Ingenieur Ben Schmidt warnt vor Überdämmung

Ohne Plan und Wissen dämmen ist leider oftmals Realität, warnt Ingenieur Ben Schmidt in seinem Gastkommentar. Es fehle an Sensibilisierung und objektiver Information sowie Sanierungs- und Energiekonzepten.

Die Zeichen der Zeit stehen auf Grün. Die Sanierungsbranche und Energiebranche boomt – nicht zuletzt dank attraktiver Förderungen von Bund und Ländern. Dabei darf eines nicht vergessen werden. Energetische Maßnahmen werden nicht automatisch, weil sie „grün“ sind, richtig, sinnvoll und professionell ausgeführt. „Vorsicht vor Überdämmung“ steht als Matapher dafür, dass trotz gutem Willen nicht alles glatt läuft.

Meine tägliche Erfahrung ist die, dass Leute hauptsächlich irgendwelche Sanierungen (ohne Plan, ohne Konzept) machen. Da kommt es vor, dass überdimensionierte Heizung eingebaut werden, falsche Dämmstoffe verwendet werden, die Geschoßdecke mit 30cm gedämmt wird, während die Kellerdecke ungedämmt bleibt, falsche Dämmstoffe verwendet und Dampfbremsen auf der falschen Seite angebracht werden, dichte Gebäude ohne Komfortlüftung oder zumindest ohne dem Wissen über das erforderliche Nutzerverhalten betreffend Fenster-Lüftung errichtet werden. Das lukrieren von Förderungen bei unkoordinierten und falschen Maßnahmen wird aussichtslos.

Das Problem liegt meiner Meinung nach daran, dass es immer noch an Sensibilisierung, objektiver Information und umfassenden Sanierungskonzepten und Energiekonzepten fehlt.

Dass all die energetischen Maßnahmen gut gemeint sind, aber dennoch zu Problemen führen, hängt nicht zuletzt mit der einseitigen, nur positiv geführten Kommunikation der Thematik zusammen. Dadurch haben es auch Laien und Professionisten leicht, ohne das erforderliche Spezialwissen und den Blick für das Gesamte, auf der „heile Welt“ -Welle mitzuschwimmen. Die fehlende Objektivität bei der Beratung tut das ihrige dazu.

Die postiv besetzte Kommunikation ist lobenswert, jedoch erreicht Sie nicht alle. Versicherungen haben erkannt, dass ein Sicherheitsbedürfnis, und schließlich geht es darum bei jenen die nicht unbeding hehre Ziele verfolgen, anders kommuniziert werden muss.

Energetische Maßnahmen machen schließlich nur Sinn, wenn diese von unabhängiger Stelle sorgfältig geplant und begleitet werden. Andernfalls wird nicht nur der eigene Säckel, sondern auch der Steuerzahler und die eigenen Nerven strapaziert.

Eine unabhängige, objektive und kompetente Beratung bedeutet:

•Objektive Information über Vor- und Nachteile unterschiedlicher energetischer Maßnahmen

•Fördergelder zu nutzen und sie in langfristig sinnvolle und funktionierende Maßnahmen zu leiten.

•Sicherheit, dass alles passt.


Autor:

Datum: 24.09.2013

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Köpfe und Meinungen

Im September 2017 rückt mit Thomas Maderbacher ein ausgewiesener Techniker in die Geschäftsführung der in der Wiener Stadtwerke Holding organisierten Wiener Netze nach. Laut Vorstandsbeschluss wird der bisherige Hauptabteilungsleiter (Bereiche: Kundendienst, IKT und Netzplanung) das Führungstrio komplettieren und künftig neben Gerhard Fida und Hermann Nebel die Netz-Agenden verantworten. Seine Vorgängerin Karin Zipperer ist in den Vorstand der Asfinag gewechselt.

Seit Mai 2017 ist Christian G. Polak als zweiter Geschäftsführer der 6B47 Austria GmbH im Einsatz. Gemeinsam mit Sascha Nevoral soll er die strategische Leitung und Weiterentwicklung des Unternehmens vorantreiben. Sein Schwerpunkt: die Bereiche Recht, Projektentwicklung und – verstärkt – Investment Management.

Neu in der Führungsriege: Die Asamer Baustoffe AG holt Harald Fritsch als Vorstand für Finanzen ins Boot. Er hat mit 16. August 2017 das Vorstandsmandat übernommen. Sein Vorgänger, Thomas Tschol, scheidet laut Presseinformationen aus dem Unternehmen aus.

Neo-Teamleiter Herbert Lukitsch (im Bild) verstärkt ab sofort die Führungsebene der Rustler Baumanagement GmbH, die auf Dienstleistungen der Bauplanung und des Projektmanagements spezialisiert ist. In seiner neuen Funktion ist Lukitsch direkt dem Geschäftsführer unterstellt und verantwortet das operative Geschäft des Bereiches für Großprojekte, wie insbesondere die Sanierung von Gebäuden oder Dachgeschossausbauten, wie es in einer Aussendung des Unternehmens heißt.

Auf Einladung von GBCI Europe und ATP sustain diskutierten Experten in der Blauen Lagune vor Fachpublikum den Ist-Stand in Fragen der Gebäudezertifizierung und gaben Prognosen für die möglichen, nachhaltigen Standards von morgen ab. Am Podium unter Leitung von Blaue Lagune-Chef Erich Benischek mit dabei: Kay Killmann von GBCI Europe, Michael Haugeneder von ATP sustain, Andreas Köttl – value one und ÖGNI-Präsident –, Joseph Marfi von Turner & HuGBC sowie Andreas Lindinger aus der denkstatt.

Neues Partner-Quartett. Wie das Büro von HD Architekten mitteilt, rücken vier Mitarbeiter in die Spitze des Unternehmens auf. Ab jetzt mit dabei: Architekt Gottfried Baumgartner (im Bild: Zweiter von rechts), Baumeister Wolfgang Diewald (Erster von links) sowie die Architekten Peter Herzog (Erster von rechts) und August Hufnagl (Zweiter von links).

Der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich hat einen neuen Bundesprecher ernannt. Arno Wimmer (im Bild) ist bereits in Amt und Würden.

Seit 1. Juli hat Odörfer Haustechnik einen neuen Österreich-Vertriebsleiter. Mit Johannes Huber-Grabenwarter ist beim Großhandelsbetrieb ein ausgewiesener Branchenexperte neu an Bord.