Deloitte erwartet Aufwärtstrend in Europa

In der Studie European Powers of Construction (EPoC) rechnet Deloitte mit einem Wachstum in der Baubranche. Die Trends: "Internationalisierung der Konzerne" und "Diversifikation der Serviceleistungen".

picco.at © picco.at

Alexander Hohendanner, Partner Deloitte Österreich.

In der Studie European Powers of Construction (EPoC) analysiert Deloitte die Lage der europäischen Baubranche und ihre Trends. Die gute Nachricht: Für 2014 zeichnet sich endlich wieder Wachstum ab, das 2015 laut Studienautoren noch anziehen soll. Signifikante branchenweite Trends ortet Deloitte in der Internationalisierung des Geschäfts sowie der Diversifikation der Leistungsportfolios. Untersucht wurden die Marktposition und das wirtschaftliche Standing der 50 größten börsennotierten Bauunternehmen Europas aus insgesamt 17 Ländern.

Auslandsaktivitäten bergen Risiken

In der europäischen Baubranche zeichnen sich die beiden Trends "Internationalisierung der Konzerne" und "Diversifikation der Serviceleistungen" ab. Beschränkte Marktgrößen und damit -anteile im westeuropäischen Raum sowie eine stagnierende Entwicklung dieser Märkte resultierten in den vergangenen Jahren in einer verstärkten Suche nach Investitionsmöglichkeiten und Wachstumschancen im Ausland. Die Deloitte-Studie zeigt allerdings, dass die Auslandsaktivitäten der Baukonzerne nicht unbedingt zu höheren Marktwerten führen, sondern sogar deutliche Risiken bergen: So steht zwischen dem Internationalisierungsgrad und der Ergebnis-Marge für Bauaktivitäten laut Studie eine negative Wechselbeziehung.

Alexander Hohendanner, Partner Deloitte Österreich: „Der Internationalisierungsgrad beeinflusst die durchschnittliche Profitabilität sowie die Liquiditätssituation der Baukonzerne. Im Vergleich konnten jene Unternehmen, die sich vor allem auf heimische Märkte konzentrierten, 2013 eine durchschnittliche Ergebnis-Marge von 4 % erzielen, während sich international tätige Baugruppen mit ca. 2,2 % zufriedengeben mussten."

Rückzug aus Süd- und Osteuropa

Vor allem in Süd-, Ost- und Südosteuropa wird der Konkurrenzkampf beim Bauinvestment immer härter. „Durch Dumpingpreise, kombiniert mit einer schlechten Konjunkturentwicklung in diesen Ländern, können nur geringe Margen erzielt werden, was sich negativ auf die Jahresergebnisse der Unternehmen auswirkt“, sagt Hohendanner. Die Bauunternehmen würden sich daher bereits aus diesen Regionen zurückziehen und sich wieder stärker auf den heimischen Markt konzentrieren.

Diversifikation

Den zweiten großen Branchentrend ortet Deloitte im wachsenden Angebot nicht bautechnischer Leistungen wie z. B. Facility Management oder Leistungen im Bereich Energie. Statistisch gesehen überwiegen auch hier die Risiken: Eine höhere Diversifikation der Geschäftsbereiche der Bauunternehmen geht laut Studie mit einer höheren Nettoverschuldung einher.

Deutliches Wachstum erwartet

Die Europäische Kommission rechnet für die Bauindustrie 2014 mit einem moderaten und für 2015 mit einem deutlichen Wachstum. Wesentliche Treiber dabei seien die massiven Investitionen etlicher Länder in die Modernisierung ihrer Infrastruktur.

In Österreich wird eine Steigerung der Bau-Investments um 1,9 % (2014) und 2,2 % (2015) erwartet. Auf EU-Ebene geht man von + 1,7 % für 2014 und + 2,8 % für 2015 aus. Von allen untersuchten Ländern liegt Österreich – bezogen auf das Bauvolumen im Verhältnis zum BIP im Jahr 2013 – mit 11,3 % auf Platz 5 nach Rumänien, Finnland, Frankreich und Polen.


