Wirkliche Win-Win-Win-Strategie aus Krise

Eine Win-Strategie für alle gibt Passivhaus-Experte Günter Lang in seinem Gastkommentar aus: Eine erweiterte Förderung von "Deep Renovation" soll für fünf Mrd. Euro Investitionen von 40 Mrd. Euro auslösen und gesamt 50 Mrd. an Energiekosten einsparen.

In Österreich existieren noch immer 60 Mio. m² Nutzfläche in Bauten, welche einen Heizwärmeverbrauch zwischen 140 und 250 kWh/m²a aufweisen. Ergänzend zum bestehenden Sanierungsscheck in Höhe von 100 Mio. Euro könnte mit dem künftigen Energiefonds in Höhe von 150 Mio. Euro aus der nationalen Energieeffizienz Richtlinie das Wirtschaftsministerium mit einem engagierten Investitionsprogramm eine umfassende Energiewende herbei führen, von der alle profitieren. Eine Impulsförderung von 80 Euro/m² Nutzfläche für „Deep Renovation“ * - Sanierungen mit mind. 85 Prozent Energieeinsparung – könnte in Österreich innerhalb 20 Jahren alle diese Bauten auf zeitgemäßen Komfortstandard verbessern.


Dies würde bei einem Fördervolumen von 5 Mrd. Euro (jährlich 250 Mio. Euro) ein Investitionsvolumen von 40 Mrd. Euro in Österreich auslösen – das allein zusätzliche Steuereinnahmen von 7,5 Mrd bringt. Für die Nutzer ergibt sich sogar eine Ersparnis von rund 50 Mrd. Euro an Energiekosten innerhalb der Darlehenslaufzeiten von 20 Jahren. Dafür ist es allerdings entscheidend, dass dieses Investitions-Programm konsequent nur für wirklich nachhaltige „Deep Renovation“ vergeben wird - denn Sanierungen mit schlechterer Qualität zementieren nur die schlechte Effizienz.


So können jährlich 27.000 Green Jobs geschaffen und das Handelsbilanzdefizit Österreichs um 50 Milliarden Euro verringert werden. Das Klima wird mit 6,5 Mio. Tonnen CO2 Einsparung pro Jahr entlastet. Jährlich würden 12 TWh an Energie eingespart und die Energieautonomie Österreichs mit erneuerbaren Energieträgern in greifbare Nähe gerückt.


* „Deep Renovation“ war im Entwurf der „Europäischen Energieeffizienz Richtlinie“ vom 28.02.2012 die Bezeichnung für thermische Sanierungen mit mindesten 80 Prozent Energieeffizienzverbesserung.


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Datum: 09.07.2012

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