Große Unterschiede am europäischen Fertighausmarkt

Europas Fertighausmarkt zeigt für das Jahr 2015 ein sehr uneinheitliches Bild. Wie eine Interconnection Consulting-Studie herausgefunden hat, gibt es positive Kaufrückmeldungen vor allem aus den westlichen Ländern. Osteuropa hinkt tendenziell weiter hinterher. Auch für Österreich wird ein Minus ausgewiesen.

Ein Marktwachstum konnte laut Studie nur in drei von sieben osteuropäischen Ländern verbucht werden. In Westeuropa stiegen indes die Verkaufszahlen in fünf von acht Ländern an. Europaweit ist in den 15 untersuchten Ländern die Zahl der verkauften Objekte im Jahr 2015 um 2,9 Prozent nach oben geklettert. Dies lässt die Fertighausquote im Untersuchungsgebiet um schwache 0,4 Prozentpunkte auf 12,8 Prozent steigen – und liegt damit weiterhin abgeschlagen hinter der rekordverdächtigen österreichischen Vergleichszahl von 34,3 Prozent. Weniger Anlass zur Freude geben hingegen die aktuellen Verkaufszahlen am rot-weiß-roten Heimatmarkt, die laut Interconnection Consulting um 4,9 Prozent nachgegeben haben.

Westeuropa

Neben Österreich und der Schweiz war auch der Fertighausmarkt im Spanien unter Druck. In den restlichen fünf Ländern im europäischen Westen konnten den Studienautoren zufolge stärkere Zuwächse registriert werden. So meldet Italien ein Plus von 9,7 Prozent – und das bei einer insgesamt reduzierten Bautätigkeit im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser. Ein ähnliches Bild liefert Frankreich, wo ein Wachstum von 8,2 Prozent verzeichnet werden konnte; gefolgt von Großbritannien (plus 6,5 Prozent), Deutschland (plus 4,3 Prozent) und Belgien (plus 1,8 Prozent).

Osteuropa

In Polen stieg der Verkauf von Fertighäusern um 12,9 Prozent. Wie ein Blick auf die Zahlen verrät, ist es 2015 auch in Tschechien und der Slowakei im Marktsegment weiter bergauf gegangen. Einbrüche verzeichneten hingegen Kroatien (minus 18,8 Prozent) und Bosnien-Herzegowina (minus 25,7 Prozent). Weniger dramatisch – wenn auch nicht rosig – ist die Marktlage in Ungarn (minus 6,3 Prozent) und in Slowenien (minus 1,6 Prozent). Damit dürften dort die Fertighausquoten weiter im einstelligen Bereich dahindümpeln.


AutorIn:

Datum: 07.11.2016

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Durchschnittlich 204.000 Euro kostete ein Einfamilienhaus in Österreich im 1. Halbjahr 2016, so das Maklernetzwerk Re/Max. Das Bundesland Niederösterreich ist Spitzenreiter bei der Anzahl der Verkäufe und beim Verkaufs-Volumen.

Im Versuch, die konjunkturellen Folgen des Brexit-Votums abzufedern, bereitet die britische Regierung ein Maßnahmenpaket zur Förderung der Wohnimmobilienwirtschaft vor.

Gehört Carbonbeton und Lichtbeton die Zukunft? Beide sind leichter und damit transportfähiger, des weiteren sollen sie energieeffizienter sein als klassischer Beton. Lichtbeton ist zudem auch hübsch anzusehen.

Im ersten Halbjahr 2016 gab es in Österreich rund 60.000 Immobilien-Verbücherungen – ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2015. Die stärksten Zuwächse gab es im Burgenland, in Vorarlberg und Tirol – Oberösterreich ist Schlusslicht, so das Maklernetzwerk Re/Max.