European Retail Market Report sieht steigende Mieten

Im Jahr 2009 werden die Einzelhandelsmieten in vielen westeuropäischen Märkten spürbar nachgeben. In den meisten aufstrebenden Ländern Mittel- und Osteuropas wird hingegen mit steigenden Einzelhandelsmieten gerechnet

Im Jahr 2009 werden die Einzelhandelsmieten in vielen westeuropäischen Märkten spürbar nachgeben. In den meisten aufstrebenden Ländern Mittel- und Osteuropas wird hingegen mit steigenden Einzelhandelsmieten gerechnet. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie "European Retail Property Market 2009", die vom internationalen Immobiliendienstleistungsunternehmen King Sturge anlässlich der Einzelhandelsimmobilien-Messe MAPIC in Cannes vorgestellt wurde.

"Besonders die großen fünf Wirtschaftsnationen Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien werden betroffen sein", fasst Sascha Hettrich, Managing Partner von King Sturge Deutschland, die wesentlichen Aussagen der Studie zusammen. "Eine Erholung der Situation wird erst für das Jahr 2010 erwartet."

Die Prognose fällt jedoch nicht für alle Länder des europäischen Kontinents negativ aus. "In den aufstrebenden mittel- und osteuropäischen Ländern Bulgarien, Tschechien, Polen, Rumänien, Slowenien und Slowakei wird ein positives Wirtschaftswachstum vorausgesagt", stellt Hettrich fest. "Die wachsende Kaufkraft und der Nachholbedarf an Einzelhandelsflächen werden den Markt stärken." Es wird erwartet, dass die Mieten in den Top-Lagen von Städten wie Bukarest, Prag und Warschau um bis zu zehn Prozent steigen.

Robuste Mietmärkte

Laut Studie wird der Einzelhandelssektor derzeit als einer der unsichersten im Gewerbeimmobilienmarkt eingestuft. Es muss jedoch zwischen den Investmentmärkten und Mietmärkten unterschieden werden. Auch wenn einige Einzelhandelsunternehmen ihre Umsatzziele in 2009 nicht erreichen dürften, werden sich die Mietmärkte generell als robust erweisen. Dennoch werden die Einzelhandelsunternehmen künftig bei der Anmietung von Flächen härter mit Vermietern und Shoppingcenter-Eigentümern verhandeln.

Diese sich auf den gesamten pan-europäischen Einzelhandelsimmobilien-Markt beziehenden Ergebnisse müssen jedoch länder- und städtespezifisch unter die Lupe genommen werden. Insbesondere in Deutschland sind deutliche regionale Unterschiede zu erkennen. Im Süden Deutschlands - etwa in Freiburg und Tübingen - werden Steigerungen bei den Einzelhandelsumsätzen von rund 36 Prozent innerhalb der nächsten zehn Jahre, in vielen ostdeutschen Städten wie Chemnitz und Leipzig jedoch von weniger als zehn Prozent vorhergesagt.

Außergewöhnliche Investmentchancen

Die prognostizierte Marktsituation verlangt nach neuen Perspektiven: 2009 werden Investoren eine höhere Wertschöpfung aus ihren Immobilien anstreben und ihr Asset Management deutlich aktiver gestalten müssen. Auch die Objektpreise geraten unter Druck, in Einzelfällen fallen sie um bis zu 30 Prozent. "Die veränderte Kaufpreisentwicklung auf dem Einzelhandelsimmobilien-Markt eröffnet außergewöhnliche Investmentchancen für Cashplayer", sagt Sascha Hettrich.

King Sturge schätzt, dass grenzüberschreitende Immobilientransaktionen inzwischen zwölf Prozent aller europäischen Einzelhandelsimmobilien-Geschäfte ausmachen. Ein schwieriger Einzelhandelsmarkt wirkt sich eher beflügelnd als lähmend für weitere Crossborder-Expansionen der Investoren aus. Ein schwaches Handelsklima kommt eher den international agierenden Handelsriesen entgegen und bewirkt, dass diese ihre Marktanteile ausbauen.


Autor:

Datum: 12.08.2009

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Der österreichische Markt für kommerzielle Immobilien ist laut jüngstem Bank Austria Real Estate Report für Österreich nach wie vor sehr attraktiv. Im Gesamtjahr 2016 könnte mit 3,9 Milliarden Euro bei kommerziellen Immobilien ein zumindest ähnlich hohes Investitionsniveau wie im letzten Jahr erreicht werden.

Durchschnittlich 204.000 Euro kostete ein Einfamilienhaus in Österreich im 1. Halbjahr 2016, so das Maklernetzwerk Re/Max. Das Bundesland Niederösterreich ist Spitzenreiter bei der Anzahl der Verkäufe und beim Verkaufs-Volumen.

Im Versuch, die konjunkturellen Folgen des Brexit-Votums abzufedern, bereitet die britische Regierung ein Maßnahmenpaket zur Förderung der Wohnimmobilienwirtschaft vor.

Gehört Carbonbeton und Lichtbeton die Zukunft? Beide sind leichter und damit transportfähiger, des weiteren sollen sie energieeffizienter sein als klassischer Beton. Lichtbeton ist zudem auch hübsch anzusehen.