Autor:

Datum: 02.09.2014

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Investment

Neuer und bekannter Mitspieler beim heimischen Bauträger: Wie gestern im Zuge der außerordentlichen Hauptversammlung offiziell bekannt gegeben wurde, übernimmt Klemens Hallmann mit seiner Hallmann Holding 38 Prozent an der österreichischen SÜBA-Beteiligungs Aktiengesellschaft. Gleichzeitig wird er in den Aufsichtsrat einziehen.

Die Buwog Group hat den Verkauf von gut 1.100 Wohnungen im Bundesland Tirol gemeldet. Damit werden rund 89.000 Quadratmeter Gesamtmietfläche – rund 4,8 Prozent des Österreich-Portfolios – veräußert. Käufer ist der Immo-Investor Jargonnant Partners. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart, das Closing soll laut Aussendung bis Mitte 2017 über die Bühne gehen.

Neuer Eigentümer für den geplanten Wohnturm: Die Wiener 6B47 Real Estate Investors AG hat die Projektentwicklung der 21-geschossigen Wohnimmobilie „Cascada“ im Frankfurter Europaviertel an ein Joint Venture der Bauwerk Liegenschaften aus München und der Red Square aus Neu-Isenburg verkauft.

Die S Immo AG meldet erneut positive Quartalszahlen. Laut heutiger Aussendung sei man auf bestem Wege das Geschäftsjahr mit einem neuen Rekord abzuschließen, wie es seitens des Immo-Investors heißt. Vorstandsvorsitzender Ernst Vejdovszky nennt dafür vor allem zwei Gründe: die aus dem Verkauf von rund einem Drittel des deutschen Wohn-Portfolios lukrierten Bewertungsgewinne und die generelle Entwicklung im laufenden operativen Geschäft.

Erst Anfang November meldete die UBM Development AG den Verkauf ihrer im Bau befindlichen Hotels im QBC 5. Jetzt haben der Immo-Entwickler und sein Partner S Immo einen Forward Deal für das entstehende dritte Baufeld im Quartier Belvedere Central mit der Union Investment unter Dach und Fach gebracht. Fertigstellung und Übergabe sollen laut UBM-Meldung im Herbst 2017 über die Bühne gehen.

Eigentümerwechsel bei der ehemalige Frucht- und Mehlbörse am Wiener Schottenring. Der generalsanierte Prestigebau wurde für den offenen Immobilienfonds „Real Invest Austria“ von der Bank Austria Real Invest Immobilien KAG erworben. Die Verhandlungen und der Verkaufsprozess sind im Auftrag der Eigentümer von der Wiener CBRE-Dependance begleitet worden. Der Kaufpreis liegt laut Aussendung des Immobilienspezialisten im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Die UBM Development AG meldet den Verkauf ihrer im Quartier Belvedere Central (QBC) im Bau befindlichen Hotels. Neuer Eigentümer des künftigen ibis und Novotel Hotels der Accor-Gruppe ist der französische Asset Manager Amundi Real Estate. Dem Immobilienentwickler zufolge soll der Kaufpreis bei 85 Millionen Euro liegen. Beide Häuser, die erst Mitte September ihre Dachgleiche feiern konnten, sollen schon im kommenden Sommer eröffnen.

Milchriese mit neuem Logistikzentrum: Der zentrale Berglandmilch-Standort in Aschbach Markt im Mostviertel verfügt künftig über 20.700 vollautomatisch bedienbare Palettenstellplätze. Damit hat man auf insgesamt 28.000 aufgestockt. Das neue Lager werde noch diesen November hochgefahren, sagt Berglandmilch-Geschäftsführer Josef Braunshofer. In Summe wurden 20 Millionen Euro investiert.

Buwog-Hauptversammlung stimmt dem Gewinnverwendungsvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zu. Dividende von 0,69 Euro je Aktie wird ausgeschüttet.