Der aktuelle Immobilienpreisspiegel für ganz Österreich

Am heimischen Immobilienmarkt herrscht "stabile Großwetterlage", fasst Georg Edlauer, Obmann des Fachverbandes der Immobilientreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) die Ergebnisse des Immobilienpreisspiegel 2015 zusammen. Von den extremen Preissteigerungen der vergangenen Jahre sei der Markt "weit entfernt" - Ausnahmen bestätigen die Regel.

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Michael Pisecky, Fachgruppenobmann Wien, Reinhold Lexer, Fachverbandsobmann-Stv., Georg Edlauer, Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der WKÖ, Gerald Gollenz, Fachverbandsobmann-Stv. und Fachgruppenobmann Steiermark und Eugen Otto, Eigentümer der Otto Immobilien Gruppe, bei der Präsentation des Immobilienpreisspiegel 2015 (v.l.).

Auch wenn auf Grund einer neuen Methodik bei der Erhebung in den verschiedenen Segmenten privaten Eigentums die Daten nicht direkt mit den Ergebnissen des Immobilienpreisspiegel 2014 verglichen werden können, zeigt sich eine deutlich stabilere Preislage als in den vergangenen Jahren. Nicht zuletzt weil in vielen Regionen "die Grenzen der Leistbarkeit erreicht sind" beruhigt sich die Lage, sagt Michael Pisecky, Obmann der Wiener Immobilientreuhänder. Nicht vergessen dürfe man aber, dass die Wohnqualität innerhalb der vergangenen Jahrzehnte im Verhältnis zu den Kosten überproportional angestiegen sei - man bekomme heute also mehr Qualität für ähnlich hohe Preise.

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Preise für Mietwohnungen in Wien nach Bezirken.

Mieten pendeln sich ein

So zeigt sich vor allem am Markt für Mietwohnungen (freier Mietzins) österreichweit ein recht einheitliches Bild: Im Jahresabstand stagnierten laut Immobilienpreisspiegel der WKÖ die Preise im Burgenland sowie in Oberösterreich, Vorarlberg und der Steiermark, in Salzburg gingen sie sogar um 2,5% auf durchschnittlich acht Euro pro Quadratmeter zurück. In den anderen Bundesländern gab es geringfügige Preissteigerungen, den moderatesten in Wien mit plus 1,1%. Georg Edlauer: "Auch bei den Mieten ist Vernunft eingekehrt. Sie sind im Jahresvergleich stabil geblieben. Was hingegen gestiegen ist, sind die Betriebskosten, wie Kommunalabgaben, Versicherungsprämien etc."

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Überblick: Die Preise in Wien.

Loft und Penthouse sind passé

Sowohl Mieter als auch Käufer sollten vor allem bei der Wahl der Lage möglichst flexibel sein, rät Pisecky. "Deshalb ist es wichtig, die Randbezirke zu verdichten. Das brächte abgesehen von dringend benötigter Wohnfläche auch eine Belebung von Gastronomie und Handel mit sich und insgesamt mehr Urbanität in die Stadt. Was es allerdings im Zuge von Dachausbauten sicher nicht mehr braucht, sind Lofts und Penthäuser, sondern unbedingt kleinere Wohneinheiten, die für Paare und Kleinfamilien mit Durchschnittsgehalt leistbar sind", ist Pisecky überzeugt.

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Österreichweit durchschnittlicher Quadratmeterpreis von Wohnimmobilien.

Kompromisslose Käufer

Während für viele Mieter der Preis eine große Rolle spielt, wollen Eigentümer vor allem ein neues Heim, um ihre Wohnqualität zu verbessern - Zu diesem Ergebnis kam eine kürzlich veröffentlichte Studie von s REAL und Wohnnet. Kompromisse wollen die Käufer, insbesondere im Luxusbereich, nicht eingehen. "Exklusive Immobilien werden immer noch gut nachgefragt, aber die Interessenten in diesem Bereich sind sehr wählerisch. Es muss wirklich alles passen, damit auch gekauft wird, Kompromisse gibt es kaum", so Pisecky. Im Interesse von "Otto-Normal-Verbraucher" hingegen stehen im allgemeinen Immobilien, die einen Gesamtkaufpreis von 350.000 Euro für eine Eigentumswohnung nicht überschreiten, wie aus dem Bericht hervor geht.

