Wohnumfrage - Österreicher wollen raus!

...und zwar nicht nur aufs Land sondern auch in den Cities. Balkon, Dachterasse und Co. werden immer wichtiger bei der Wohnungssuche. In Eigentum investieren wollen die Menschen vor allem, weil sie ihr Geld sinnvoll einsetzen möchten. Das ergibt eine aktuelle Umfrage von s REAL und Wohnnet.

S Real/wohnnet.at © S Real/wohnnet.at

Grafik: Welche Immobilienarten werden bevorzugt?

Im Vergleich zu den Umfragen der vergangenen Jahre - die Umfrage wird jedes Jahr einmal durchgeführt - blieb das Verhältnis derer, die Immobilieneigentum erwerben wollen (60 %), zu denjenigen, die auf der Suche nach einer Mietimmobilie sind (40 %) unverändert. Richard Mauerlechner, Geschäftsführer Wohnnet Medien GmbH: "Die Menschen bevorzugen Eigentum weil sie den Wunsch nach Sicherheit verspüren. Sie wollen ihr Geld nachhaltig investieren." Mietwohnungen werden aber nicht nur wegen der aktuellen Lebensphase bevorzugt (26 %). Rund ein Drittel der Befragten (33 %) begründet mit den aktuellen finanziellen Möglichkeiten. Eine erhöhte Flexibilität und Freiheit sind für weitere 26 % ausschlaggebend dafür, dass sie der Mietwohnung den Vorzug geben.

Gründe für Umzug vielfältig

Insgesamt sind die Hauptmotive für die Immobiliensuche sehr vielfältig: So gaben 18 % der 2.748 Umfrageteilnehmer an, dass die derzeitige Immobilie zu klein ist, gefolgt von jenen 17 % die angaben, statt einer Mietwohnung Eigentum erwerben zu wollen. Für 14 % ist ein Berufs- oder Ortswechsel der ausschlaggebende Grund und weitere 11 % wollen mit der neuen Immobilie die Qualität ihrer Wohnsituation verbessern. Familiengründung und -zuwachs (9 %), die erste eigene Wohnung (7 %) oder Kostensenkung (6 %) waren weitere Faktoren, die die Befragten als Gründe für ihre Immobiliensuche angaben. Bei nur 3 % der Wohnungssuchenden war laut Umfrage ein auslaufender (Miet-)Vertrag das Motiv.

S Real/wohnnet.at © S Real/wohnnet.at

Grafik: Welche Kriterien spielen für die Wahl der Immobile - abgesehen von Lage und Preis - die größte Rolle?

Prioritäten im Wandel

Bei den Wünschen zur Wohnqualität ergab die Umfrage 2015 eine eindeutige Verschiebung der Prioritäten im Vergleich zu den Ergebnissen aus den Vorjahren: War eine intelligente Raumaufteilung in den letzten Jahren noch regelmäßig für die Hälfte (50 % und mehr) der Befragten sehr wichtig, ist sie das heuer nur noch für 34 %. Eklatant zugenommen hat hingegen der Anteil derjenigen, die sich einen Balkon oder eine Terrasse wünschen, nämlich von 22 % auf 31 % der Wohnungssuchenden. "Freiflächen gewinnen definitiv an Bedeutung. Die Nachrüstung mit Balkonen oder der Bau einer Dachterasse können den Wert einer Immobilie enorm steigern", sagt Michael Pisecky, Geschäftsführer s REAL Immobilien.

S Real/wohnnet.at © S Real/wohnnet.at

Grafik: Gründe für Eigentum

Auch die absolute Wohnfläche ist heuer wieder wichtiger als noch in den Vorjahren: Für 23 % spielt die Fläche eine wichtige Rolle, 2012 waren es 18 %. "Der Suchtrend geht also in Richtung gehobener Qualität", sagt Richard Mauerlechner.

Lage sticht Energieeffizienz

Nach wie vor bevorzugen die Österreicher ein Leben am Land: 45 % der Befragten wünschen sich ländliche Idylle, weitere 18 % ziehen ein Leben in einer Bezirksstadt dem in der Bundeshauptstadt oder einer Landeshauptstadt vor.

Leicht gestiegen ist der Prozentsatz derer, die eine Immobilie aufgrund von schlechten energetischen Faktoren nicht kaufen oder mieten würden, selbst wenn sie sich in der gewünschten Lage befände (von 23 auf 26 %). Mit heuer nur 47 % sank der Prozentsatz derer, die angaben, dass Energieeffizienz zwar wichtig, aber kein Muss-Kriterium sei (2014: 53 %). Für 27 % der Umfrageteilnehmer ist die Lage der Immobilie allemal entscheidender als gute Kennzahlen im Energieausweis. Damit ist dieses Segment im Vergleich zu den Vorjahren sogar größer geworden (2014: 24 %).

Richard Mauerlechner: "Das Resümee kann hier nur lauten, dass die Intention des Gesetzgebers, nämlich die Sensibilisierung der Menschen auf energieeffizientes Bauen und Wohnen, durch das EAVG nicht erreicht werden konnte und die Mehrheit mit den Kennzahlen HWB und fGEE immer noch nichts anzufangen weiß. Aus diesem Grund und als direkte Reaktion auf die Umfrage wird Wohnnet als zusätzliche Serviceleistung den Heizlastrechner zur Ermittlung des Heizwärmebedarfs und der gesamtheitlichen Energieeffizienz wieder einführen."

wohnnet.at/Alexander Hofbauer © wohnnet.at/Alexander Hofbauer

Michael Pisecky, Geschäftsführer s REAL Immobilien: "Es muss wirklich alles passen, damit auch gekauft wird, Kompromisse gibt es kaum."

