Casino in der Pampa

Seit Jahren wird über den Bau des Freizeitparks „Eurovegas“ mit Casino in Ungarn nahe der burgenländischen Grenze bei Nickelsdorf spekuliert. Nun befindet sich das Projekt kurz vor seiner Realisierungsphase – aber reduziert.

Laut der ungarischen Internetwirtschaftszeitung Napi haben die österreichischen Behörden bedingtes grünes Licht zur Errichtung eines Casinokomplexes bei der Gemeinde Bezenye im Dreiländereck Slowakei-Österreich-Ungarn erteilt: Sie würden allein die Einhaltung internationaler Abkommen und Umweltauflagen fordern. Ein letztes Hindernis sei nur mehr die Annahme der letzten grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung bezüglich des vom ungarischen Casinokomplex zwischen Bratislava, Nickelsdorf und Hegyeshalom produzierten Verkehrs- und Umweltbelastungsaufkommens. Sollte die zur Zeit bei der Burgenländischen Landesregierung und den betroffenen Gemeinden aufliegende Analyse Antworten auf die noch offen Fragen bezüglich der zu erwartenden Luftverschmutzung geben, könnte der Bau demnächst beginnen.

Milliardengeschäft mitten in der Pußta
Das seit 2003 immer wieder lancierte, aber nie begonnene Projekt einer ungarischen MegaCasinostadt vor den Toren Wiens hatte zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden, wechselte mehrmals die Finanzgeber und wurde zuletzt empfindlich auf vorerst ein GroßCasino zusammengestutzt. Vor allem wegen der steigenden Arbeitslosigkeit im brachen Dreiländereck fand das anfänglich heftig umstrittene Projekt zuletzt immer mehr Unterstützung, soll es doch 1.300 Arbeitsplätze garantieren. Auch die voraussichtlichen Steuereinnahmen von ca. einer Milliarde Forint - immerhin 3,6 Millionen Euro - sind für den am Rande des Bankrotts dahintaumelnden ungarischen Staat nicht unerheblich.

Laut den Informationen der Regionalzeitung Kisalföld wiederum wird aber das Bauansuchen für das Megaprojekt nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen die Gesellschaft Eurovegas GesmbH stellen, sondern Phase Asset 1, eine Firma mit Sitz in Mosonmagyaróvár. Der Antrag bezieht sich vorerst auf die Errichtung eines 90.000 Quadratmeter großen zweistöckigen Gebäudes auf einem Gelände von 350 Hektar: Hier werden das zentrale Casino, das Restaurant und weitere Dienstleistungsbetriebe untergebracht. Das dazu gehörige Hotel wird darüber hinaus ein 83 Meter hohes, 23-stöckiges Gebäude mit 316 Zimmern und Panorama Sky-Bar umfassen.

Das Projekt steht unter Fertigstellungsdruck, muss doch laut Konzessionsvertrag mit dem ungarischen Staat das erste Casino bereits im November 2010 seine Tore öffnen.

Aktuelle Träume
Das Projekt war zuletzt auch dadurch beschleunigt worden, dass sich Eurovegas entschlossen hatte, nicht mehr weiter nach potenziellen Investoren zu suchen, sondern ein reduziertes, kleineres Projekt selbst zu realisieren. Andere Investoren, so eine in Singapur ansässige amerikanische Firma und der Australier James Pack waren bereits in den Jahren zuvor von der Investition zurückgetreten.

In der ersten Phase soll nun vorerst nur das zentrale Casino mit 1.500 Spielmaschinen sowie hundert Roulette- und Blackjack-Tischen errichtet werden - gemeinsam mit dem Hotelhochbau. Geplant ist weiters ein Konferenzzentrum für 4.000 Teilnehmer.

Kisalföld.hu © Kisalföld.hu


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Datum: 13.08.2009

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