Baugrundstücke stark eingebremst

In der Kategorie Einfamilienhäuser ist der Markt je nach Bundesland etwas heterogener: Teuerstes Pflaster war mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 2.649,30 Euro das Bundesland Salzburg, günstigstes die Steiermark. Genauso unterschiedlich stellt sich auch die Preissituation bei Reihenhäusern dar: Während die durchschnittlichen Quadratmeterpreise mit 1.167,50 Euro in der Steiermark am niedrigsten waren, waren sie mit 2518,60 Euro in Wien am höchsten.

Wurden im Jahr zuvor noch zweistellige Zuwachsraten bei den Kosten für Baugrundstücke verzeichnet, so lagen sie laut Preisspiegel 2014 in allen Bundesländern im einstelligen Bereich. In Niederösterreich gab es mit einem Minus von 0,2% sogar erstmalig wieder einen leichten Rückgang. Nach wie vor absoluter Spitzenreiter ist Wien, wo bis zu 761 Euro pro Quadratmeter bezahlt wurden. Der Durchschnittspreis für einen Quadratmeter Baugrund bewegte sich in Wien allerdings bei 592 Euro - und legte damit um drei Prozent zu. Am günstigsten waren Baugrundstücke laut Erhebung mit Quadratmeterpreisen von durchschnittlich 77,20 Euro (plus 1,6%) in der Steiermark.

Gewerbe: große Gefälle

Die Preise für Büroflächen, Geschäftslokale und Betriebsgrundstücke sind laut Immobilienpreisspiegel im Österreichdurchschnitt 2014/2015 nahezu gleichgeblieben. Regional betrachtet allerdings kommt es zu größeren Unterschieden. Fachverbandsobmann-Stellvertreter Reinhold Lexer aus Kärnten ist überzeugt: "Das Gefälle zwischen den Ballungszentren und den dazugehörigen "Speckgürteln" sowie den ländlichen Regionen dürfte sich aufgrund der demografischen Entwicklungen wohl noch weiter vergrößern."

Wiener Zinshausmarkt

Der Zinshausmarkt zählt hingegen laut Otto Immobilien Gruppe weiterhin zu den stabilsten Faktoren am Immobilienmarkt der Bundeshauptstadt, die Preise haben sich zuletzt "auf hohem Niveau etabliert", sagt Eugen Otto, Eigentümer der Wiener Otto Immobilien Gruppe. Die niedrigsten Einstiegspreise sind demnach weiterhin außerhalb des Gürtels mit rund 750 Euro pro Quadratmeter zu finden. Für ein Gründerzeit-Zinshaus bzw. einen Anteil davon innerhalb des Gürtels sind hingegen zumindest 1.330 Euro pro Quadratmeter zu investieren.

Renditen stabil

Sehr stabil sind laut Marktbericht auch die aktuellen Renditen von Zinshäusern: So können Anleger derzeit mit mindestens 1,5% in der Wiener Innenstadt und maximal 5,8% im 10. und 11. Bezirk rechnen. Als bemerkenswert sieht Otto vor allem die Entwicklung im ersten Bezirk, wo die Spitzenpreise seit dem ersten Halbjahr 2014 um immerhin rund 6% angestiegen sind, während sie im 8., 9., oder 15. Bezirk sanken.

Die Nachfrage nach einem Investment in ein Gründerzeit-Zinshaus war im Vorjahr ungebrochen hoch, berichten die Experten. Den Berechnungen zufolge kletterte der Umsatz des Jahres 2014 vor allem auf Grund eines höheren Nachlaufs auf 760 Millionen Euro, für 2015 rechnet Otto mit einem ähnlichen Wert. Im Vorjahr gingen 77% des Transaktionsvolumens in den Besitz von Unternehmen, wobei vor allem Versicherungen immer stärker als Käufer vertreten sind. Bemerkenswert sei auch, dass etwa Gebietskörperschaften oder Privatstiftungen als Käufer im Vergleich zum Vorjahr um 6%‐Punkte zulegten.


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Datum: 24.06.2015

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