Golden Ager immer mobiler

Auch die ältere Generation sucht: So ist der Anteil der 70-Plus-Jährigen, der mobil nach Immobilien sucht, im Vergleich zum Vorjahr um 5 % gestiegen. Insgesamt wissen die Befragten genau, was sie wollen, sagt Pisecky: „Exklusive Immobilien werden immer noch gut nachgefragt, aber die Interessenten in diesem Bereich sind sehr wählerisch. Es muss wirklich alles passen, damit auch gekauft wird, Kompromisse gibt es kaum."

"Der Preis muss passen"

Neben exklusiven Liegenschaften stehen aber vor allem auch günstigere Eigentumswohnungen im Fokus des Interesses: In Wien sind das zum Beispiel Durchschnittspreise bis zu 3.500 Euro/m² bzw. Gesamtkaufpreise um die 350.000 Euro für eine Eigentumswohnung. "Wenn der Preis passt, ist noch immer viel Bewegung am Immobilienmarkt vorhanden. Auch die nach wie vor sehr günstigen Finanzierungen ermöglichen es, sich trotz der derzeitigen Preise den Wunsch nach einer Eigentumswohnung oder einem Haus zu erfüllen, man muss aber damit rechnen, dass man solche Immobilien nicht in den zentralen Lagen finden wird“, weiß Richard Mauerlechner.


AutorIn:

Datum: 18.06.2015

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Fachmarktzentren, dominierende Großketten, die in die Malls drängen – die Innenstädte haben zunehmend mit dem Geschäftssterben zu kämpfen. In Wien steuert die Wirtschaftskammer mit einem Leerflächenmanagement in enger Kooperation mit der Immobilienwirtschaft gegen – und meldet damit für 2016 positive Ergebnisse. Die Leerstandsquote sank dank Gastronomie und Kleinhandel im Vergleich zu 2015 um 16 Prozent.

Plus bei Umsatz und Gewinn, neue Standorte realisiert und weitere in der Pipeline – auch in Österreich: Die Budget Design Hotelgruppe Motel One präsentierte dieser Tage ihre Bilanz zum Geschäftsjahr 2016 und gab ihre nächsten Expansionsziele bekannt.

Die Immofinanz ließ 2016 am rumänischen Büromarkt die Muskeln spielen: In der Hauptstadt Bukarest wurden circa 80.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet. Das sind laut Unternehmensangaben mehr als 40 Prozent des gesamten Büro-Bestandsportfolios im Kernmarkt.

Die Rekordjagd am heimischen Immobilienmarkt ist auch im Jahr 2016 weitergegangen. Wie das Maklernetzwerk Re/Max meldet, wurden im abgelaufenen Jahr landesweit 121.436 Immobilienverkäufe im Wert von 26,87 Mrd. Euro im Amtlichen Grundbuch vermerkt. Ein Steigerungsrate von satten 8,3 Prozent im Vergleich zu 2015.

Die UBM macht weiter Tempo. Nach dem Pilot Tower in Krakau trennt sich der Immobilienentwickler im Zuge seines strategischen Verkaufsprogramms „Fast Track 2017“ gemeinsam mit seinem Joint Venture-Partner Warimpex für insgesamt 34 Millionen Euro von zwei Hotels in Katowice (PL) und Pilsen (CZ). In Österreich geht das Magna Logistik- und Betriebszentrum in Graz für 17 Millionen Euro an Palmira Capital Partners.

Die Re/Max Commercial Group geht unter die City Consulter. Ziel sei es, den Entscheidungsträgern abseits der Ballungszentren neue Ansätze zur Attraktivitätssteigerung der Innenstädte zu bieten, heißt es dazu aus dem Unternehmen. Ansprechen will man sowohl öffentlichen Entscheidungsträger als auch Wirtschaftstreibende. Bedarf gibt es jedenfalls: Die Verkaufsfläche reduziert sich kontinuierlich, der Handel ist und bleibt im Wandel.

Ein Bild mit ersten Schönheitsfehlern: Der soeben erschienene Konjunkturbarometer des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) zeichnet zwar ein grundsätzliches Hoch. Im Halbjahresvergleich orten die Autoren in einzelnen Produktgruppen aber eine "problematische Tendenz". Laut VÖB würden hier einige auslaufende Großprojekte hineinspielen. Ein weiterer Grund zur Sorge: Neben dem Tiefbau mangle es vor allem im Bereich Gewerbe- und Industriebau an der notwendigen Investitionsbereitschaft.

Knappes Angebot, steigende Nachfrage und damit einhergehend ein weiteres Preisplus: Wie im aktuellen Vorarlberger Immobilienpreisspiegel nachzulesen ist, lag Österreichs Westen im Jahr 2016 eindeutig im Bundestrend. Eine Entspannung der Lage sei vorerst noch nicht in Sicht, melden die Initiatoren des Immo-Guides, der den Gewerbe- und Wohnmarkt unter die Lupe nimmt.

Am Wohnungsmarkt dreht sich das Preisrad 2017 noch einmal schneller, so der einhellige Tenor der 540 Re/Max-Österreich-Makler in ihrer landesweiten Jahresprognose. Im Schnitt kalkulieren sie im Vergleich zum letzten Jahr mit einem Plus von 3,9 Prozent: basierend auf einem „spürbaren Anstieg“ bei der Nachfrage (plus 4,1 Prozent) und ein Angebotsplus von immerhin 2,6 Prozent.