Chinas Solar Valley

Die solarbetriebene Ökostadt "Solar Valley" ist fast ausschließlich mit solarer Warmwasseraufbereitung ausgerüstet und wird von solarbetriebenen Laternen gesäumt. Solarpionier Huang Ming lernte unter anderem auch von Österreichern.

China hat Europa im Bereich der Photovoltaik längst überholt. Chinesische Firmen exportieren in die ganze Welt. Sie sind Global-Player bei der Produktion von Solarmodulen: Rund 60 Prozent der weltweiten Umsätze gehen nach China.


Der chinesische Unternehmer und Solarpionier Huang Ming gehört zu den gefragtesten Ökoinnovatoren weltweit. Seine Firma Himin Solar Energy erzeugt mit über 9.000 Mitarbeitern 300 Millionen m2 Solarpaneelen pro Jahr - so viel wie die gesamte EU im selben Zeitraum produziert.


"Ich habe eine Menge von euch gelernt"
Der Träger des Alternativen Nobelpreises hielt in Wien einen Vortrag zum Thema "Solarenergie – Realität und Vision für die Zukunft der Menschheit." Ming – in China auch Sonnenkönig genannt - begann bereits Anfang der 1990er Jahre in einer kleinen Werkstatt mit Solarforschung. Der einstige Ölingenieur hatte schon früh die Gefahren der globalen Erwärmung erkannt und beschloss, etwas dagegen zu tun. Auf seinen Studienreisen durch Europa, besuchte er in den letzten Jahren unter anderem auch fünf Mal Österreich: "Ich habe eine Menge von euch gelernt".


Was Huang Ming in Europa zum Thema lernte, kann man nun in der chinesischen Stadt Dezhou besichtigen: Die solarbetriebene Ökostadt "Solar Valley" liegt im Nordosten der Volksrepublik, rund 300 km von Peking entfernt. Die 5,5-Millionen-Einwohner-Stadt ist fast ausschließlich mit solarer Warmwasseraufbereitung ausgerüstet und wird von solarbetriebenen Laternen beleuchtet. In Universitäten und Fabriken wird nach Lösungen für eine kohlenstoffarme Zukunft gesucht.


Erneuerbare Energien verändern unser Leben

Ming ist überzeugt, dass die Erneuerbaren Energien unser gesellschaftliches Leben, angefangen bei Mobilität, Wohnen, Konsum und Freizeitverhalten ändern werden. Er engagiert sich auch politisch: Auf sein Betreiben hin wurde 2005 das Gesetz für erneuerbare Energien in China durchgesetzt. Ming will grüne Technologien für alle erschwinglich machen.

"Solar-Häuser, Solar-Autos, Solar-Tankstellen, Solar-Laternen, Solar-Computer, Solar-Heizung, Solar-Klimaanlagen und Solar-Fabriken – alles wird einmal mit Sonnenenergie betrieben werden", ist Ming überzeugt. Dem Rat von manchem Architekten, die Solarpaneele zu verstecken, ist Ming nicht gefolgt: Auf fast allen Dächern von Solar Valley glitzern Sonnenstrom- und Solarwasseranlagen im Sonnenlicht. Und der Erfolg gibt ihm Recht: Sämtliche Objekte in Solar Valley sind bereits verkauft.

In 50 Jahren soll es in China bereits neun Solar Valleys geben. Und wo steht dann Europa?

(Ulrike Biberschick)

Himin Solar Energy © Himin Solar Energy

Solar Valley

Himin Solar Energy © Himin Solar Energy

Solar Valley bei Nacht

Himin Solar Energy © Himin Solar Energy

Solarpionier: Huang Ming

Himin Solar Energy © Himin Solar Energy

Sogar die Schaukel funktioniert mit Sonnenenergie.

Himin Solar Energy © Himin Solar Energy

Die Solarpaneele werden nicht versteckt, im Gegenteil, sie werten das Gebäude optisch auf.


Autor:

Datum: 17.04.2012

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Immobilienprojekte

Wien wächst weiter – und damit die Nachfrage nach Wohnraum. Das bringt Anleger und Developer verstärkt auf den Plan. Für Erstere hat die Avoris Immobilienentwicklungs Gmbh ein neues Projekt in der Anschützgasse 32 (Wien 15) als Bauherrenmodell am Start.

Signa errichtet bis Herbst 2018 das erste Projekt von Renzo Piano in Österreich. Im neuen Stadtteil Quartier Belvedere entstehen mehr als 340 Wohnungen, direkt daneben baut Signa, in Kooperation mit der Hyatt Gruppe, das Lifestyle-Boutique-Hotel Andaz Am Belvedere Vienna. Die Bauarbeiten für die beiden Projekte schreiten seit dem Baustart im Februar 2016 zügig voran.

Vor kurzem hat die ARE Austrian Real Estate Development – eine auf Projektentwicklungen spezialisierte Tochter der ARE – die Wohnhausanlage „Rosenhöfe” in Graz Geidorf fertiggestellt. Jetzt laufen die Übergaben an die neuen Eigentümer.

Die Buwog baut 36 freifinanzierte Dachgeschoßwohnungen auf dem Bestandsobjekt am Samhaberplatz in Wien 1140. Bereits vor Fertigstellung sind 80 Prozent der Wohnungen verkauft.

In der Pelikangasse in Wien Altersgrund entstehen 45 Eigentumswohnungen. Bezirksvorsteher-Stellvertreter Thomas Liebig: "Dieses neue Projekt trägt der Nachfrage nach mehr Wohnraum im Bezirk Rechnung."

Die BUWOG Group hat die Gleichenfeier für das Projekt "Uferkrone" im Berliner Stadtteil Köpenick begangen - Nicht das einzige Großprojekt der BUWOG, das zur Zeit in der deutschen Hauptstadt verwirklicht wird.

Die Bauarbeiten für das neue Stadion des SK Rapid Wien in Wien Hütteldorf gehen voran. Dass die Spielstätte an ihrem historischen Standort bleibt, war von Anfang an außer Diskussion. Ab 2016 können die Fußball-Fans in ihrem "neuen Zuhause" wieder jubeln.

Die 2011 ins Leben gerufene Wohnbauinitiative ist Wiens Antwort auf den steigenden Wohnraumbedarf der kommenden Jahrzehnte. Die Seestadt Aspern gilt dabei als ein prestigeträchtiges Vorzeigebeispiel für urbanes Wachstum innerhalb der Stadtgrenzen. Nun ist das gesamte Wohnbauprojekt abgeschlossen.

Selbstfahrende Autos werden unseren Individualverkehr revolutionieren, Klimaschutz und Ressourcenschonung weiterhin bestimmende Themen für Politik und Industrie bleiben. Stadtplaner stehen vor neuen Herausforderungen - Experten diskutierten über den Individualverkehr 2050.