Büromarktbericht Wien Frühjahr 2009

Obwohl die weltweite Finanzkrise in vielen Branchen und Ländern deutliche Spuren hinterlässt, erweist sich der Wiener Büromarkt als erstaunlich stabil. Die Attraktivität ist nicht für inländische, sondern auch für ausländische Investoren äußerst groß.

Speziell die offenen deutschen Immobilienfonds - die in den vergangenen Monaten einen starken Zufluss an Geldern zu verzeichnen hatten, sind am österreichischen Markt aktiver als in der Vergangenheit. Während sich 2006 die deutschen Fonds mit den anderen internationalen Investoren beim Umsatzvolumen noch die Waage hielten, zogen die Aktivitäten unserer nördlichen Nachbarn im Jahr 2007 merkbar an. Mit 34 Prozent der Investmentsumme lagen sie eindeutig vor ihren Konkurrenten mit lediglich 13 Prozent und 2008 dürfte dieser Prozentsatz noch einmal etwas höher liegen.

Anfang November hat zum Beispiel ein Immobilien-Spezialfonds der deutschen Fondsgesellschaft Deka Immobilien Investment GmbH das moderne Bürogebäude "silk 7" in der Seidengasse im 7. Wiener Gemeindebezirk erworben. Verkäufer des 10.350 Quadratmeter großen Objektes war die Immofinanz. Laut einer Statistik der Austrian Business Agency (ABA), die Unternehmen im Auftrag des Wirtschaftsministeriums berät, hat sich die Zahl der in den ersten sechs Monaten 2008 betreuten Unternehmen gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres um 27 Prozent erhöht und stellt mit 116 einen Höchstwert in der 26-jährigen Unternehmensgeschichte dar.

Weiterhin ist Wien der beliebteste Standort: 45 der Unternehmen entschieden sich für die Bundeshauptstadt. Das wichtigste Herkunftsland war auch im vergangenen Halbjahr Deutschland mit 51 Unternehmen. Neben Deutschland und Italien kamen die betreuten Firmen im ersten Halbjahr 2008 vermehrt aus der Schweiz sowie aus Russland und Ungarn. Internationale Standortvorteile besitzt Wien vor allem in punkto Sicherheit und Infrastruktur: Wien belegt im weltweiten Ranking von Städten nach deren Lebensqualität (Mercer's world-wide quality of living survey vom Juni 2008) unter mehr als 200 Städten den 2.Platz.

Der Markt in Zahlen

shutterstock © shutterstock

Gesamtbestand: ca. 10.500.000 m²
Rendite: ca. 5%
Leerstand: ca. 5%
Durchschnittsmietpreis: 12,10 Euro Netto/m²

Büroflächen 2008
Angebot neu: rund 240.000 m²
Vermietungsleistung: rund 340.000 m²

Büroflächen Prognose 2009
Angebot neu: 220.000 m²
Vermietungsleistung: Nachfrage weiterhin auf hohem Niveau, Auswirkung der Wirtschaftsentwicklung bleiben abzuwarten.
ProjektLageGrößeFertigstellung
Hessgasse10103.4002009
Neutorgasse10105.0002009
Rund 4102021.1002009
Biz 2102017.0002009/10
Rivergate102050.0002010/11
City Gate11008.0002011
Team Building110026.0002011
Catamaran102040.0002009
TownTown Bauphase 4103013.9902010
TownTown Bauphase 5103051.3502010
shutterstock © shutterstock

Gratl Peter © Gratl Peter


Autor:

Datum: 15.11.2010

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Immobilienprojekte

Dacapo für den oberösterreichischen Objektentwickler am Wiener Immo-Markt: Die Consulting Company (CC) ist mit dem offiziellen Spatenstich in das Projekt „Steinterrassen“ in der Leyserstraße in Wien 14 gestartet. Gebaut werden 70 Eigentums- und Vorsorgewohnungen sowie ein Kindergarten. Die dort bestehende Polizeiinspektion wird neu errichtet. Auch Ordinationsflächen sind geplant. Fertiggestellt soll die Anlage laut Unternehmensaussendung im Jahr 2018 sein.

Die Kallco-Gruppe baut 325 frei finanzierte Wohnungen in Wien Simmering. Das neu entstehende Quartier 11 soll nicht nur in eine naturnahe Umgebung eingebettet werden. Mit dem eigenentwickelten Energiekonzept „Klima Loop“ favorisiert man eine grüne und entsprechend kostensparende Variante. Die dazu notwendigen Tiefenbohrungen haben bereits begonnen. Die ersten Mieter sollen davon bereits 2018 profitieren können.

Kick-off für das Projekt „Karree Korneuburg“: Die NOE Immobilien Development AG (NID) errichtet am Korneuburger Hauptplatz 71 Wohnungen sowie Büro- und Geschäftsflächen. Das Ensemble aus historischer Bausubstanz und einem Neubau soll dem Zentrum ein neues architektonisches Gesicht geben. Die Fertigstellung ist für April 2018 beanraumt.

Der Wiener Zinshausmarkt ist im Dauerhoch. Neben gewerblichen und privaten Investoren tummeln sich Stiftungen und institutionelle Anleger am City-Markt. Besonders gefragt seien laut Brancheninsidern innerstädtischen Liegenschaften, wo eine auf konservative Veranlagungsmodelle abzielende Klientel naturgemäß die höchsten Renditen und Wertzuwächse erwarten könne. Doch attraktive Angebote sind derzeit Mangelware – mit wenigen Ausnahmen. Mit einem revitalisierten Objekt in der Josefstadt ist nun die CPI Immobilien Gruppe diesen Herbst am Start.

Die Buwog hat mit der Errichtung von 140 freifinanzierten Eigentumswohnungen nahe der Alten Donau in Wien 21 begonnen. Ein offenes Wohnkonzept – inklusive Urban Gardening auf dem Dach – soll junge Familien ansprechen. Ihren grünen Daumen können sie dort bereits ab 2018 unter Beweis stellen.

Die Österreichische Post errichtet über ihre Immo-Sparte 25 Eigentumswohnungen im Jahrhundertwende-Palais in der Neutorgasse 7. Für eine finanzkräftige Klientel sind großzügige Turmzimmer und Terrassen mit Blick auf die Innenstadt eingeplant. Die Fertigstellung soll im Sommer 2018 erfolgen.

Eine Woche der Spatenstiche, die wohl Einträge ins Rekordbuch mit sich bringen dürfte: Nach dem Baustart für „The Tower“, den neuen Hochhaus-Giganten am Persischen Golf, legte Wien gestern mit dem Kick-off zum laut Investor weltweit höchsten Hochholzhaus in der Wiener Seestadt Aspern nach. Nach einer zweieinhalbjährigen Entwicklungsphase soll das 84 Meter hohe und 24 Stockwerke umfassende Gebäude, genannt HoHo, bis 2018 errichtet werden. In Summe fließen 65 Millionen Euro in das Projekt.

Start für das nächste Mammutprojekt im Emirat Dubai: S.H. Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Vizepräsident und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate, hat am Dienstag, dem 11. Oktober, den Spatenstich für den Bau von "The Tower" in Dubai Creek Harbour vorgenommen. Bei seiner Fertigstellung wird der Koloss seinen „Nachbarn“, den 828 Meter hohen Burj Khalifader, überragen und damit das höchste Gebäude der Welt sein. Der Turm soll zur Expo in Dubai im Jahre 2020 eröffnet werden.