestartet. Das Unternehmen will die hiesige Bauwirtschaft damit weiter auf den Holzweg führen – und zwar im positiven Sinn.

Was sich Häuslbauer wünschen? Eine Studie im Auftrag der DFH Deutsche Fertighaus Holding AG klärt auf. Wenig überrascht über die auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit fußenden Ergebnisse zeigen sich hierzulande die Spezialisten von Vario-Haus. Ihr Branchenbefund: Die Resultate stünden mit ihren Marktbeobachtungen im Einklang. Die eigene Produkt-Range und -Entwicklung sei längst darauf abgestimmt und damit auf Kundenlinie.