Bratislava: Wozu in die Ferne schweifen?

Im Vergleich zu anderen Ländern östlich von Österreich, entwickelt sich die Slowakei stabil. In Bratislava siedeln sich immer mehr Hightech-Unternehmen an und sowohl Hotels als auch Büroobjekte werden gut nachgefragt.

S Immo AG © S Immo AG

Das Austria Trend Hotel in Bratislava wurde 2009 eröffnet.

Detlef Overmann © Detlef Overmann

. ..Seitdem herrscht in dem Hotel reger Betrieb.

Hotels: Zweistellige Steigerung

So verzeichnete beispielsweise der Hotelmarkt der S Immo in Bratislava im April und Mai 2013 zweistellige Steigerungsraten bei der Auslastung. Im Mai konnte sogar ein Plus von 63,4 Prozent erwirtschaftet werden. Auch der RevPar, der durchschnittliche Umsatz pro verfügbarem Zimmer, konnte sich im April 2013 zweistellig – jedoch auf noch immer niedrige 38 Euro – verbessern. Das in der Innenstadt gelegene Austria Trend Hotel (Vysoká) etwa, ist gut gebucht. Und auch in Zukunft erwartet Friedrich Wachernig, Vorstand der S Immo AG, eine positive Tendenz: "Diese positive Entwicklung könnte ein erstes Signal dafür sein, dass die Talsohle in dem von einem Überangebot geprägten Markt durchschritten ist."

 


Einzug von Hightech-Unternehmen

Doch die Stadt zieht nicht nur Touristen an. Auch Geschäftsreisende werden hier immer öfter residieren. Denn zahlreiche Hightech-Unternehmen haben sich mittlerweile in Bratislava angesiedelt und betreiben hier vor allem Servicezentralen, wie etwa Accenture, Dell oder HP. Und die Investoren reagieren auf die steigende Nachfrage nach modernen Büroimmobilien. Erst im Frühling letzten Jahres eröffnete zum Beispiel das Office Building Galvaniho 4 der S Immo, in das unter anderen Samsung, Oracle und Bosch-Siemens eingezogen sind. Ein weiteres Büroobjekt in Planung: Das Einsteinova. Hier soll auf rund 11.600 m² Grund ein modernes, nachhaltiges Büro mit einer vermietbaren Fläche von 22.500 m² entstehen.

 

Slowakei auf gutem Weg

Die Slowakei entwickelt sich damit trotz schwierigem wirtschaftlichen Umfeld positiv, während etwa Ungarn, Rumänien und Bulgarien von der Marktsituation besonders betroffen sind. "In Ungarn haben sich auch auf Grund der politischen Situation zahlreiche Investoren aus dem Markt zurückgezogen, große Konzerne legen ihre Standorte zusammen, und die Nachfrage nach Büroflächen hat abgenommen", sagt Wachernig.

 

 

 

 

 


Autor:

Datum: 09.09.2013

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Letzten Freitag ist die MIPIM, die größte internationale Gewerbeimmobilienmesse, im südfranzösischen Cannes zu Ende gegangen. Als bestimmende Themen der 2017er-Auflage haben sich die Bereiche Digitalisierung aber auch alternative Assetklassen herauskristallisiert. Die Stimmungslage unter den 23.000 Besuchern war, so einhelliger Tenor an der Côte d´Azur, angehoben: Auch beim auf Logistik spezialisierten Immobilienentwickler Go Asset Development, der das Thema Stadtlogistik ins Spiel bringt.

Eine hohe Transaktionsdichte bei steigenden Preisen meldet Re/Max Austria für das Jahr 2016 am Eigentumswohnungsmarkt: 47.846 Wohnungen seien laut dem heute publizierten Immo-Spiegel verbüchert worden. Dies entspricht im Vergleich zum Rekordjahr 2015 einem Plus von 4.102 Einheiten oder von 9,4 Prozent. Laut den jüngsten Zahlen haben die Preise im Wohnungseigentum um durchschnittlich 4,4 Prozent angezogen.

Es geht in der Bundeshauptstadt weiter aufwärts: Wurden im Jahr 2016 nur 60.000 Quadratmeter Büroneuflächen auf den Markt geworfen, so rechnet man bei EHL Immobilien für das laufende Jahr mit gut dem Zweieinhalbfachen. 2018 dürften laut dem Büromarktbericht des Immo-Spezialisten mehr als 330.000 Quadratmeter folgen. „Damit erreicht beziehungsweise übertrifft das Fertigstellungsvolumen die Rekordwerte aus den Jahren vor der Finanzkrise 2008“, erklärt EHL-Büroimmobilienleiter Stefan Wernhart.

Die Umsatzeinbrüche der Jahre 2012 bis 2015 in der Fertighausbranche gehören der Vergangenheit an: 2016 nahm die mittlerweile stark konzentrierte Branche Fahrt auf. Und mit plus sieben Prozent recht deutlich. Die Zahl der verkauften Häuser stieg um 4,6 Prozent, wie Interconnection Consulting in einer aktuellen Studie aufzeigt. 2017 soll den Autoren zufolge ähnlich gut performen. Realistisch sei ein Umsatzwachstum von 6,4 Prozent. Mit ein Grund? Die Häuslbauer werden bequemer; schlüsselfertige Lösungen boomen. Zudem seien der Aufschwung in der Bauwirtschaft und steigende Preise hilfreich.

Wien wächst rasant weiter, im letzten Jahr zogen rund 28.000 Menschen in die Bundeshauptstadt. Damit steigt die Misere auf den Wohnungsmarkt, wie auch der erste Wiener Wohnungsmarktbericht für das Jahr 2017, der heute von der Buwog und EHL im Architekturzentrum Wien präsentiert wurde, belegt. Fazit: der Nachfrageüberhang wird nicht gedeckt. Das hat steigende Mieten und Kaufpreise zu Folge.

Fachmarktzentren, dominierende Großketten, die in die Malls drängen – die Innenstädte haben zunehmend mit dem Geschäftssterben zu kämpfen. In Wien steuert die Wirtschaftskammer mit einem Leerflächenmanagement in enger Kooperation mit der Immobilienwirtschaft gegen – und meldet damit für 2016 positive Ergebnisse. Die Leerstandsquote sank dank Gastronomie und Kleinhandel im Vergleich zu 2015 um 16 Prozent.

Plus bei Umsatz und Gewinn, neue Standorte realisiert und weitere in der Pipeline – auch in Österreich: Die Budget Design Hotelgruppe Motel One präsentierte dieser Tage ihre Bilanz zum Geschäftsjahr 2016 und gab ihre nächsten Expansionsziele bekannt.

Die Immofinanz ließ 2016 am rumänischen Büromarkt die Muskeln spielen: In der Hauptstadt Bukarest wurden circa 80.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet. Das sind laut Unternehmensangaben mehr als 40 Prozent des gesamten Büro-Bestandsportfolios im Kernmarkt.

Die Rekordjagd am heimischen Immobilienmarkt ist auch im Jahr 2016 weitergegangen. Wie das Maklernetzwerk Re/Max meldet, wurden im abgelaufenen Jahr landesweit 121.436 Immobilienverkäufe im Wert von 26,87 Mrd. Euro im Amtlichen Grundbuch vermerkt. Ein Steigerungsrate von satten 8,3 Prozent im Vergleich zu 2015.